Nach Midterm-Debakel: Zwei-Wort-Warnung an Trump – Demokraten nehmen US-Präsidenten ins Visier
Donald Trump verliert nach den Midterms die Mehrheiten in beiden Kongresskammern. Für den US-Präsidenten könnte das unangenehme Folgen haben: Der künftige Ausschusschef Robert Garcia kündigt bereits Untersuchungen an.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Wahl-Debakel für Donald Trump und Republikaner
- Robert Garcia soll im Januar den Vorsitz des Kontrollausschusses übernehmen
- Trump-Familiengeschäfte, Kushners Investments und die Epstein-Akten stehen auf der Agenda der Demokraten
Die US-Zwischenwahlen endeten für Donald Trump und die Republikaner in einem Desaster. Die Demokraten haben es geschafft, sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat zurückzuerobern. Ein doppelter Schlag, der die politische Landschaft in Washington grundlegend verändert. Trumps politische Vorhaben dürften es im Kongress künftig deutlich schwerer haben. Doch die neue Mehrheit will offenbar noch mehr. Robert Garcia, der künftige Vorsitzende des mächtigen Kontrollausschusses im Repräsentantenhaus, richtete bereits in der Wahlnacht eine unmissverständliche Botschaft an den US-Präsidenten und dessen Umfeld.
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"Lawyer up": Robert Garcia kündigt Ermittlungen gegen Trump an
Robert Garcia, bislang ranghöchster Demokrat im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses, verschwendete nach dem Wahlsieg keine Zeit mit diplomatischen Floskeln. Seine Botschaft an Donald Trump und dessen Familie lautete: "Lawyer up" (auf Deutsch: "Besorgt euch Anwälte!"). Wie "The Daily Beast" berichtete, spielte Garcia damit auf die angekündigten Untersuchungen gegen das Umfeld des Präsidenten an.
Der 48-jährige Kongressabgeordnete hatte bereits als Oppositionsvertreter die Untersuchung von Trumps Familiengeschäften zu einer seiner Prioritäten erklärt. Mit der neuen demokratischen Mehrheit im Rücken soll Garcia nun den bisherigen republikanischen Ausschussvorsitzenden James Comer ablösen. Der Wechsel erfolgt mit Beginn der neuen Legislaturperiode im Januar 2027. Damit erhält Garcia deutlich mehr Einfluss auf die parlamentarische Kontrolle der Regierung. Der Ausschuss kann unter anderem Zeugen vorladen, Dokumente anfordern und Untersuchungen zu möglichen Missständen einleiten.
Milliarden-Deals, digitale Geschäfte und Jared Kushner im Visier
Garcias Ermittlungseifer ist keineswegs neu. Bereits im März 2026 nahm er gemeinsam mit dem demokratischen Senator Ron Wyden Trumps Schwiegersohn Jared Kushner ins Visier. Im Zentrum stand dessen Investmentfirma Affinity Partners und die milliardenschwere Finanzierung durch den saudischen Staatsfonds. Die Demokraten forderten Aufklärung darüber, ob Kushners geschäftliche Aktivitäten mit seiner Rolle als außenpolitischer Unterhändler der Trump-Regierung kollidieren könnten. Garcia bezeichnete Kushners Geschäftsbeziehungen als korrupt. Die Vorwürfe sind bislang nicht mit einem gerichtlichen Schuldspruch gleichzusetzen.
Unter Garcias Führung richteten die Demokraten im Ausschuss zudem einen sogenannten „Digital Grift Wealth Tracker" ein. Damit dokumentieren sie nach eigenen Berechnungen die Einnahmen und Vermögenszuwächse der Trump-Familie aus digitalen Geschäftsmodellen. Im Januar 2026 bezifferte der Ausschuss die realisierten Gewinne aus ausländischen Zahlungen und anderen Geschäften auf rund 2,25 Milliarden Dollar. Diese Berechnung stammt von den Demokraten und ist keine unabhängig bestätigte Gesamtabrechnung.
Auch Trumps Umgang mit KI-Chatbots geriet in den Fokus: Garcia und der Abgeordnete Jamie Raskin forderten den Präsidenten auf, Informationen über seine Anfragen an KI-Chatbots im Zusammenhang mit seiner Amtsführung offenzulegen.
Garcia übernimmt den Vorsitz – Trump verliert seinen parlamentarischen Rückhalt
Mit der demokratischen Mehrheit in beiden Kammern steht dem Präsidenten eine neue Machtkonstellation gegenüber. Garcia soll im Januar James Comer als Vorsitzenden des Kontrollausschusses ablösen. Damit erhält er mehr Möglichkeiten, die Regierung und das Umfeld des Präsidenten parlamentarisch zu überprüfen.
Auf seiner Agenda stehen nach eigenen Angaben unter anderem die Geschäfte der Trump-Familie, mögliche Verfehlungen von Bundesbehörden wie ICE und DHS sowie der Umgang mit den Epstein-Akten. Auch Unternehmensgeschäfte und mögliche Interessenkonflikte sollen untersucht werden.
Für Trump bedeutet der Verlust beider Kongresskammern nicht nur Gegenwind bei Gesetzesvorhaben. Er muss sich auch auf eine intensivere parlamentarische Kontrolle seiner Regierung einstellen. Garcia hat bereits deutlich gemacht, dass er die neuen Möglichkeiten nutzen will. Ob aus den angekündigten Untersuchungen konkrete Konsequenzen entstehen, wird sich allerdings erst zeigen.
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