JD Vance: Nach der Abrechnung mit Trumps Politik steht der US-Vize am Pranger
Donald Trump hat den Krieg im Iran begonnen. Bislang unterstützte sein Vize JD Vance den Kurs. Nach der Wahlniederlage bei den Midterms stellt er sich gegen den Staatschef und macht den Krieg verantwortlich.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- JD Vance rechnet mit Donald Trumps Politik ab
- US-Vizepräsident gibt unter anderem dem Iran-Krieg Schuld an der Wahlniederlage der Republikaner bei den Midterms
- Vance für deutliche Worte im Netz kritisiert
Die Wahlniederlage bei den Midterms können auch die Republikaner nicht beschönigen. Die Gründe für das schlechte Abschneiden der Partei sieht US-Vizepräsident bei der Politik von US-Präsident Donald Trump – allen voran dem Iran-Krieg.
Weitere Meldungen über die US-Regierung von Donald Trump finden Sie am Ende des Artikels.
Vance gibt dem Iran-Krieg Schuld am Wahl-Desaster
Vance meldete sich am 4. November auf der Plattform X zu Wort. Nach Ansicht von Vance sei der Misserfolg auf die militärische Auseinandersetzung im Iran zurückzuführen. "Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg", schrieb er. Dies habe Präsident Donald Trump auch am Dienstagabend gesagt. "Jeder weiß, warum wir verloren haben. Und jede Diskussion darüber, wie es weitergeht, muss dort ansetzen." Es sind deutliche Worte. Bislang zeigte sich Vance gegenüber Trump und dessen Iran-Kurs loyal.
One of the things the data analysts on our side obsessed over was "composition"—whether the electorate looked close enough to 2024 for Republicans to win. And despite polls that showed a Democrat blowout, the data kept on telling us the same story: in some states turnout was merely OK, in other states it was downright amazing, and in no state was it catastrophic. There was a genuine sense of optimism on our team: our people were showing up. So, I asked the smartest data guy I know, does that mean we're going to shock the world? "No," he told me. "We might do better than the polls suggest. But the data is telling us that a lot of Trump/Vance 2024 voters are pissed and planning to vote for the other guys. Our voters are turning out, but they may not vote for us." Well, that looks prophetic now. Our voters did show up. In Florida, for example, the electorate was 9 points more Republican than Democrat, just a couple points worse than 2024. Undoubtedly there were places we could have done better on turnout. But the main problem is not turnout. The main problem is that many people who voted for Trump/Vance in 2024 voted for Democrats in 2026. There will be a lot of infighting and arguing over what happened and why that is. One of the pollsters I really respect told me that our economic messaging wasn’t sharp enough down the stretch. I’m sure that’s true. But the real reason we lost is obvious to almost everyone. Another pollster—one of the smartest people I know in politics, told me yesterday we’d lose the generic ballot by 13 points. I felt negative going into Tuesday, but even I was shocked by this. In his polling, he saw that a lot of Trump 2024 voters were angry and planning to vote for Democrats. He asked those voters who had abandoned us what would cause them to come back on our team. The top four answers, accounting for nearly all of the responses were: 1) End the war 2) Focus on cost of living/inflation 3) Put America First 4) Change our relationship to Israel Our voters showed up. And the above four reasons are why many of them voted for Democrats. This is according to a pollster who nailed the results. While many spent Monday attacking Rachel Campos Duffy for calling for a diplomatic resolution to the conflict, it turns out her political advice was sound. (She’s also a great person.) In the next few months, there's going to be a lot of gaslighting. Expect to hear any number of establishment politicians say the solution to our woes is amnesty. I'm open to the idea that we should change enforcement—by focusing more on businesses that hire illegal labor, for instance. But anyone pushing amnesty is lying to you. The reason we lost is the war. The president himself said so last night. If you'd like to argue it was worth it, that losing the Senate for the next 6 years was worth it, then do so. Argue it was a worthwhile cost to pay. Agree or disagree, that's at least honest. But everyone knows why we lost. And any honest conversation about where we go from here must start there. I remain hopeful about our country. To the people who are pissed off and want to say, “I told you so”: you’re right, you did tell us so. Take that energy into electing Republicans who share your worldview. To the people who are just pissed at the results, you should be. Let’s take that anger and get back to the work of saving our country.
— JD Vance (@JDVance) November 4, 2026
Vance nennt weitere Gründe für Wähler-Abwanderung
Viele Wähler, die bei den Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren für Vance und Trump gestimmt hätten, seien verärgert gewesen und hätten sich den Demokraten zugewandt. Eine Umfrage habe ergeben, dass sich die enttäuschten Wähler vor allem vier Punkte gewünscht hätten:
- das Ende des Iran-Kriegs
- den Fokus auf Lebenshaltungskosten und Inflation
- Amerika an erste Stelle zu setzen
- ein Wechsel der Beziehungen zu Israel
Tatsächlich waren die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Bevölkerung Umfragen zufolge eines der zentralen Themen der Midterms. Die USA und Israel hatten den Iran Ende Februar angegriffen. Der Konflikt ist bis heute nicht beigelegt, in der Folge sind insbesondere die Energiepreise stark gestiegen.
Vance äußerte Verständnis für die Kritik. "An alle, die einfach nur wütend über das Ergebnis sind: Das solltet ihr auch sein. Lasst uns diese Wut nutzen, um uns wieder der Aufgabe zu widmen, unser Land zu retten", schrieb er weiter.
Die US-Amerikanerinnen und Amerikaner hatten bei der Wahl mit der Politik Trumps abgerechnet. Sie übertrugen den Demokraten die volle Kontrolle über den Kongress. Die Ergebnisse am frühen deutschen Morgen waren so eindeutig, dass auch Trump nichts anderes übrig blieb, als zu gratulieren.
Harsche Kritik für Trumps Vize
Für seinen Beitrag erhielt Vance nicht viel Zustimmung. Vielmehr hagelte es harsche Kritik und Spott. Viele Nutzer glauben ihm nicht und gehen nicht zimperlich mit ihm um:
- "Das klingt wie eine Rücktrittsrede. Machen Sie mir keine Hoffnungen", schrieb der liberale InfluencerEd Krassenstein.
- "Brauchten Sie Umfragen, um Ihnen zu sagen, dass Sie die Wahl verlieren würden, nachdem Sie einen Krieg begonnen hatten, den niemand wollte, die Benzinpreise in die Höhe getrieben hatten, Zölle erlassen hatten, die die Wirtschaft nur verschlimmerten, die Bedenken der Menschen bezüglich der Bezahlbarkeit als Schwindel abtaten und Korruption in dieser Administration ungebremst wüten ließen? Wie auf Erden dachten Sie eigentlich, dass irgendetwas davon von Anfang an eine Gewinnstrategie sein könnte?", fragte ihn ein Navy Veteran.
- "JD Vance hat buchstäblich nichts unternommen, um den Krieg zu beenden", kritisierte ihn ein Nutzer.
- "Ihre politische Zukunft ist vorbei. Das lässt sich nicht schönreden, Sie haben sich an den Mann geklammert, den Sie einst mit Hitler verglichen haben. Das wird für immer Ihr Vermächtnis sein", stichelte ein User gegen Vance.
- "Ihr habt verloren, weil ihr und Trump euch zwei Jahre lang wie ein faschistisches Regime verhalten habt, nicht wegen 'des Krieges'. Die Wähler haben den Autoritarismus erkannt und ihn abgelehnt. Steht dazu", meinte ein weiterer Nutzer.
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bos/news.de/dpa
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