Propagandaapparat in Nordkorea: So manipuliert Kim Jong Un sein Volk

Riesige Plakate, staatliche Fernsehsendungen und ein allgegenwärtiger Personenkult: In Nordkorea ist Propaganda Teil des Alltags. Ein mächtiger Parteiapparat sorgt dafür, dass die Botschaften des Regimes möglichst überall präsent sind.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Kim Jong Un lässt sich als fürsorglicher Führer feiern, während sein Regime unabhängige Informationen unterdrückt. (Foto) Suche
Kim Jong Un lässt sich als fürsorglicher Führer feiern, während sein Regime unabhängige Informationen unterdrückt. Bild: picture alliance/dpa/KCNA/KNS | Uncredited
  • Staatliche Medien verbreiten in Nordkorea ausschließlich die Botschaften des Regimes
  • Ein mächtiger Parteiapparat steuert die Propaganda bis in Schulen und Betriebe
  • Ausländische Filme und Serien gelten als Gefahr – auf ihre Verbreitung kann sogar die Todesstrafe stehen

Ein Land, ein Führer, eine Wahrheit: In Nordkorea gibt es kaum einen Lebensbereich, der nicht von der staatlichen Propaganda beeinflusst wird. Ob im Fernsehen, in Zeitungen, auf riesigen Wandbildern oder sogar im Klassenzimmer, überall begegnet den Menschen die Botschaft des Regimes. Machthaber Kim Jong Un wird als unerschütterlicher Anführer gefeiert, während die USA und Südkorea häufig als Feinde dargestellt werden. Hinter dieser perfekt inszenierten Welt steckt ein ausgeklügelter Propagandaapparat, der nicht nur Informationen kontrolliert, sondern auch das Denken der Bevölkerung beeinflussen soll.

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Staatsmedien als Sprachrohr von Kim Jong Un

Eine zentrale Rolle spielen die staatlichen Medien. Die Nachrichtenagentur Korean Central News Agency (KCNA) verbreitet die offiziellen Mitteilungen der Führung und berichtet über die angeblichen Erfolge des Landes. Die Parteizeitung "Rodong Sinmun" und das staatliche Fernsehen folgen ebenfalls der vorgegebenen Linie. Unabhängige Redaktionen, die politische Entscheidungen hinterfragen oder eigene Recherchen veröffentlichen, gibt es nicht.

Die Berichterstattung folgt einem klaren Muster: Kim Jong Un wird als fürsorglicher, weitsichtiger und nahezu unfehlbarer Staatsführer präsentiert. Bilder zeigen ihn bei Truppenbesuchen, in Fabriken oder bei Gesprächen mit Bürgern. Die Botschaft ist eindeutig: Ohne die Führung der Kim-Familie wäre Nordkorea schutzlos und dem Untergang geweiht.

Propaganda- und Agitationsabteilung: Die Schaltzentrale der Manipulation

Hinter der Medienkontrolle steht ein mächtiger Parteiapparat: die Propaganda- und Agitationsabteilung (Propaganda and Agitation Department, PAD) des Zentralkomitees der Arbeiterpartei Koreas. Sie koordiniert die ideologische Ausrichtung der staatlichen Kommunikation und beeinflusst, welche Botschaften verbreitet werden. Dazu gehören Medieninhalte ebenso wie kulturelle Produktionen und politische Kampagnen.

Die Abteilung sorgt dafür, dass die offizielle Parteilinie in möglichst vielen Bereichen des öffentlichen Lebens präsent ist. Propaganda ist dabei keine gelegentliche Maßnahme, sondern ein dauerhaftes Instrument der Herrschaftssicherung. Auch Kim Yo Jong, die Schwester des Machthabers, wurde in der Vergangenheit mit einflussreichen Funktionen im Propagandaapparat in Verbindung gebracht.

Plakate, Paraden und Personenkult: Propaganda im Alltag

Nicht nur Nachrichten und Fernsehsendungen dienen der politischen Beeinflussung. In nordkoreanischen Städten gehören großflächige Propagandaplakate, Wandbilder und politische Parolen zum Straßenbild. Sie zeigen Arbeiter, Soldaten und Bauern als Helden des sozialistischen Staates. Häufig werden militärische Stärke, wirtschaftliche Erfolge und die angebliche Überlegenheit des politischen Systems betont.

Auch Massenveranstaltungen haben eine wichtige Funktion. Bei Militärparaden, staatlichen Feiertagen und aufwendig choreografierten Aufführungen wird ein Bild nationaler Geschlossenheit vermittelt. Tausende Menschen wirken an perfekt abgestimmten Darbietungen mit. Die Botschaft: Das Volk steht geschlossen hinter seiner Führung.

Hinzu kommt die ideologische Erziehung in Schulen und Jugendorganisationen. Kinder lernen früh, die Kim-Dynastie zu verehren und die offizielle Staatsideologie zu übernehmen. Der Personenkult soll so von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Ausländische Filme als Gefahr: Kim Jong Un fürchtet den Kontrollverlust

Doch der Propagandaapparat hat ein Problem: Informationen aus dem Ausland lassen sich trotz aller Abschottung nicht vollständig fernhalten. Über USB-Sticks und Speicherkarten gelangen beispielsweise südkoreanische Filme, Serien und Musik ins Land. Gerade diese Inhalte könnten den Kontrast zwischen der nordkoreanischen Propagandawelt und dem Leben außerhalb der Landesgrenzen sichtbar machen. Das Regime reagiert mit strengen Gesetzen, Überwachung und drastischen Strafen. Die UN dokumentierte 2025 sogar eine Verschärfung der Repressionen gegen Menschen, die ausländische Medien konsumieren oder verbreiten. In bestimmten Fällen droht dafür die Todesstrafe.

Der Propagandaapparat ist deshalb weit mehr als eine PR-Maschine für Kim Jong Un. Er soll bestimmen, was die Menschen sehen, hören und glauben dürfen. Denn für das nordkoreanische Regime ist die Kontrolle über Informationen auch eine Frage des eigenen Machterhalts.

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