Donald Trump: "Wenn wir verlieren, bekommt ihr nichts" – Trump erpresst Wähler mit 5.000 Dollar
5.000 Dollar für jeden erwachsenen US-Bürger, aber nur bei einem Wahlsieg der Republikaner. Mit diesem Versprechen sorgt Donald Trump vor den Midterms für Diskussionen. Kritiker werfen ihm vor, Wähler zu bestechen.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Donald Trump verspricht erwachsenen US-Bürgern 5.000 Dollar, falls die Republikaner Midterms gewinnen
- Angekündigte "Trump-Dividende" müsste vom Kongress bewilligt werden
- Umfragen zeigen niedrige Zustimmungswerte für Trump
Knapp zwei Wochen vor den Midterms machte Donald Trump bei einer Kundgebung in South Carolina ein ungewöhnliches Versprechen: 5.000 Dollar für jeden erwachsenen US-Bürger. Die sogenannte "Trump-Dividende" soll es aber nur geben, wenn die Republikaner bei den Wahlen erfolgreich sind. Das Versprechen wirft jedoch Fragen auf: Wie soll die Auszahlung finanziert werden, wer müsste sie genehmigen und ist die Ankündigung überhaupt umsetzbar?
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5.000 Euro bei Wahlsieg: Versucht Donald Trump, Wähler zu kaufen?
"Wenn ihr ein republikanisches Repräsentantenhaus und einen republikanischen Senat am 3. November wählt, bekommt ihr 5.000 Dollar", tönte Trump vor seinen Anhängern. "Und wenn wir verlieren, bekommt ihr nichts. Ihr bekommt gar nichts! Macht die Wahlentscheidung doch viel einfacher." Das Geld solle aus den Zolleinnahmen finanziert werden und müsse innerhalb der USA ausgegeben werden. Trump bezifferte das Gesamtvolumen der geplanten Dividende auf rund eine Billion Dollar. Eine Auszahlung wäre allerdings nicht allein Sache des US-Präsidenten: Dafür müsste der Kongress die entsprechenden Mittel bewilligen.
Das 5.000-Dollar-Versprechen ist nicht die einzige Ankündigung, mit der Trump finanzielle Unterstützung an einen republikanischen Wahlerfolg knüpft. Bei einem Auftritt in North Carolina versprach er, Entschädigungsforderungen von Betroffenen des Trinkwasser-Skandals rund um die Militärbasis Camp Lejeune über sein Justizministerium begleichen zu lassen. Auch dabei stellte er einen Zusammenhang mit dem Wahlausgang her: "Wenn wir nicht gewinnen, gibt es kein Geld – wenn wir gewinnen, bekommt ihr es!" In Kentucky stellte der Präsident zudem eine Investition von 100 Millionen Dollar in ein Pharmaunternehmen in Aussicht – ebenfalls unter der Voraussetzung eines republikanischen Wahlsiegs. Die dort entstehenden Arbeitsplätze seien andernfalls hinfällig.
Trump selbst bezeichnet solche an Bedingungen geknüpften Zusagen als "Goodies", also Geschenke. Der demokratische Stratege Dan Pfeiffer sieht das laut "Bild" deutlich kritischer: Er spricht von Machtmissbrauch und Bestechung. Das sind politische Bewertungen, keine gerichtlichen Feststellungen.
"Glatter Stimmenkauf": Kritik an Trumps Geldversprechen
Auf der Plattform X verbreitete der Journalist Aaron Rupar einen Video-Ausschnitt von Trumps Ankündigung. Unter dem Beitrag äußerten sich Nutzer kritisch. "Einfach nur offener Stimmenkauf", kommentierte einer. Ein anderer fragte: "Wer soll die 1,4 Billionen Dollar bezahlen, die das kosten würde?" Auch die Umsetzbarkeit der angekündigten Zahlung wurde infrage gestellt. "Selbst wenn Trump nicht lügt und den Leuten tatsächlich 5.000 Dollar geben will, kann er das ohne Bewilligung durch den Kongress nicht tun. Und selbst wenn die Republikaner gewinnen, bezweifle ich, dass sie das absegnen", schrieb ein anderer X-Nutzer. Weitere Kommentare zogen Vergleiche zu früheren US-Präsidenten: "Stellt euch vor, wie MAGA reagieren würde, wenn Biden oder Obama so etwas gesagt hätten." Ein anderer Nutzer schrieb: "So unamerikanisch und unpräsidial wie es nur geht."
Millionen für den Wahlkampf: Trump und seine Unterstützer investieren kräftig
Die Midterm-Wahlen sind auch ein finanzieller Kraftakt. Die diesjährigen Zwischenwahlen könnten mit geschätzten elf Milliarden Dollar an Werbeausgaben einen neuen Höchststand erreichen. Trumps politische Aktionskomitees haben seit Anfang September nach Angaben der Nachrichtenagentur AP fast 277 Millionen Dollar für die Unterstützung republikanischer Kandidaten ausgegeben. Auch Elon Musk unterstützt die Republikaner mit erheblichen Summen. Nach Reuters-Berichten hatte der Tech-Milliardär bis Mitte Oktober rund 366 Millionen Dollar für den Wahlzyklus 2026 ausgegeben, davon etwa 276 Millionen Dollar seit Juli. Hohe Ausgaben allein garantieren allerdings keinen Wahlerfolg. Die Republikaner müssen sich nicht nur gegen die Konkurrenz der Demokraten behaupten, sondern auch mit der Bewertung von Trumps Amtsführung auseinandersetzen.
Umfragen setzen Trump unter Druck
Die Zustimmungswerte des Präsidenten liegen im historischen Vergleich niedrig. In einer am 18. Oktober veröffentlichten Umfrage von Washington Post, ABC News und Ipsos bewerteten 33 Prozent der befragten US-Erwachsenen Trumps Amtsführung positiv; 66 Prozent äußerten sich ablehnend. Auch andere aktuelle Umfragen zeigen eine schwierige Ausgangslage für die Republikaner. Wie sich diese Stimmung am Wahltag auswirkt, lässt sich daraus jedoch nicht mit Sicherheit ableiten. Umfragewerte bilden die Meinung der Befragten zum jeweiligen Erhebungszeitpunkt ab und sind keine Wahlergebnisse.
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