Ricarda Lang: Nach AfD-Sieg platzt es heraus – Grünen-Politikerin rechnet mit der Politik ab
Ricarda Lang reagiert auf den AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt mit deutlichen Worten. Sie nennt das Ergebnis eine "Katastrophe" und fordert von den demokratischen Parteien mehr Mut, soziale Politik und eine klare Zukunftsvision.
Von news.de-Redakteurin Mia Lada-Klein - Uhr
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- Lang kritisiert den Fokus auf Merz und parteipolitische Debatten
- Sie fordert eine neue Strategie gegen den Aufstieg der AfD
- In den Kommentaren gibt es Zustimmung, aber auch scharfe Kritik
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Der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt sorgt bundesweit für Diskussionen. Die AfD hat die Landtagswahl deutlich gewonnen, während die Debatte über die Konsequenzen bereits läuft. Auch Ricarda Lang meldet sich nun zu Wort und findet deutliche Worte.
Ricarda Lang: "Dieses Ergebnis ist eine Katastrophe"
Während sich zahlreiche Politikerinnen und Politiker unmittelbar nach der Wahl zum Ergebnis äußerten, hielt sich Ricarda Lang zunächst zurück. Einen Tag später veröffentlichte die Grünen-Politikerin nun auf Instagram und X einen ausführlichen Beitrag. Darin bezeichnet sie den Wahlerfolg der AfD als "Katastrophe" und warnt davor, das Ergebnis kleinzureden. Besonders beschäftigt sie die Frage, welche Auswirkungen der Wahlausgang auf die Menschen vor Ort hat.
Lang schreibt:
"Die rechtsextreme AfD hat gestern in Sachsen-Anhalt die Wahl gewonnen und das bei einer Rekordwahlbeteiligung. Wäre das BSW unter 5% gekommen, hätte sie die absolute Mehrheit. Dieses Ergebnis ist eine Katastrophe, daran gibt es nichts Beruhigendes, nichts was man schön reden kann."
Ihre anfängliche Zurückhaltung erklärt die ehemalige Grünen-Chefin damit, dass sie zunächst ihre Gedanken habe sortieren wollen. Gleichzeitig kritisiert sie die unmittelbare politische Reaktion nach der Wahl. Viel zu schnell sei es ihrer Ansicht nach darum gegangen, was das Ergebnis für Friedrich Merz, die Bundesregierung oder die anderen Parteien bedeute.
Stattdessen müsse der Blick zunächst auf die Menschen gerichtet werden, die von den politischen Veränderungen unmittelbar betroffen seien. Lang spricht von Menschen in Sachsen-Anhalt, die nun Angst hätten, sowie von Eltern, die sich fragen würden, in welchem Land ihre Kinder künftig aufwachsen.
Lob für die Grünen trotz AfD-Erfolg
Trotz ihrer deutlichen Kritik am Wahlergebnis findet Lang auch positive Worte für das Abschneiden ihrer eigenen Partei. Sie zeigt sich dankbar für das Ergebnis der Grünen und lobt ausdrücklich Spitzenkandidatin Suse Sziborra-Seidlitz. Gleichzeitig mahnt sie zur Demut. Ein Teil der grünen Stimmen sei ihrer Einschätzung nach auch taktisch abgegeben worden, um eine AfD-geführte Regierung zu verhindern. Für Lang zeigt das Wahlergebnis vor allem eines: Die demokratischen Parteien stecken ihrer Ansicht nach in einer schweren Krise. Es fehle zunehmend an Vertrauen und Hoffnung. Davon würden vor allem die Rechtsextremen profitieren.
Lang fordert neue Strategie gegen die AfD
Besonders kritisch sieht die Grünen-Politikerin den bisherigen Umgang mit der AfD. Wenn sich die gesamte politische Debatte nur noch darum drehe, die AfD zu verhindern, könne dies ihrer Meinung nach sogar dazu beitragen, dass die Partei weiter an Bedeutung gewinnt.
Reine Abwehr könne keine Begeisterung erzeugen, argumentiert Lang. Stattdessen müsse es den demokratischen Parteien gelingen, eigene Zukunftsvisionen zu entwickeln und den Menschen wieder Hoffnung zu vermitteln. Eine fertige Strategie habe sie selbst nicht, schreibt Lang. Dennoch nennt sie mehrere Punkte, die aus ihrer Sicht entscheidend sein könnten. Dazu gehören mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit der AfD, eine größere Offenheit gegenüber Wählern, die nicht grundsätzlich rechtsextrem eingestellt seien, sowie eine stärkere Auseinandersetzung mit sozialen Problemen. Lang fordert deshalb eine demokratische Politik, die nicht ausschließlich gegen die AfD argumentiert, sondern eigene Ziele verfolgt. "Wir haben nicht mehr viele Chancen. Aber wir haben noch eure Chance. Nutzen wir sie", lautet ihr abschließender Appell.
Nutzer diskutieren kontrovers über Langs Aussagen
In der Kommentarspalte unter ihrem Beitrag gehen die Meinungen weit auseinander. Einige Nutzer geben Lang recht und sehen insbesondere die Politik der Bundesregierung als einen Grund für den Erfolg der AfD.
Ein Kommentar lautet:
- "Die Demokraten müssen endlich starke Politik mit den eigenen Themen machen statt sich von Faschos treiben zu lassen. Die soziale Kälte von Merz und der Bundesregierung hatte massiven Anteil an dieser Wahl."
Auch Robert Habeck wird in einem weiteren Kommentar erwähnt:
- "Habeck hat vor der letzten Wahl davor gewarnt, Aufrüstung dadurch zu finanzieren, dass der Sozialstaat geschleift wird. Er hatte Recht! Die Bundesregierung wollte nicht zuhören und jetzt sehen wir das Ergebnis."
Ein anderer Nutzer richtet einen Appell an die demokratischen Parteien:
- "Ihr müsst nun endlich gute, menschennahe, zukunftsfähige Politik machen. Euch mit den anderen, demokratischen Parteien austauschen, statt immer nur aufeinander loszugehen und zu kritisieren. Bitte! Denkt ALLE wieder mehr an uns als Gesellschaft statt an eure politischen Strategien, Egos etc. Das muss hier bei uns ankommen. Trotzdem Glückwunsch zum guten Ergebnis."
Scharfe Kritik an den Grünen
Andere Nutzer sehen die Verantwortung hingegen bei den etablierten Parteien und insbesondere bei den Grünen. So heißt es:
- "Dieses Ergebnis ist das Ergebnis der katastrophalen Bundespolitik der drei letzten Legislaturen, daran gibt es nämlich nichts, was man schön reden könnte."
Auch dieser Kommentar fällt deutlich kritisch aus:
- "Ich empfinde das, was Sie und die übrigen etablierten Parteien in den vergangenen Jahren politisch geleistet haben, als eine Katastrophe. Ob die politischen Alternativen es besser machen werden, wird die Zukunft zeigen. Eines steht für mich jedoch fest: Ein schlichtes „Weiter so" kann nicht die Antwort sein."
Ein weiterer Nutzer äußert sich ebenfalls skeptisch:
- "Stimmt, Ricarda. Daß das BSW mit reingekommen ist, ist echt eine Katastrophe. Aber vielleicht zeigen die ja noch Vernunft und arbeiten im Interesse der Wahlmehrheit mit der AfD zusammen. Und wie man die Grünen immer noch wählen kann, verstehe ich auch nicht."
Zum Schluss wird Langs Einordnung der AfD selbst infrage gestellt:
- "Die AfD steht also für den gewaltvollen Umsturz, oder wie kommen Sie auf Ihre Extremismus-Diagnose?"
Ricarda Lang sieht demokratische Parteien unter Druck
Mit ihrem Beitrag macht Ricarda Lang deutlich, dass sie den Wahlausgang nicht nur als Niederlage einzelner Parteien versteht. Für sie steht vielmehr die Frage im Mittelpunkt, wie demokratische Kräfte künftig wieder Vertrauen und Hoffnung schaffen können.
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