Donald Trump: Blamage pur beim Parteitag – US-Präsident schießt sich selbst ins politische Aus

Donald Trump sorgt mit seiner Rede beim Parteitag der Republikaner für Aufsehen. Ein ungewöhnlicher Wahlaufruf und Aussagen zur Lage der USA lösen bei seinen politischen Gegnern Spott und heftige Kritik aus.

Erstellt von - Uhr

Trump sorgt mit Parteitagsrede für Empörung: Spott über seinen ungewöhnlichen Aufruf (Foto) Suche
Trump sorgt mit Parteitagsrede für Empörung: Spott über seinen ungewöhnlichen Aufruf Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Niall Carson
  • Trump fordert seine Anhänger auf, sich ihn erneut auf dem Wahlzettel vorzustellen
  • Demokraten nutzen seine Aussagen für spöttische Reaktionen
  • Auch Trumps "positive Bilanz" der vergangenen zwei Jahre sorgt für Kritik

Mehr News rund um US-Präsident Donald Trump finden Sie am Ende des Artikels.

Die bisherige Bilanz des US-Präsidenten mit Blick auf die Midterms fiel bisher nicht besonders gut aus. Deshalb wollte Donald Trump seine Republikaner auf die bevorstehenden Zwischenwahlen einschwören. Stattdessen sorgte Trump bei einem Parteitag in Dallas mit einigen Aussagen für reichlich Spott und Kritik im Netz. Besonders ein ungewöhnlicher Wahlaufruf wurde von seinen politischen Gegnern dankbar aufgegriffen.

Trump bittet um eine besondere Vorstellung

Am ersten Abend der republikanischen Veranstaltung hielt Trump "Raw Story" zufolge eine längere Rede und sprach dabei über die wirtschaftliche Lage sowie die kommenden Zwischenwahlen. Um die Anhänger für die Abstimmung zu mobilisieren, griff er zu einem ungewöhnlichen Vergleich. "Ich bitte Sie, so zu tun, als stünde ich auf dem Wahlzettel. Nur noch einmal."

Für Trumps Gegner war das eine Steilvorlage. Demokratische Strategen und Politiker drehten seinen Appell kurzerhand um und erklärten öffentlich, sie würden Trumps Wunsch gerne erfüllen. Allerdings nicht in seinem Sinne. Statt für Trump zu stimmen, nutzten sie die Aussage, um gegen den Präsidenten zu argumentieren.

Demokraten machen sich über Trump lustig

In sozialen Netzwerken folgte eine Welle spöttischer Reaktionen. Leslie Marshall, eine demokratische Politikstrategin, verwies auf Trumps angeblich schwache Zustimmungswerte. Auch der demokratische Politiker Isaiah Martin reagierte scharf und schrieb sinngemäß, genau deshalb sei Trump politisch erledigt. Weitere demokratische Kandidaten und Kommunikationsstrategen schlossen sich der Kritik an. Dan Koh, ein demokratischer Kongresskandidat aus Massachusetts, formulierte es besonders direkt: "Wir werden dich abwählen."

Dan Pfeiffer, politischer Kommentator und ehemaliger Berater von Barack Obama, bezeichnete Trumps Aussage sogar als eine der politisch selbstzerstörerischsten Aktionen eines Präsidenten.

"Unser Land macht die Hölle durch"

Für zusätzlichen Spott sorgte eine weitere Aussage Trumps. Während seiner Rede erklärte der Präsident: "Unser Land macht die Hölle durch." Auch diese Worte wurden von seinen Kritikern umgehend aufgegriffen. Politische Gegner stellten die Aussage als unfreiwillige Beschreibung der Lage unter Trumps Regierung dar.

Einige Kommentatoren erklärten spöttisch, Trump habe damit selbst den passenden Slogan für die Republikaner vor den Zwischenwahlen geliefert.

Donald Trump lobt seine eigene Bilanz

Nicht nur seine Aussagen über die Wahlen sorgten für Aufmerksamkeit. Auch Trumps Bewertung seiner bisherigen Regierungszeit stieß auf Widerspruch. Der Präsident erklärte, seine vergangenen zwei Jahre seien "die finanziell und in jeder anderen Hinsicht erfolgreichsten zwei Jahre in der Geschichte der Präsidentschaft".

Kritiker stellten diese Darstellung umgehend infrage. Molly Jong Fast kommentierte die Aussage sarkastisch mit dem Zusatz "für seine Familie". Auch das politische Netzwerk MeidasTouch griff die Behauptung auf und verkürzte sie spöttisch auf "Für Trump".

Zwischenwahlen werden zur Bewährungsprobe

Hinter dem Streit über einzelne Aussagen steht für Trump eine deutlich größere politische Herausforderung. Die Zwischenwahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für seine Regierung. Der Präsident versucht deshalb, seine Anhänger frühzeitig zu mobilisieren und die Republikaner geschlossen hinter sich zu bringen. Seine Rede in Dallas sollte dabei ein Signal der Stärke senden. Stattdessen konzentrierte sich die öffentliche Debatte anschließend vor allem auf seine ungewöhnlichen Formulierungen. Besonders der Satz über seine mögliche Kandidatur auf dem Wahlzettel lieferte seinen politischen Gegnern reichlich Material für Spott. Ob Trumps Strategie die republikanische Basis tatsächlich mobilisiert, wird sich erst bei den Zwischenwahlen zeigen. Im Internet sorgte sein Auftritt zunächst vor allem für eines: heftige Kritik und zahlreiche ironische Kommentare.

Mehr News rund um US-Präsident Donald Trump finden Sie hier:

/ife/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.