Greift Putin im Winter an?: "Wir haben noch zwei Monate" – Experte warnt Nato vor Konfrontation

Nur noch zwei Monate – dann droht nach Einschätzung des polnischen Sicherheitsexperten Jacek Siewiera eine massive Eskalation russischer Angriffe auf kritische Infrastrukturen in Europa. Bereits vor drei Jahren warnte er vor genau diesem Szenario, nun sieht er sich durch die Realität bestätigt.

Erstellt von - Uhr

Greift Wladimir Putin im Winter die Nato an? (Foto) Suche
Greift Wladimir Putin im Winter die Nato an? Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Vyacheslav Prokofyev
  • Jacek Siewiera warnt vor einer Eskalation der russischen Bedrohung im Winter
  • Kritische Infrastruktur und zivile Einrichtungen könnten ins Visier geraten
  • Der Experte sieht die Nato trotz wachsender Spannungen nicht vor dem Zerfall

Der polnische Sicherheitsexperte Jacek Siewiera schlägt Alarm: Die Nato müsse sich auf eine bevorstehende Konfrontation mit Russland vorbereiten. Der frühere Leiter des polnischen Nationalen Sicherheitsbüros rechnet mit einer massiven Zunahme hybrider Angriffe in den kommenden Wintermonaten.

Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende des Artikels.

Russland vor Eskalation? Experte warnt vor kritischem Winter für die Nato

"Stehen wir am Rande einer Konfrontation? Ich glaube schon, dass ihre grundlegenden Auswirkungen noch vor uns liegen und sich in diesem Winter zeigen werden", erklärte Siewiera im Gespräch mit "Radio ZET". Dabei verwies er auf ein enges Zeitfenster: "Wir haben noch zwei Monate." Besonders Attacken auf kritische Infrastrukturen hält er für wahrscheinlich.

Laut Siewiera könnte sich die hybride Kriegsführung Moskaus konkret gegen Versorgungsnetze, staatliche Verwaltungen und zivile Ziele richten. Die aggressive Vorgehensweise der Russischen Föderation stelle eine direkte Bedrohung sowohl für Polen als auch für das gesamte westliche Verteidigungsbündnis dar.

Der Sicherheitsexperte unterstrich, dass seine Warnungen keineswegs neu seien. Bereits vor drei Jahren habe er auf die Notwendigkeit hingewiesen, sich auf einen solchen Konflikt einzustellen. Nun sieht er seine damaligen Befürchtungen durch die aktuelle Entwicklung bestätigt – die Bedrohungslage habe sich seither kontinuierlich verschärft.

Siewiera schließt Spaltung der Nato aus

Trotz der verschärften Sicherheitslage sieht der Experte die Einheit des transatlantischen Bündnisses nicht in Gefahr. Diskussionen über ein mögliches Auseinanderbrechen der Nato wies Siewiera bei "Radio ZET" entschieden zurück. Solche Debatten seien lediglich Bestandteil politischer Taktiererei.

Auch für den Fall eines direkten militärischen Vorgehens des Kremls gegen ein Mitgliedsland hält der ehemalige Chef des Nationalen Sicherheitsbüros eine Aufspaltung der Allianz für ausgeschlossen. Die Geschlossenheit des westlichen Verteidigungsbündnisses werde auch unter zunehmendem Druck Bestand haben.

Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie hier:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.