Donald Trump: US-Präsident liebäugelt mit Dreiergipfel

Ein Treffen mit Donald Trump und Xi Jinping könnte Wladimir Putin eine Bühne für seine Großmachtambitionen bieten. Während der Kreml offenbar einen Dreiergipfel ins Spiel bringt, warnt Wolodymyr Selenskyj vor Gesprächen über seinen Kopf hinweg.

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Donald Trump angeblich bereit für Dreiergipfel mit Wladimir Putin und Xi Jinping. (Foto) Suche
Donald Trump angeblich bereit für Dreiergipfel mit Wladimir Putin und Xi Jinping. Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa/dpa
  • Trump signalisiert Bereitschaft für Treffen mit Putin und Xi
  • Ukraine-Krieg könnte Thema bei Dreiergipfel sein
  • Selenskyj fordert Mitsprache bei Verhandlungen

Donald Trump zeigt sich offen für ein Treffen mit Wladimir Putin und Xi Jinping. Der US-Präsident will dabei über Atomwaffen und nukleare Abrüstung sprechen, schließt aber weitere Themen wie den Ukraine-Krieg ausdrücklich nicht aus. In Kiew wächst deshalb die Sorge, dass die Zukunft des Landes zwischen Washington, Moskau und Peking verhandelt werden könnte.

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Donald Trump plant angeblich Dreiergipfel mit Wladimir Putin und Xi Jinping

Laut US-Medienberichten könnte das Treffen im November am Rande des APEC-Gipfels im chinesischen Shenzhen stattfinden. Die Initiative soll vom Kreml ausgegangen sein. Die "Washington Post" berichtete, Putin habe den Vorschlag eingebracht. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte entsprechende Gespräche. Aus Peking kamen bislang keine konkreten Signale. Außenamtssprecherin Mao Ning erklärte, sie habe derzeit keine Informationen zu einem solchen Treffen, die sie mitteilen könne.

Ukraine-Krieg: Selenskyj trifft US-Sondergesandten in Oslo

Während die Spekulationen über den möglichen Dreiergipfel zunehmen, reiste der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Dienstag nach Oslo. In der norwegischen Hauptstadt traf er den US-Sondergesandten Steve Witkoff, Norwegens Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre und Finnlands Präsidenten Alexander Stubb. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner wurde per Video zugeschaltet. Auch Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Polens sowie der EU und der Nato nahmen an den Gesprächen teil.

Das von Norwegen und Finnland vermittelte Treffen sollte vor allem das zuletzt stark belastete Verhältnis zwischen Kiew und Washington wieder auf eine diplomatische Grundlage stellen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem Sicherheitsgarantien für die Ukraine, territoriale Fragen und die europäische Sicherheitsarchitektur nach einem möglichen Kriegsende.

Selenskyj warnt vor Verhandlungen über den Kopf der Ukraine hinweg

Für Selenskyj steht eine zentrale Bedingung fest: Über die Zukunft seines Landes darf nicht ohne die Ukraine entschieden werden. Der Präsident machte in Oslo unmissverständlich klar, dass Verhandlungen ohne Beteiligung Kiews nicht hinnehmbar seien. Gespräche über die Ukraine seien "nur akzeptabel, wenn wir am Verhandlungstisch sitzen", betonte Selenskyj. Das sei "absolut klar". Auch Außenminister Andrij Sybiha warnte vor einem Dreiergipfel zwischen den USA, Russland und China. Ein solches Treffen würde Moskau seiner Einschätzung nach lediglich darin bestärken, den Krieg fortzuführen. Putin habe sich seinen Platz bei solchen Gesprächen nicht verdient, schrieb Sybiha auf der Plattform X. "Das Einzige, was ihm diesen Platz verschaffen könnte, wäre ein ernsthafter Schritt in Richtung Frieden - etwa die Annahme eines Vorschlags für einen Waffenstillstand noch vor einem solchen Treffen."

Damit macht Kiew deutlich, wie groß die Sorge vor einer diplomatischen Verständigung der Großmächte auf Kosten der Ukraine ist. Besonders kritisch wäre aus ukrainischer Sicht, wenn über Gebietsfragen und Sicherheitsgarantien entschieden würde, ohne dass die Regierung in Kiew ihre Interessen selbst vertreten kann.

US-Geheimdienstinformationen: Frühwarnungen vor russischen Angriffen wieder aktiv

Bei den Gesprächen in Oslo ging es nicht nur um mögliche Friedensverhandlungen. Auch die Weitergabe amerikanischer Geheimdienstinformationen an die Ukraine war ein wichtiges Thema. Selenskyj bestätigte am Abend, dass die USA Kiew wieder über bevorstehende russische Angriffe informieren. "Wir sind dankbar dafür, dass die Geheimdienstarbeit funktioniert", sagte der ukrainische Präsident. Besonders die Frühwarnungen seien für den Schutz der Zivilbevölkerung unverzichtbar – "für Kinder, Erwachsene, Zivilisten". Nach Angaben Selenskyjs kam die Wiederaufnahme im Zuge von Gesprächen mit mehreren Vertretern der US-Regierung zustande. Dazu gehörte auch ein Telefonat mit Außenminister Marco Rubio.

In den Wochen zuvor hatte Kiew beklagt, Washington halte wichtige Aufklärungsdaten zurück. Die US-Regierung hatte entsprechende Einschränkungen bestritten. Für die ukrainische Luftverteidigung sind solche Informationen von großer Bedeutung: Sie können helfen, ballistische Raketen und Drohnenangriffe rechtzeitig zu erkennen und Schutzmaßnahmen einzuleiten.

Ukraine-Verhandlungen: Witkoff reist mit Vorschlägen nach Russland

Nach den Gesprächen in Oslo soll die Diplomatie auf russischer Seite weitergehen. Norwegens Ministerpräsident Støre kündigte an, dass US-Sondergesandter Steve Witkoff am folgenden Tag nach Russland reisen werde. "Steve Witkoff wird morgen nach Sankt Petersburg fliegen, um dort Gespräche mit der russischen Führung zu führen", erklärte Støre auf einer Pressekonferenz. Witkoff werde Vorschläge präsentieren, die europäische und amerikanische Vertreter gemeinsam erarbeitet hätten. Damit sollen die Ergebnisse des Oslo-Treffens direkt an die russische Führung herangetragen werden. Finnlands Präsident Stubb bewertete den Tag als Fortschritt in die richtige Richtung. Auch Selenskyj bezeichnete den Austausch mit Witkoff als bedeutsam. Zugleich mahnte er, auf allen Ebenen gemeinsam an den notwendigen Entscheidungen zur Beendigung des Krieges zu arbeiten. Ob Moskau zu Zugeständnissen bereit ist, bleibt offen. Dem Ausgangstext zufolge hat Putin bislang sämtliche Waffenruhe-Angebote zurückgewiesen.

Trump erhöht den Druck auf Selenskyj – Putin verfolgt Großmachtstrategie

Während die europäischen Verbündeten um eine gemeinsame diplomatische Linie bemüht sind, verschärft Trump den Druck auf Kiew. Der US-Präsident forderte Selenskyj auf, einen "Deal" zu schließen. Andernfalls werde es "schlecht ausgehen". Zudem legte er dem ukrainischen Präsidenten nahe, jemand anderen mit den Verhandlungen zu betrauen. Gleichzeitig steht Putins Vorstoß für einen möglichen Dreiergipfel im Raum. Laut "t-online.de" verfolgt der Kremlchef damit ein strategisches Ziel: Er wolle den Ukraine-Krieg zur Angelegenheit dreier Großmächte machen und sowohl die Ukraine als auch Europa vom Verhandlungstisch fernhalten. Für Putin wäre ein solches Format eine Gelegenheit, Russland als gleichrangigen Verhandlungspartner der USA und Chinas zu präsentieren. Für Kiew hingegen besteht die Gefahr, dass über zentrale Fragen des Krieges entschieden wird, ohne dass die Ukraine selbst gleichberechtigt beteiligt ist.

Auch für Trump spielt die innenpolitische Lage eine Rolle. Am 3. November stehen Kongresswahlen an, und hohe Energiepreise infolge des Iran-Krieges belasten die Republikaner. Russische Diesellieferungen und gelockerte Sanktionen sollen dazu beitragen, die Kosten vor dem Urnengang zu drücken.

Ob der mögliche Dreiergipfel tatsächlich zustande kommt und welche Rolle die Ukraine dabei spielen wird, ist bislang offen. Klar ist jedoch: Während Trump und Putin über neue Gesprächsformate nachdenken, kämpft Selenskyj darum, dass sein Land bei Entscheidungen über seine eigene Zukunft nicht übergangen wird.

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/gom/news.de/dpa/stg

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