Nach Todesgerüchten um Kim Jong-un: Schwester von Nordkorea-Machthaber lässt Soldaten aufmarschieren

Während weiter unbestätigte Berichte über den Tod des Nordkorea-Machthabers kursieren, bringt die Schwester von Kim Jong-un persönlich neue Feuerkrafteinheiten an der Grenze zu Südkorea in Stellung und droht mit Vergeltung.

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Während Kim Jong-uns Schwester persönlich neue Feuerkrafteinheiten an der Grenze zu Südkorea in Stellung bringt und Seoul mit Vergeltung droht, kursieren weiter unbestätigte Berichte über den Tod des nordkoreanischen Machthabers. (Foto) Suche
Während Kim Jong-uns Schwester persönlich neue Feuerkrafteinheiten an der Grenze zu Südkorea in Stellung bringt und Seoul mit Vergeltung droht, kursieren weiter unbestätigte Berichte über den Tod des nordkoreanischen Machthabers. Bild: picture alliance/dpa/KCNA via KNS/AP | Uncredited
  • Wilde Gerüchte um angeblichen Tod von Kim Jong-un
  • Schwester von Nordkorea-Machthaber lässt Soldaten aufmarschieren
  • Kim Yo-jong droht Südkorea mit Vergeltung

Seit Tagen ranken sich bizarre Gerüchte um Nordkoreas Machthaber, denen zufolge Kim Jong-un infolge einer Hirnblutung und eines Komas gestorben sein soll. Während bereits eifrig spekuliert wird, wer in Nordkorea das Ruder im tatsächlichen Fall des Ablebens von Kim Jong-un übernehmen könnte, hat sich die einflussreiche Schwester des Machthabers in Pose geworfen.

Schwester von angeblich verstorbenem Kim Jong-un lässt Soldaten an der Grenze aufmarschieren

Kim Yo-jong hat hat vor wenigen Tagen neue Feuerkrafteinheiten entlang der schwer bewaffneten nordkoreanischen Grenze zu Südkorea positionieren lassen. Die 42-Jährige besuchte persönlich die Frontlinie, um die Verstärkung der Grenzstellungen zu überwachen. Dabei richtete sie eine unmissverständliche Warnung an Seoul: "Unsere militärische Führung hat die Notwendigkeit betont, diese Schurken wissen zu lassen, dass unsere neuen Feuerkrafteinheiten ihre Feuerstellungen bezogen haben", erklärte sie laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Die Befestigungsmaßnahmen bezeichnete sie als "heiliges und großes Unterfangen".

Bei ihrer Inspektion der Grenzstellungen wurde Kim Yo-jong von Marschall Pak Jong Chon begleitet, einem hochrangigen Vertreter der Koreanischen Volksarmee. Gemeinsam beaufsichtigten sie die Soldaten, die mit der Verstärkung der Grenzanlagen betraut sind. Die Präsenz sowohl der mächtigen Schwester des Machthabers als auch eines der ranghöchsten Militärs des Landes an der Frontlinie unterstreicht die Bedeutung, die Pjöngjang der aktuellen Aufrüstung beimisst. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA betonte die nordkoreanische Führung dabei wiederholt die Bereitschaft, auf jede Form feindlicher Provokation mit Gegenmaßnahmen zu antworten.

Konflikt zwischen Nordkorea und Südkorea spitzt sich zu

Die Eskalation fällt in eine Phase wachsender Spannungen zwischen den beiden seit dem Koreakrieg verfeindeten Staaten. Gleichzeitig befeuern unbestätigte Gerüchte über den Gesundheitszustand von Machthaber Kim Jong-un die Spekulationen darüber, welche Rolle seine Schwester tatsächlich im nordkoreanischen Machtgefüge spielt.

Mutmaßlicher nordkoreanischer Landminen-Anschlag auf Südkorea-Soldaten heizt Konflikt an

Hintergrund der jüngsten Eskalation ist ein Vorfall im September 2026: Drei südkoreanische Soldaten erlitten bei schweren Landminenexplosionen Verletzungen. Die Sprengsätze wurden rasch Nordkorea zugeschrieben. Pjöngjang äußerte sich nicht zu den Vorwürfen, doch Vertreter des Regimes warnten vor harter Vergeltung im Falle weiterer Provokationen.

Bereits einen Tag vor ihrem Grenzbesuch am 20. Oktober hatte Kim Yo-jong eine weitere Drohung ausgesprochen. Nordkorea könnte demnach die gegen Seoul gerichteten Propagandasendungen über Lautsprecher an der Grenze wieder aufnehmen. Darüber hinaus stellte sie den Einsatz noch schlagkräftigerer Waffensysteme entlang der Demarkationslinie in Aussicht, sollte dies aus Sicht Pjöngjangs erforderlich werden. Die Kombination aus militärischer Aufrüstung und verbaler Eskalation markiert eine deutliche Verschärfung der ohnehin angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel.

Nordkorea-Regime ergeht sich in Drohgebärden - so reagiert Seoul

Südkoreas Generalstabschef Jin Yong-Sung wies die Drohungen von Kim Yo-jong als inakzeptabel zurück. Er wies die Streitkräfte an, auf mögliche Provokationen mit aller Entschlossenheit zu reagieren.

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Die militärische Eskalation wird von Spekulationen über den Gesundheitszustand des nordkoreanischen Machthabers begleitet. Zuletzt verbreitete der in den USA lebende chinesische Dissident Wanjun Xie die unbelegte Behauptung, Kim Jong-un habe eine Hirnblutung erlitten, sei ins Koma gefallen und verstorben. Sein Leichnam sei heimlich nach Pjöngjang überführt worden, so die nicht verifizierten Angaben.

Kims letzter öffentlicher Auftritt vor der Veröffentlichung neuer Aufnahmen datierte auf den 11. Oktober, als er ein Verteidigungsmuseum besuchte. Nur Stunden nach dem Aufkommen der Gerüchte verbreiteten nordkoreanische Staatsmedien Fotos, die den Machthaber bei der Besichtigung einer Bekleidungsausstellung zeigen sollen. Auf einem Bild ist zu sehen, wie er sich über einen kleinen rosafarbenen Kinderschuh beugt. Laut Pjöngjang fand der Besuch am Montag statt – internationale Beobachter konnten dies jedoch nicht unabhängig bestätigen.

Wer übernimmt die Macht in Nordkorea? Alle Augen auf Kim Yo-jong

Die unbelegten Todesgerüchte lösten umgehend Diskussionen über eine mögliche Nachfolge an der Spitze des Regimes aus. Fachleute gehen davon aus, dass Kim Yo-jong im Falle des Ablebens ihres Bruders die Kontrolle über den nuklear bewaffneten Staat übernehmen würde. Sie verfügt bereits jetzt über enormen Einfluss innerhalb des Machtapparats und gilt nach Einschätzung von Beobachtern als noch rücksichtsloser als Kim Jong-un selbst.

Es ist nicht das erste Mal, dass derartige Spekulationen aufkommen. Bereits 2020 verschwand der Diktator monatelang aus der Öffentlichkeit, woraufhin in sozialen Medien Gerüchte über seinen Tod die Runde machten. Damals behauptete ein ehemaliger Diplomat sogar, Kim liege im Koma und bereite die Machtübergabe an seine Schwester vor. Der Nordkorea-Analyst Benedict Rogers verwies darauf, dass ähnliche Gerüchte über den Tod des Machthabers schon in der Vergangenheit kursiert seien.

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