Brad Cooper: Pommes statt Iran-Krieg – Trumps Admiral entsetzt mit "peinlichem" Podcast

Das US-Zentralkommando sorgte mit der ersten Folge seines Podcasts für Unmut. Statt über den Iran-Krieg zu sprechen, redete der führende Admiral Brad Cooper über Privates. Militärexperten wurden deutlich.

Von news.de Redakteurin - Uhr

US-Admiral Brad Cooper steht nach seinem Podcast-Auftritt in der Kritik. (Foto) Suche
US-Admiral Brad Cooper steht nach seinem Podcast-Auftritt in der Kritik. Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta
  • US-Zentralkommando veröffentlichte seine erste Podcastfolge
  • Admiral Brad Cooper sprach über seine Vorlieben, aber nicht über den Iran-Krieg
  • Militärexperten zeigen sich empört

Das für den Iran-Krieg zuständige US-Zentralkommando (CENTCOM) hat die erste Folge seines Podcasts "Inside CENTCOM" veröffentlicht. Darin sprach der Leiter des Kommandos, Admiral Brad Cooper, mit dem Chef der Flotte, Lateef Compton. In einer Zeit, in der ungewiss ist, ob die USA den Krieg fortsetzen wollen, redet ein Kommandeur über Pommes und sein Leben auf einem Schiff. Das sorgte für heftige Diskussionen im Netz.

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Trump-Admiral spricht in Podcast über Pommes – kein Wort über den Iran-Krieg

Zu Beginn wollte Compton von Trumps Admiral wissen, wie er sich an Bord fit hält. Cooper nannte drei für ihn wichtige Säulen: physische, mentale und spirituelle Fitness. Danach ging es um Essen. Cooper sei eine Person, die unter anderem Hühnchen und Salat mag. Außerdem bezeichnete der Flottenchef den Leiter des Kommandos als Pommes-Typen. Im weiteren Verlauf sprach Cooper auch über seine Pläne für die Zeit nach dem Militärdienst. "Wenn ich in den Ruhestand gehe … werde ich professioneller Freiwurfschütze", erklärte er. Außerdem schilderte der Admiral, wie sein Leben auf Schiffen aussieht.

Militärexperten empört über Podcastfolge

Veteranen und an militärischen Themen interessierte Personen konnten dem Austausch nichts abgewinnen. Die ehemalige Abgeordnete Elaine Luria, eine pensionierte Kommandantin der Marine, sagte, sie kenne Cooper seit 25 Jahren, habe mit ihm gedient und respektiere ihn. Doch sie äußerte Kritik. "Wir befinden uns im achten Monat eines Krieges in Ihrem Einsatzgebiet, in dem Tausende von Matrosen unter Lebensgefahr im Einsatz sind – ein Krieg, der verheerende Auswirkungen auf die Marine und das Land hat", schrieb sie auf der Plattform X. Sie ergänzte: "Unsere Aufgabe ist es, Kriege zu gewinnen, nicht Podcasts aufzunehmen. Man muss die Lage einschätzen können."

Gerade in dieser Lage müssten die Amerikaner laut Christopher Mellon, ehemaliger stellvertretender Staatssekretär für Nachrichtendienste im Verteidigungsministerium, nichts über die Macken des Kommandeurs erfahren, sondern bräuchten einen Admiral, der "seine Aufgaben ernsthaft, professionell und hervorragend erfüllt. "Ryan Evans, Gründer des auf nationale Sicherheit spezialisierten Portals "War on the Rocks", hielt seine Beschwerden ebenfalls nicht zurück. Der Podcast würde viel über Cooper aussagen. Davon sei nichts gut. Er warnte, dass das Land "möglicherweise kurz vor der Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen steht", doch "der Kommandeur hält offenbar gerade jetzt den richtigen Zeitpunkt für die Veröffentlichung eines peinlichen Podcasts".

Das US-Nachrichtenportal "Axios" zitierte einen US-Beamten, wonach das zuständige US-Regionalkommando Centcom derzeit die Vorbereitungen für eine mögliche Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen im Iran vorantreibe. Allerdings habe es noch keine neuen Anweisungen aus Washington erhalten. Während Trump über seinen nächsten Schritt nachdenkt, waren zuletzt wieder mehrfach Vermittler zu Gesprächen in Teheran. Auch der US-Präsident hatte jüngst von möglichen Verhandlungserfolgen in dem Konflikt gesprochen.

Scharfer Propaganda-Vorwurf

Es folgten weitere Reaktionen, die dem Podcast unter anderem Propaganda vorwarfen. "Unsere große Armee wurde auf Podcast-Propaganda reduziert", meinte ein Nutzer. "Was für ein Blödsinn ist das denn? Die Regierung hat gerade bei den Zwischenwahlen alles verloren, und jetzt ist es Zeit für Podcasts des 'Kriegsministeriums'? Wir verstehen, warum ihr so große Schwierigkeiten habt. Idioten haben das Sagen", beschwerte sich ein User. "Entschuldigen Sie, Sir, aber das ist peinlich. Ich habe vor Jahren unter dem CENTCOM gedient. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass es einmal so weit kommen würde", erklärte ein Nutzer.

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/bua/news.de/dpa

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