Donald Trump: US-Präsident irritiert erst mit Rede und ergreift dann die Flucht

Nach der verheerenden Wahlpleite der Republikaner stellte sich Donald Trump den Fragen der Presse - nicht im Presseraum, sondern auf der Baustelle seines neuen Ballsaals. Seine Rede irritierte ebenso wie sein plötzlicher Abgang.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump schwärmte wieder einmal von seinem neuen Ballsaal. (Foto) Suche
Donald Trump schwärmte wieder einmal von seinem neuen Ballsaal. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump spricht über mögliches Amtsenthebungsverfahren
  • Donald Trump irritiert mit Rede und verschwindet dann einfach
  • Donald Trump erinnert an George W. Bush

Einen Tag nach dem desaströsen Abschneiden der Republikaner bei den Midterm-Wahlen stellte sich Donald Trump, der noch Wahlabend am Telefon tobte, den Fragen von Journalisten - allerdings an einem ungewöhnlichen Ort. Statt im Presseraum des Weißen Hauses wählte der US-Präsident, der während der Wahlpleite kurzzeitig erstarrt sein soll, die Baustelle seines im Bau befindlichen Ballsaals als Kulisse für den improvisierten Pressetermin.

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Donald Trump spricht über mögliches Amtsenthebungsverfahren

Der US-Präsident wirkte dabei sichtlich niedergeschlagen, analysiert "Raw Story". Bei den Wahlen hatten die Demokraten den Republikanern in beiden Kammern des Kongresses die Mehrheit entrissen und werden ab Januar die Kontrolle übernehmen. Trotz dieser historischen Schlappe habe Donald Trump versucht, Gelassenheit zu demonstrieren - mit überschaubarem Erfolg, heißt es weiter. Ein Video bei Instagram zeigt Teile des Auftritts.

Auf die Frage, ob ihn ein mögliches neues Amtsenthebungsverfahren durch die künftige demokratische Kongressmehrheit beunruhige, reagierte Trump betont unbeeindruckt. "Nicht einmal ein bisschen", entgegnete er den Reportern. Ein solcher Schritt würde seiner Einschätzung nach den Demokraten selbst zum Verhängnis werden - schließlich gebe es keinen Grund dafür. "Wofür? Dafür, ein erfolgreiches Land zu haben?", fragte er rhetorisch und fügte hinzu: "Unser Land ist jetzt erfolgreicher als zu jedem anderen Zeitpunkt in seiner Geschichte." Eine Einschätzung, die angesichts der deutlichen Wählerabfuhr vom Vorabend zumindest bemerkenswert erschien.

Donald Trump irritiert mit Rede und verschwindet dann einfach

Dann kam der Moment, der den ohnehin schon surrealen Pressetermin endgültig ins Absurde kippte. Mitten im Gespräch mit den Journalisten unterbrach sich Trump selbst mit den Worten: "Schauen Sie zu, wie der Stahlträger nach oben gehievt wird." Anschließend drehte er sich um und schlenderte wortlos nach links davon, ohne zunächst weitere Fragen zu beantworten.

Im TV-Studio von MS NOW herrschte kurzzeitig Ratlosigkeit. Moderatorin Alicia Menendez fasste die Szene trocken zusammen: "Da hatten Sie es. Der Präsident der Vereinigten Staaten, der vor einem seiner Eitelkeitsprojekte Fragen beantwortet." Ihr Kollege Peter Alexander griff derweil zum Emoji-Vergleich und sprach vom Facepalm-Moment, den Millionen Amerikaner gerade erlebt haben dürften.

Donald Trump erinnert an George W. Bush

Alexander zog dabei eine historische Parallele, die es in sich hatte. Er erinnerte an George W. Bush, der mitten im Irakkrieg auf dem Golfplatz Terroristen das Fürchten lehren wollte - und seinen Auftritt mit den Worten "Jetzt schauen Sie sich diesen Abschlag an" beendete. Die Situation Trumps sei vergleichbar: Ein US-Präsident, der einen unpopulären Krieg im Iran führe, dem die Wähler am Vorabend eine schallende Ohrfeige verpasst hätten - und der sich mit einem Stahlträger aus der Affäre ziehe.

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