Ukraine-Krieg aktuell: Zermürbte Putin-Soldaten packen über wahre Zustände aus

In seinem Ukraine-Krieg ist Wladimir Putin auf stetigen Soldatennachschub angewiesen - doch wie ergeht es den Kämpfern des Kreml-Chefs tatsächlich an der Front? Zwei Soldaten packen jetzt aus und enthüllen erschreckende Zustände.

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Für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist Wladimir Putin auf russische Soldaten angewiesen - zwei von ihnen enthüllen nun haarsträubende Zustände in Putins Armee. (Foto) Suche
Für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist Wladimir Putin auf russische Soldaten angewiesen - zwei von ihnen enthüllen nun haarsträubende Zustände in Putins Armee. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Vyacheslav Prokofyev
  • Wladimir Putin zermürbt russische Soldaten im Ukraine-Krieg
  • Unterbezahlt, kriegsversehrt, hoffnungslos: Putins Soldaten klagen ihr Leid
  • "Keiner von uns wusste, wie man kämpft": Putin schickt Rekruten unvorbereitet in den Front-Tod

Mehr als vier Jahre nach der russischen Teilmobilisierung für Wladimir Putins Ukraine-Krieg zeichnet sich ein erschütterndes Bild der Lage eingezogener Soldaten ab. Wie das Exilportal "Meduza" berichtet, sind die damals rekrutierten Männer körperlich und seelisch am Ende. Zwei Soldaten schildern in dem Bericht ihre persönlichen Erfahrungen an der ukrainischen Front – und beschreiben eine Realität aus extremen Verlusten, schweren Verwundungen und völliger Hoffnungslosigkeit.

Russische Soldaten von Wladimir Putins Angriffskrieg zermürbt

Von einer 35-köpfigen Einheit sind demnach nur noch vier Mitglieder übrig. Die übrigen wurden getötet oder schwer verletzt. Trotz fehlender militärischer Ausbildung wurden die Mobilisierten direkt in Kampfgebiete geschickt. Hinzu kommen ein Sold, der unter dem früheren Zivilgehalt liegt, und die faktische Unmöglichkeit, aus dem Dienst entlassen zu werden.

Putin-Soldat packt aus über falsche Versprechen und Schock an der Frontlinie

Der von "Meduza" unter dem Pseudonym Maxim zitierte Soldat berichtet, dass er seine Einberufung lange nicht wahrhaben konnte. "Es war wie in einer Reality-Show. Ich dachte, sie würden uns ansehen und sagen: 'Geht nach Hause, Leute'", erinnert er sich. Während der Ausbildung habe man den Rekruten versichert, sie würden lediglich zur Landesverteidigung herangezogen – nicht für Fronteinsätze. Stattdessen wurden die Männer ohne Angabe des Ziels in einen Zug verfrachtet und per Lastwagen direkt ins Kampfgebiet transportiert. Als den Soldaten klar wurde, wohin die Fahrt ging, herrschte Entsetzen. Militärisches Handwerk hatte ihnen zuvor niemand beigebracht. "Keiner von uns wusste wirklich, wie man kämpft, aber Befehl war Befehl", so Maxim.

Russland-Soldaten sterben in Scharen an der Front - Schwerverletzte ohne Chance auf Entlassung oder Flucht

Die Verluste in Maxims Einheit sind verheerend: Von ursprünglich 35 Mitgliedern existieren nur noch vier. Sämtliche anderen Kameraden wurden entweder getötet oder erlitten so schwere Verwundungen, dass sie ausfielen. "Jeder Verlust von Freunden oder Kollegen ist deprimierend und belastend. Besonders, wenn sie in meinen Armen sterben", schildert der Soldat, der selbst bleibende Schäden davonträgt und auf einem Auge blind und auf einem Ohr taub ist. Doch die Militärärzte winkten ab: Das jeweils andere Auge und Ohr funktioniere noch. Eine Entlassung aus der Armee sei ausschließlich bei Verlust von Gliedmaßen möglich. Auch Flucht bietet keinen Ausweg. Maxim kennt Deserteure, die nach Jahren des Untertauchens gefasst wurden. Fast alle gelten inzwischen als vermisst.

Wladimir Putin zahlt seinen Soldaten Hungerlohn statt versprochener Kriegsprämien

Auch finanziell erweist sich der Einsatz als bittere Enttäuschung. Maxim verdient nach eigenen Angaben weniger als in seinem früheren zivilen Beruf. Das weitverbreitete Bild vom gut bezahlten Frontsoldaten entspreche nicht der Realität. "Alle denken, wir würden viel verdienen, aber niemand weiß, dass es für die Armee nur ein Hungerlohn ist", beklagt er. Gelinge es ihm, umgerechnet rund 1.000 Euro monatlich an seine Familie zu überweisen, betrachte er das bereits als Glücksfall. Für die Mobilisierten bleibt damit weder ein finanzieller noch ein persönlicher Anreiz, weiterzukämpfen. Einen legalen Weg aus dem Kriegsdienst gibt es für sie dennoch nicht – die Aussichtslosigkeit ist total.

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