Donald Trump will Venezuela-Öl: Für Trumps als Sieg getarntes "Verbrechen" hagelt es scharfe Kritik
Donald Trump feierte zuletzt das mit Venezuela geschlossene Öl-Abkommen. Experten haben Bedenken. Auch ein Journalist zeigt sich kritisch. Er wirft dem US-Präsidenten vor, den Deal als "Verbrechen" zu tarnen.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Kritik für Donald Trumps Öl-Abkommen mit Venezuela
- Ex-Mitarbeiter von Bill Clinton hält den Deal für ein "Verbrechen"
- USA geben Details zum venezolanischen Öl-Geschäft bekannt
US-Präsident Donald Trump will Venezuelas Öl. Die USA sichern sich riesige Ölvorkommen in Venezuela. Es ist ein weiterer Schritt von US-Präsident Donald Trump nach der Gefangennahme des Ex-Staatschefs Nicolás Maduro, um direkt in die Ölindustrie des südamerikanischen Landes einzugreifen. Für den Journalisten und früheren stellvertretenden Staatssekretär unter Präsident Clinton, David Rothkopf, ist der Deal kein wirkliches Geschäft.
Weitere Meldungen rund um die US-Regierung von Donald Trump finden Sie am Ende des Artikels.
Ex-Mitarbeiter von Bill Clinton erhebt Vorwürfe - Donald Trumps Öl-Deal mit Venezuela ist "illegal"
Im "The Daily Beast Podcast" kritisiert Rothkopf das Öl-Vorhaben scharf und wirft den USA vor, nicht nach geltendem Recht gehandelt zu haben. "Die Vereinigten Staaten bekommen das alles nur, weil wir Venezuela angegriffen haben und unter Androhung von Waffengewalt sagen: 'Gebt das Öl her!' Das ist nach internationalem Recht illegal", so der Kolumnist des Nachrichtenportals. Es sei auch nach venezolanischem Recht illegal, weil Reserven nicht an ausländische Regierungen gehen sollten. Er vermutet, dass es auch nach US-Recht nicht legal sei, da es "um Geldflüsse an die US-Regierung geht". Damit die Summen fließen dürfen, müsse der Kongress zustimmen.
Für ihn könne Trump gar keinen Deal machen und würde das Öl stehlen. Er zog einen Vergleich zu Russland und warf der US-Regierung vor,rücksichtslos gegen Gesetze und Gepflogenheiten verstoßen zu haben. Er nannte die Administration eine "Mafia-Regierung". Für ihn sei es deshalb kein Deal, sondern ein "Verbrechen", das sich als Sieg tarne.
Experten nach Öl-Abkommen zwischen USA und Venezuela alarmiert
Experten zeigten sich wegen des Abkommens skeptisch. Es soll die venezolanische Ölproduktion deutlich steigern und die Energiesicherheit der USA stärken. Experten erwarten allerdings, dass es wegen des schlechten Zustands der venezolanischen Ölindustrie Jahre dauern dürfte, bis zusätzliche Fördermengen spürbar werden. "Die Zahl der Reserven ist ein Bestand, der Jahrzehnte brauchen wird, um in tatsächliche Förderung umgewandelt zu werden," schrieb Tracy Shuchart, Geschäftsführerin des Beratungsunternehmens Hightower Resource Advisors, auf der Plattform X. "Die Ölmengen, die tatsächlich Einfluss auf die Spritpreise in den USA haben könnten, werden voraussichtlich erst in fünf bis 15 Jahren verfügbar sein."
Donald Trump schwärmt von Deal
Donald Trump machte das getroffene Abkommen am 29. August auf Truth Social öffentlich. In seiner "Eilmeldung" prahlte er von dem Deal:
- "Die Vereinigten Staaten von Amerika haben soeben ein Abkommen mit Venezuela über den GRÖSSTEN ÖLDEAL DER WELTGESCHICHTE geschlossen!"
- "Auf meine Anweisung hin haben Außenminister Marco Rubio und Kriegsminister Pete Hegseth in enger Zusammenarbeit mit der hoch angesehenen Interimspräsidentin Venezuelas, Delcy Rodriguez, sowie im Rahmen einer Partnerschaft mit der Privatwirtschaft die mehrheitliche Kontrolle der USA über mehr als 65 MILLIARDEN BARREL nachgewiesener Ölreserven in Venezuela gesichert – und das ohne Kosten für den amerikanischen Steuerzahler."
Die US-Regierung hat nach der Verkündung des US-Präsidenten Details zu ihrem geplanten Öl-Abkommen mit Venezuela veröffentlicht. Eine zentrale Rolle soll dabei das Unternehmen North American Blue Energy Partners (NABEP) übernehmen, wie aus einer Mitteilung des Weißen Hauses am Montag hervorgeht.
Demnach räumt NABEP dem US-Verteidigungsministerium einen Anteil von 35 Prozent an seiner Muttergesellschaft ein. Zudem gewährt das Unternehmen dem US-Außenministerium das Recht, 20 Prozent des derzeit und künftig produzierten Öls zum Selbstkostenpreis zu erwerben. Für die restlichen 80 Prozent der Produktion erhält das Außenministerium ein Vorkaufsrecht.
Die US-Regierung bekommt zusätzlich ein Vetorecht bei der Ernennung von Mitgliedern des Verwaltungsrats. Eine Mehrheit der Verwaltungsratsmitglieder muss US-Staatsbürger sein. NABEP ist nach eigenen Angaben der zweitgrößte Ölproduzent in Venezuela. Es rechnet mit Investitionen von fast 100 Milliarden US-Dollar in die venezolanische Ölindustrie und mehr als 209 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen für den venezolanischen Fiskus.
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bos/news.de/dpa
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