Wladimir Putin: Paranoia vor "Enthauptungsschlag" - Wirbel um geheimen Atombunker

Sechs neue Tunneleingänge, reaktivierte Sowjet-Technologie und ein System, das auch ohne lebende Befehlshaber einen nuklearen Gegenschlag auslösen kann: Tief im Ural-Gebirge baut Wladimir Putin seine "atomare Weltuntergangsmaschine" aus - und ein ehemaliger Pentagon-Vertreter warnt vor der mutmaßlichen Paranoia des Kremlchefs.

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Wladimir Putin führt seit Februar 2022 offen Krieg gegen die Ukraine. (Foto) Suche
Wladimir Putin führt seit Februar 2022 offen Krieg gegen die Ukraine. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Vyacheslav Prokofyev
  • Wladimir Putin lässt Geheimanlage aufrüsten
  • Putins nuklearer Gegenschlag ohne menschlichen Befehl möglich
  • Kreml schweigt zu geheimem Atom-Bunker

Tief im Ural-Gebirge rüstet Russland einen streng geheimen Bunkerkomplex auf, der im Ernstfall einen nuklearen Vergeltungsschlag auslösen soll. Bei der Anlage handelt es sich um "Objekt 1335" - die Kommandozentrale des Systems "Perimeter", das im Westen unter dem Namen "Tote Hand" bekannt ist. Zuletzt wurde in diesem Zusammenhang von mehreren Geheimdiensten über mögliche russische Angriffe auf Nato-Boden spekuliert.

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Wladimir Putin lässt Geheimanlage aufrüsten

Wie Recherchen des dänischen Investigativmediums "Danwatch" zeigen, hat Moskau die noch aus dem Kalten Krieg stammende Infrastruktur in den vergangenen Jahren erheblich modernisiert. Satellitenaufnahmen dokumentieren großflächige Baumaßnahmen an dem Bergmassiv. Ehemalige russische Militärangehörige bestätigen zudem, dass das System bereits 2023 wieder in Betrieb genommen wurde.

Putins nuklearer Gegenschlag ohne menschlichen Befehl möglich

Die unterirdische Anlage befindet sich im Inneren des Bergs Koswinski und fungiert als Ausweichzentrale der russischen strategischen Raketenstreitkräfte. Ihr Zweck: Sollte ein feindlicher Erstschlag die politische und militärische Führung des Landes ausschalten, kann von dort aus ein nuklearer Vergeltungsangriff koordiniert werden - automatisiert oder zumindest teilautomatisiert.

Das während des Kalten Krieges konzipierte System gewährleistet, dass Startbefehle an sämtliche Atomwaffen des Landes übermittelt werden können, selbst wenn kein Entscheidungsträger mehr handlungsfähig ist. Allerdings:Ob und in welchem Umfang die aktuelle Version tatsächlich vollautomatisch einen Atomschlag auslösen kann, ist nicht eindeutig belegt.

Kreml schweigt zu geheimem Atom-Bunker

Die Erkenntnisse von "Danwatch" stützen sich unter anderem auf Satellitenbilder, die weitreichende Erdarbeiten rund um den Berg Koswinski dokumentieren. Demnach wurden an der streng abgeschirmten Anlage offenbar sechs zusätzliche Eingänge errichtet. Die Aufnahmen belegen damit eine deutliche Erweiterung des unterirdischen Komplexes.

Ergänzt werden die Satellitenaufnahmen durch interne Dokumente, die auf eine systematische Modernisierung der Kommandoinfrastruktur hindeuten. Zusammengenommen zeichnen die Belege das Bild eines umfassenden Ausbauprogramms. Der Kreml äußert sich zu den Rechercheergebnissen nicht. Auf eine Anfrage der dänischen Journalisten reagierte das russische Präsidialamt ohne jede Antwort.

Wladimir Putins mutmaßliche Paranoia vor dem "Enthauptungsschlag"

Westliche Sicherheitsexperten betrachten die Aufrüstung mit großer Sorge. Andy Weber, einst als stellvertretender US-Verteidigungsminister für nukleare Abwehrprogramme zuständig, sieht die Baumaßnahmen als Teil von Putins umfassender militärischer Aufrüstungsstrategie.

  • "Ich habe keinen Grund zu der Annahme, dass es sich nicht darum handelt. Putin ist sehr paranoid, was Enthauptungsschläge angeht", erklärte Weber gegenüber "Danwatch".

Die Einschätzung des früheren Pentagon-Vertreters unterstreicht, wie ernst die Bedrohungslage in Fachkreisen eingestuft wird. Demnach treibt den russischen Präsidenten möglicherweise die Furcht an, dass ein gezielter westlicher Angriff die gesamte Führungsspitze auf einen Schlag ausschalten könnte. Die Modernisierung von "Objekt 1335" wäre in diesem Kontext Moskaus Versicherungspolice für den schlimmsten aller Fälle.

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