Donald Trump: Erbitterter Wahlkampf - erneuter Affront gegen den Papst

Derselbe Erzbischof, der Papst Leo noch vor Wochen gegen Trumps Verbal-Angriffe verteidigte, stand nun betend neben dem Präsidenten - und die Aufnahmen landeten direkt auf Trumps Wahlkampf-Account. Und der Vatikan tobt.

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US-Präsident Donald Trump (80) zieht im Wahlkampf alle Register.  (Foto) Suche
US-Präsident Donald Trump (80) zieht im Wahlkampf alle Register.  Bild: picture alliance/dpa/AP/Alex Brandon
  • Gebetstreffen mit Donald Trump im Oval Office sorgt für Ärger mit dem Vatikan
  • US-Bischofskonferenz distanziert sich von politisch brisantem Auftritt
  • Erzbischof James Golka betet für Trump – und gerät in Erklärungsnot
  • Kurz vor den Midterms: Vatikan wertet Gebetsclip als "Beleidigung für Papst Leo"

Kurz vor den US-Midterm-Wahlen sorgt ein Gebetstreffen im Weißen Haus für einen handfesten Eklat zwischen Washington und dem Vatikan. Mehrere katholische Bischöfe versammelten sich am Resolute Desk im Oval Office gemeinsam mit Präsident Donald Trump zum Gebet – und das Ganze landete prompt als Clip auf Trumps Wahlkampf-Account.

Rom reagierte mit unmissverständlicher Schärfe: Ein Kirchenvertreter bezeichnete das Treffen als "höchst unangemessen und eine Beleidigung für Papst Leo", wie der katholische Journalist Christopher Hale in seinem Newsletter "Letters from Leo" berichtete. Dass die Aufnahmen nur zwölf Tage vor den Kongresswahlen verbreitet wurden, dürfte die Empörung in Rom kaum gemildert haben.

Bischöfe mit gesenkten Köpfen am Präsidentenschreibtisch

Erzbischof James Golka aus Denver übernahm die Rolle des Vorbeters direkt neben Trump am berühmten Resolute Desk. "Wir erheben heute unseren Präsidenten vor dir", sprach er, während die übrigen Geistlichen andächtig die Köpfe neigten. Sein Erzbistum erklärte im Nachgang, Golka habe lediglich "Gottes Segen auf den Präsidenten und unser Land" herabgerufen und alle Gläubigen aufgefordert, für die Führung des Landes zu beten.

Neben Golka nahmen Bischof Edward Burns aus Dallas, Bischof Scott Bullock aus Rapid City sowie der emeritierte Erzbischof Joseph Naumann an dem Treffen teil. Eingefädelt hatte das Ganze kein kirchlicher Akteur, sondern ein Mitarbeiter der konservativen Heritage Foundation – was den politischen Beigeschmack der Zusammenkunft zusätzlich unterstreicht.

Papst-Affront von Donald Trump – Rom spricht Klartext

Die US-amerikanische Bischofskonferenz (USCCB) beeilte sich, jede Verbindung zu dem Treffen zu kappen. Man habe an der Organisation "keinerlei Anteil" gehabt, stellte die Konferenz unmissverständlich fest. Der Verweis auf das eigene Lehrschreiben folgte prompt: Darin halten die amerikanischen Bischöfe ausdrücklich fest, dass die Kirche weder einen Kandidaten noch eine Partei unterstützen dürfe.

Aus Rom fiel das Urteil noch deutlich härter aus. Ein vatikanischer Kirchenvertreter stufte die Zusammenkunft nicht nur als "höchst unangemessen" ein, sondern wertete sie zugleich als "Beleidigung für Papst Leo", berichtet "t-online.de". Angesichts des Timings – knapp zwei Wochen vor den Midterm-Wahlen – und der sofortigen Verwertung als Wahlkampfmaterial dürfte diese Einschätzung in Rom breite Zustimmung finden.

US-Präsident Donald Trump steht kurz vor den Zwischenwahlen unter Druck. Die Gebets-Szene öffentlich zu vermarkten, ist nur ein Mittel von vielen. Sogar ein ominöses Geldversprechen lieferte der US-Präsident, sollte man ganz im Sinne Trumps wählen.

Vom Papst-Verteidiger zum Trump-Beter

Besonders brisant ist die Rolle Golkas mit Blick auf die jüngste Vergangenheit. Erst wenige Wochen vor dem Oval-Office-Auftritt hatte sich der Erzbischof öffentlich vor Papst Leo gestellt, als Trump den Pontifex scharf attackierte. Golkas damaliges Argument: Die Aufgabe des Papstes sei "pastoral, nicht politisch". Dass ausgerechnet er nun in einer Szene auftaucht, die unmittelbar als politisches Werbematerial eingesetzt wurde, macht die Angelegenheit für den Vatikan doppelt heikel.

Das Verhältnis zwischen Rom und der Trump-Regierung gilt ohnehin als schwer belastet. Das Gebetstreffen am Resolute Desk dürfte die diplomatische Eiszeit zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Weißen Haus weiter verschärft haben.

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