Putins perfides Geschäft: Entführt und indoktriniert - ukrainische Kinder für Kim Jong Un
Es ist ein makabres Geschäft: Ukrainische Kinder werden in ein nordkoreanisches Lager verschleppt, wo sie Statuen der Kim-Dynastie putzen und militärisch gedrillt werden – und der Nordkorea-Diktator kassiert dafür mächtig ab.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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- Milliarden-Deal mit Wladimir Putin - Kim Jong Un kassiert für Waffen und Soldaten
- Ukrainische Kinder im Nordkorea-Lager: verstörende Gehirnwäsche
- 20.500 Kinder deportiert - Haftbefehle gegen Putin und seine Vertraute
- Neue Sanktionen gegen Moskaus Helfer - Menschenrechtler warnen vor Ausweitung
Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat nach Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes umgerechnet fast 10 Milliarden Pfund aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eingenommen. Allerdings: Das Geld fließt demnach nicht nur für Waffenlieferungen und die Entsendung tausender Soldaten an die Front – sondern auch für die Beteiligung an einem verstörenden Programm zur Verschleppung und Indoktrinierung ukrainischer Kinder, berichtet die britische "Sun".
Wladimir Putins perfider Plan mit dem Ukraine-Krieg
Demnach werden Minderjährige aus russisch besetzten Gebieten der Ukraine über 6.400 Kilometer weit in ein Lager an Nordkoreas Ostküste gebracht. Dort sollen sie frühmorgens Statuen der Kim-Dynastie säubern, Propagandavorträge über die Vernichtung des "amerikanischen Imperialismus" ertragen und militärisch gedrillt werden. Großbritannien und die EU haben inzwischen Sanktionen gegen die Einrichtung verhängt, heißt es gegenüber den Medien. Wladimir Putin tarnt das Programm laut Menschenrechtlern als "kulturellen Austausch" – tatsächlich handele es sich um systematische Gehirnwäsche.
Gehirnwäsche im Nordkorea-Lager: ukrainische Kinder werden indoktriniert
Das Songdowon International Children's Camp liegt an der Ostküste Nordkoreas und gilt als der entlegenste Außenposten in Putins Netzwerk sogenannter Umerziehungseinrichtungen. Die EU wirft dem Lager vor, Russlands Programm zur Zwangsassimilierung ukrainischer Kinder aktiv zu unterstützen.
Der ukrainische Sender Suspilne konnte konkrete Fälle dokumentieren: Ein zwölfjähriger Junge namens Misha aus dem besetzten Makijiwka verbrachte im Juli 2025 zwei Wochen in dem Lager. Auch die 16-jährige Liza aus dem besetzten Simferopol auf der Krim wurde zur "Indoktrinierung" dorthin geschickt.
Gehirnwäsche im Namen von Kim Jong Un
Kateryna Rashevska vom Regionalen Zentrum für Menschenrechte schilderte gegenüber "The Sun" den Alltag: "Kinder werden vom nordkoreanischen Militär besucht und lernen zu exerzieren." Das Lager verfüge über eigene Uniformen. "Das Hauptziel war es, sie einer Gehirnwäsche zu unterziehen."
Über 20.500 Kinder deportiert – Haftbefehle gegen Putin
Nach ukrainischen Angaben wurden seit Beginn der russischen Vollinvasion 2022 mehr als 20.500 Minderjährige deportiert oder zwangsweise in andere Gebiete verbracht. Viele stammten aus Waisenhäusern oder wurden zu Kriegsbeginn von ihren Familien getrennt, als russische Truppen in die Ukraine einmarschierten.
Das Netzwerk der sogenannten Umerziehungseinrichtungen umfasst Berichten zufolge 165 Standorte – verteilt über besetzte ukrainische Gebiete, Russland, Belarus und Nordkorea. Die Aufenthalte in Songdowon wurden den Kindern demnach als "Preise" der Jugendorganisation "Bewegung der Ersten" präsentiert, die Putin 2022 ins Leben gerufen hatte.
Der Internationale Strafgerichtshof erließ bereits im März 2023 Haftbefehle gegen Wladimir Putin und seine Kinderbeauftragte Maria Lwowa-Belowa wegen der systematischen Verschleppung ukrainischer Minderjähriger.
London und Brüssel ziehen die Sanktionsschraube an
Großbritannien fror im Mai die Vermögenswerte des Songdowon-Lagers ein. Die Begründung: Die Einrichtung unterstütze Russlands "Zwangsdeportation und Umerziehung ukrainischer Kinder". Pjöngjang bezeichnete die Maßnahme als "abscheuliche" Provokation und stufte daraufhin seine diplomatische Vertretung in London herab.
Erst im vergangenen Monat schloss sich die EU den Strafmaßnahmen an. Neben dem Lager selbst wurden zehn Einzelpersonen und 16 weitere Organisationen mit Sanktionen belegt. Unter den Betroffenen befindet sich Rustam Minnichanow, Oberhaupt der russischen Teilrepublik Tatarstan, dem vorgeworfen wird, Deportationen in Lager seiner Region ermöglicht zu haben. Auch Bildungsminister in besetzten Gebieten sowie Leiter von Einrichtungen, die der ideologischen Indoktrinierung beschuldigt werden, stehen auf der Liste.
Die britische Regierung sanktionierte zudem erst vor zwei Wochen den Chef der "Bewegung der Ersten", Artur Orlow, sowie die Leiter ihrer Ableger in den besetzten ukrainischen Gebieten.
Kims Kriegskasse wächst: Fast 10 Milliarden Pfund
Die Einnahmen aus dem Lager sind für Kim Jong-un allerdings nur ein Bruchteil des Gesamtgeschäfts. Laut südkoreanischem Geheimdienst hat der Diktator insgesamt knapp 10 Milliarden Pfund aus Putins Krieg geschöpft. Im Gegenzug lieferte Pjöngjang Artilleriegranaten, Raketen, ballistische Waffen und tausende Soldaten.
Allein für die Entsendung seiner Truppen an die russische Front kassiert Kim demnach über 448 Millionen Pfund an sogenannten Gebühren. Moskau bezahlt den Machthaber mit Bargeld, Energielieferungen und Militärtechnologie. Für das weitgehend isolierte Land sind diese Summen gewaltig – die Vereinten Nationen bezifferten Nordkoreas gesamte Wirtschaftsleistung 2024 auf lediglich 12,8 Milliarden Pfund.
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj hat Kim seit 2024 rund 15.000 Soldaten nach Russland geschickt. Bis Februar dieses Jahres seien etwa 6.000 von ihnen getötet oder verwundet worden.
Menschenrechtler warnen: Programm könnte massiv ausgeweitet werden
Kateryna Rashevska vom Regionalen Zentrum für Menschenrechte mahnte, dass die bislang geringe Zahl identifizierter Kinder in Nordkorea keineswegs bedeute, dass Moskau das Programm nicht ausweiten werde. Allein 2024 flossen demnach umgerechnet 150 Millionen Pfund an russischen Staatsgeldern in das Deportationsprogramm.
Auch auf militärischer Ebene droht eine Eskalation. Der ukrainische Geheimdienst warnte, Putin könnte bis zu 50.000 weitere Soldaten aus Nordkorea anfordern. Pjöngjang wies diese Darstellung als "haltlos" zurück.
Selenskyj brachte Kims Kalkül diese Woche vor den Vereinten Nationen auf den Punkt: "Kim Jong-un benutzt sie wie eine Währung und bekommt etwas dafür." Für den nordkoreanischen Machthaber, um den sich neue Gerüchte um ein frühzeitiges Ableben ranken, bleibt der Krieg in der Ukraine ein äußerst lukratives Geschäft.
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ife/news.de/stg
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