Donald Trump: US-Präsident mit zugeklebtem Mund – "Time"-Cover spaltet das Netz

Ein bunter Wahlsticker klebt Donald Trump auf dem neuen Time-Cover den Mund zu und das Internet dreht durch. Nach dem historischen Midterm-Debakel der Republikaner mutiert das Titelbild zur viralen Ikone.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

"Time" macht Donald Trump mundtot. (Foto) Suche
"Time" macht Donald Trump mundtot. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • "Time"-Magazin zeigt Donald Trump mit verklebtem Mund auf neuem Titelbild
  • Demokraten entreißen den Republikanern die Mehrheit in beiden Kongresskammern
  • Im Netz wird das provokante Cover als "Cover des Jahres" gefeiert

Kein Präsident war in den über 100 Jahren des "Time"-Magazins häufiger auf dem Titel zu sehen als Donald Trump. Doch das neueste Cover dürfte ihm kaum gefallen. Die Ausgabe vom 23. November zeigt ein Schwarz-Weiß-Porträt des US-Präsidenten, dem ein bunter "I Voted"-Sticker den Mund versiegelt. Die Botschaft ist kaum zu übersehen: Die amerikanischen Wählerinnen und Wähler haben gesprochen und Trump zum Schweigen gebracht.

Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie am Ende dieses Artikels.

Das Titelbild erscheint im Nachgang der verheerenden Midterm-Niederlage der Republikaner, die beide Kongresskammern an die Demokraten verloren. Die dazugehörige Titelgeschichte trägt den Namen "Inside the Democrats' Plans to Take On Trump" und beleuchtet die Pläne der neuen demokratischen Mehrheit. Auch Trumps einstige Lieblingszeitung, die "New York Post", setzte nach: Deren Titelseite zeigte den Präsidenten unter einer gewaltigen Welle – überschrieben mit den Worten "Blue Tsunami".

Midterm-Debakel für Donald Trump: Republikaner verlieren Kongresskammer an Demokraten

Das Ausmaß der demokratischen Dominanz übertraf selbst die optimistischsten Prognosen der Partei. Die Demokraten haben 30 Sitze im Repräsentantenhaus erobert – darunter in umkämpften Wahlkreisen in Pennsylvania, Colorado und Virginia. Noch bemerkenswerter fielen die Ergebnisse im Senat aus: Selbst in traditionell tiefrot gefärbten Bundesstaaten wie Texas, South Carolina, Kansas und Iowa setzten sich demokratische Kandidaten durch und sicherten der Partei die Kontrolle über die zweite Kammer. Die Ergebnisse gelten als unmissverständliche Quittung für einen US-Präsidenten, dessen Wirtschaftskurs, steigende Preise und der Krieg mit dem Iran massiven Unmut in der Bevölkerung ausgelöst hatten. Statt auf die finanziellen Sorgen der Bürger einzugehen, hatte Trump in den letzten Wahlkampftagen mit Bemerkungen über das Äußere von Kandidaten für Kopfschütteln gesorgt.

Netz feiert "Cover des Jahres" – Trump-Fans kontern

In den sozialen Netzwerken schlug das neueste "Time"-Titelbild hohe Wellen. "Das wird mein neues Handy-Hintergrundbild", schrieb ein Nutzer. Andere feierten das Motiv als "bestes Trump-Cover aller Zeiten" und schlicht als "Cover des Jahres". Ein Kommentator forderte scherzhaft, man solle noch "fünf Lagen Klebeband" hinzufügen, ein anderer wünschte sich Gitterstäbe im Bild. "Er ist ein verurteilter Straftäter, er darf doch gar nicht wählen", spottete ein weiterer Nutzer. Doch nicht alle Reaktionen fielen zustimmend aus. Manche wiesen auf die Ironie hin, dass "Time" in seinen 103 Jahren niemanden häufiger auf den Titel gesetzt habe als ausgerechnet den Mann, den das Magazin nun symbolisch mundtot mache. Andere bezweifelten die Wirkung: "Als ob ihn das zum Schweigen bringen würde. Er wird jetzt nur noch lauter schreien."

Demokraten rüsten zur Großoffensive – und streiten über Impeachment

Mit ihrer neuen Mehrheit in beiden Kammern wollen die Demokraten zentrale Maßnahmen der Trump-Regierung zurückdrehen: die umfassenden Strafzölle, Kürzungen bei Medicaid in Höhe von einer Billion Dollar sowie ausgelaufene Zuschüsse zur Krankenversicherung. Gleichzeitig bereiten mehrere Ausschüsse weitreichende Ermittlungen vor – unter anderem zu Trumps Kryptowährungsgeschäften, dem Verkauf bevorzugter Zugänge auf Truth Social und einem von Katar geschenkten Luxusflugzeug. "Engagiert Anwälte", postete der künftige Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, Robert Garcia, noch während die Ergebnisse einliefen.

Heiß diskutiert wird auch ein mögliches drittes Amtsenthebungsverfahren gegen Trump. Viele Parteiführer halten diesen Weg jedoch für eine Sackgasse und favorisieren stattdessen ein Impeachment gegen Verteidigungsminister Pete Hegseth. Senator Cory Booker warnte: "Wenn wir Donald Trump in den Mittelpunkt stellen, werden wir diesen historischen Moment verspielen."

Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:

/ife/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.