JD Vance: Nach der Abrechnung mit Trumps Politik steht der US-Vize am Pranger

Donald Trump hat den Krieg im Iran begonnen. Bislang unterstützte sein Vize JD Vance den Kurs. Nach der Wahlniederlage bei den Midterms stellt er sich gegen den Staatschef und macht den Krieg verantwortlich.

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JD Vance macht den Iran-Krieg für die Wahlniederlage der Republikaner bei den Midterms verantwortlich. (Foto) Suche
JD Vance macht den Iran-Krieg für die Wahlniederlage der Republikaner bei den Midterms verantwortlich. Bild: picture alliance/dpa/POOL Getty Images North America | Finn Gomez
  • JD Vance rechnet mit Donald Trumps Politik ab
  • US-Vizepräsident gibt unter anderem dem Iran-Krieg Schuld an der Wahlniederlage der Republikaner bei den Midterms
  • Vance für deutliche Worte im Netz kritisiert

Die Wahlniederlage bei den Midterms können auch die Republikaner nicht beschönigen. Die Gründe für das schlechte Abschneiden der Partei sieht US-Vizepräsident bei der Politik von US-Präsident Donald Trump – allen voran dem Iran-Krieg.

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Vance gibt dem Iran-Krieg Schuld am Wahl-Desaster

Vance meldete sich am 4. November auf der Plattform X zu Wort. Nach Ansicht von Vance sei der Misserfolg auf die militärische Auseinandersetzung im Iran zurückzuführen. "Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg", schrieb er. Dies habe Präsident Donald Trump auch am Dienstagabend gesagt. "Jeder weiß, warum wir verloren haben. Und jede Diskussion darüber, wie es weitergeht, muss dort ansetzen." Es sind deutliche Worte. Bislang zeigte sich Vance gegenüber Trump und dessen Iran-Kurs loyal.

Vance nennt weitere Gründe für Wähler-Abwanderung

Viele Wähler, die bei den Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren für Vance und Trump gestimmt hätten, seien verärgert gewesen und hätten sich den Demokraten zugewandt. Eine Umfrage habe ergeben, dass sich die enttäuschten Wähler vor allem vier Punkte gewünscht hätten:

  • das Ende des Iran-Kriegs
  • den Fokus auf Lebenshaltungskosten und Inflation
  • Amerika an erste Stelle zu setzen
  • ein Wechsel der Beziehungen zu Israel

Tatsächlich waren die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Bevölkerung Umfragen zufolge eines der zentralen Themen der Midterms. Die USA und Israel hatten den Iran Ende Februar angegriffen. Der Konflikt ist bis heute nicht beigelegt, in der Folge sind insbesondere die Energiepreise stark gestiegen.

Vance äußerte Verständnis für die Kritik. "An alle, die einfach nur wütend über das Ergebnis sind: Das solltet ihr auch sein. Lasst uns diese Wut nutzen, um uns wieder der Aufgabe zu widmen, unser Land zu retten", schrieb er weiter.

Die US-Amerikanerinnen und Amerikaner hatten bei der Wahl mit der Politik Trumps abgerechnet. Sie übertrugen den Demokraten die volle Kontrolle über den Kongress. Die Ergebnisse am frühen deutschen Morgen waren so eindeutig, dass auch Trump nichts anderes übrig blieb, als zu gratulieren.

Harsche Kritik für Trumps Vize

Für seinen Beitrag erhielt Vance nicht viel Zustimmung. Vielmehr hagelte es harsche Kritik und Spott. Viele Nutzer glauben ihm nicht und gehen nicht zimperlich mit ihm um:

  • "Das klingt wie eine Rücktrittsrede. Machen Sie mir keine Hoffnungen", schrieb der liberale InfluencerEd Krassenstein.
  • "Brauchten Sie Umfragen, um Ihnen zu sagen, dass Sie die Wahl verlieren würden, nachdem Sie einen Krieg begonnen hatten, den niemand wollte, die Benzinpreise in die Höhe getrieben hatten, Zölle erlassen hatten, die die Wirtschaft nur verschlimmerten, die Bedenken der Menschen bezüglich der Bezahlbarkeit als Schwindel abtaten und Korruption in dieser Administration ungebremst wüten ließen? Wie auf Erden dachten Sie eigentlich, dass irgendetwas davon von Anfang an eine Gewinnstrategie sein könnte?", fragte ihn ein Navy Veteran.
  • "JD Vance hat buchstäblich nichts unternommen, um den Krieg zu beenden", kritisierte ihn ein Nutzer.
  • "Ihre politische Zukunft ist vorbei. Das lässt sich nicht schönreden, Sie haben sich an den Mann geklammert, den Sie einst mit Hitler verglichen haben. Das wird für immer Ihr Vermächtnis sein", stichelte ein User gegen Vance.
  • "Ihr habt verloren, weil ihr und Trump euch zwei Jahre lang wie ein faschistisches Regime verhalten habt, nicht wegen 'des Krieges'. Die Wähler haben den Autoritarismus erkannt und ihn abgelehnt. Steht dazu", meinte ein weiterer Nutzer.

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/news.de/dpa

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