Dmitri Peskow: Putin-Vertrauter droht Elon Musk vielsagend mit "rücksichtslosem Schritt"

Putin-Sprecher Dmitri Peskow nimmt kein Blatt vor den Mund - Moskau droht Elon Musk offen: Sollte der Tech-Milliardär sein Starlink-Netz für ukrainische Angriffe tief in Russland freischalten, wäre das ein "gefährlicher und rücksichtsloser Schritt".

Erstellt von - Uhr

Dmitri Peskow (Foto) hat eine deutliche Warnung in Richtung von Elon Musk ausgesprochen. (Foto) Suche
Dmitri Peskow (Foto) hat eine deutliche Warnung in Richtung von Elon Musk ausgesprochen. Bild: picture alliance/dpa | Ulf Mauder
  • Putin-Vertrauter droht Elon Musk offen
  • Ukraine will Putins Raketenwerfer ausschalten
  • Ukraine-Krieg aktuell: Satellitennetzwerk nicht für Putin-Angriff
  • Peskow irritiert mit möglichem Putin-Auftritt

Der Kreml hat Elon Musk unmissverständlich gewarnt: Eine Freigabe seines Starlink-Satellitennetzes für ukrainische Angriffe tief auf russischem Staatsgebiet wäre aus Moskauer Sicht inakzeptabel. Kremlsprecher Dmitri Peskow äußerte sich in einem Interview mit dem russischen Sender "Vesti" unmissverständlich. Es war nicht die einzige Warnung mit Bezug zu Wladimir Putin - ein Ex-Pentagon-Mitarbeiter warnte zuletzt vor einer unbedachten Reaktion des Kremlchefs.

Weitere Politik-Artikel finden Sie unter diesem Text.

Putin-Vertrauter droht Elon Musk offen

"Was die Bereitstellung von Musks Satellitensystemen für die Durchführung von Angriffen tief in Russland betrifft, wäre das ein sehr schädlicher, potenziell gefährlicher und rücksichtsloser Schritt", sagte Peskow. Der Sprecher des russischen Präsidenten unterstrich dabei, dass Moskau über die nötigen technologischen und militärischen Mittel verfüge, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Jede derartige Eskalation werde man äußerst ernst nehmen.

Ukraine will Putins Raketenwerfer ausschalten

Auslöser der Kreml-Reaktion ist der zunehmende internationale Druck auf den Milliardär. Zuletzt hatte sich Finnlands Präsident Alexander Stubb öffentlich an Musk gewandt und forderte ihn auf, den Einsatzradius von Starlink auszuweiten. Konkret ging es Stubb darum, den ukrainischen Streitkräften die Möglichkeit zu geben, russische ballistische Raketenwerfer weit innerhalb der russischen Grenzen gezielt anzugreifen.

Die Ukraine drängt seit geraumer Zeit darauf, die Reichweite des Satellitennetzes für genau solche Operationen nutzen zu dürfen. Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Musk eine solche Ausweitung bislang jedoch abgelehnt - mit dem Argument, dass Angriffe auf russisches Territorium über sein Netzwerk eine Eskalation darstellen würden.

Ukraine-Krieg aktuell: Satellitennetzwerk nicht für Putin-Angriff

Seit Kriegsbeginn ist das Satellitennetzwerk von SpaceX für die ukrainischen Streitkräfte zu einem unverzichtbaren Instrument geworden. Sowohl die Kommunikation auf dem Schlachtfeld als auch der Einsatz von Drohnen hängen maßgeblich von der Starlink-Infrastruktur ab.

Kurz nach dem Einmarsch Russlands hatte ein ukrainischer Regierungsvertreter über die Plattform X um Unterstützung gebeten. Musk reagierte damals rasch: "Der Starlink-Dienst ist jetzt in der Ukraine aktiv. Weitere Terminals sind unterwegs."

Doch während das Netzwerk für defensive Zwecke und Kommunikation breit eingesetzt wird, blieb die Nutzung für offensive Schläge gegen Ziele auf russischem Staatsgebiet ein hochsensibles Thema. Diese rote Linie hat Musk bislang nicht überschritten - trotz des wachsenden Drucks aus Kiew und von internationalen Partnern.

Musks Unbehagen über die Waffe, die er nicht bauen wollte

Der SpaceX-Gründer hadert seit Langem mit der militärischen Verwendung seiner zivilen Technologie. Als die Ukraine begann, über Starlink ferngesteuerte Sprengstoff-Drohnenboote zu steuern, zeigte sich Musk zunehmend unwohl. In einem Interview für seine von Walter Isaacson verfasste Biografie fragte er rhetorisch: "Wie bin ich in diesen Krieg geraten?" Starlink sei nicht für Kriege gedacht gewesen, sondern dafür, "dass Leute Netflix schauen, sich entspannen, online zur Schule gehen und gute, friedliche Dinge tun - nicht für Drohnenangriffe".

Peskow irritiert mit möglichem Putin-Auftritt

Im selben Interview mit "Vesti" ging der Kremlsprecher auch auf das breitere geopolitische Umfeld ein. Die Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten befänden sich derzeit "nicht in bester Verfassung", so Peskow.

Zur Frage, ob Russlands Präsident Wladimir Putin am bevorstehenden G20-Gipfel teilnehmen werde, hielt sich der Sprecher bedeckt. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Zugleich stellte Peskow klar, dass Moskau unabhängig von Putins persönlicher Anwesenheit eine aktive Rolle im G20-Prozess spielen werde. "In jedem Fall wird Russland aktiv an der Arbeit der G20 mitwirken", betonte er.

Lesen Sie außerdem noch diese Artikel:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.