Donald Trump: "Völlig realitätsfern!" Trump redet sich im TV um Kopf und Kragen

Kanada hält sich selbst für einen US-Bundesstaat, die Inflation ist so gut wie besiegt, und die Wähler sollen bitte einfach so tun, als stünde sein Name auf dem Stimmzettel – Donald Trumps Fox-News-Interview am Sonntagabend ließ selbst hartgesottene Beobachter fassungslos zurück.

Erstellt von - Uhr

Im Interview mit Fox News redete sich Donald Trump um Kopf und Kragen. (Foto) Suche
Im Interview mit Fox News redete sich Donald Trump um Kopf und Kragen. Bild: picture alliance/dpa | Ansgar Haase
  • Donald Trump empört mit wirren Aussagen in Fox-Interview
  • US-Präsident spricht von Kanada als Bundesstaat der USA
  • Donald Trump prahlt mit Inflationsbekämpfung und Wirtschaftsaufschwung - und steht als Lügner da

US-Präsident Donald Trump hat am Abend des 30. August 2026 mit einem aufsehenerregenden Auftritt in der Fox-News-Sendung "Sunday Night in America" für Fassungslosigkeit gesorgt. Im Gespräch mit Moderator Trey Gowdy äußerte sich der 80-Jährige zu Themen wie seiner wirtschaftlichen Bilanz, den Beziehungen zu Kanada und den bevorstehenden Zwischenwahlen – und erntete für seine verstörenden Aussagen massive Kritik.

Donald Trump löst Fassungslosigkeit mit Interview-Behauptungen aus

Der unabhängige Journalist Aaron Rupar kommentierte auf X: "Trey Gowdy arbeitet hart daran, das erbärmlichste Trump-Interview aller Zeiten zu liefern. Die Konkurrenz ist groß, aber Mann, das ist wirklich erbärmliches Zeug." Beobachter zeigten sich verwundert über die teils bizarren Behauptungen des Präsidenten und fragten sich laut "Raw Story", was Trump sich bei seinen Aussagen eigentlich gedacht habe. Kritiker bezeichneten den Auftritt als völlig realitätsfern.

"The Don" spricht von Kanada als US-Bundesstaat und löst massive Kritik aus

Besonders skurril wurde es beim Thema Kanada. Trump stellte in dem Interview die Behauptung auf, das amerikanische Nachbarland halte sich selbst für einen US-Bundesstaat. Eine bemerkenswerte Aussage, wenn man bedenkt, dass es Trump selbst war, der wiederholt öffentlich die Eingliederung Kanadas in die Vereinigten Staaten gefordert hatte. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Der kanadische Autor Scott Barber stellte auf X trocken klar: "Wir sind uns tatsächlich ziemlich sicher, dass wir kein Bundesstaat sind." Der politische Kommentar-Account "Spiro's Ghost" fand für Trumps Äußerung nur ein einziges Wort: "Wahnsinnig." Die Kanada-Passage verdeutlicht, was Kritiker an dem gesamten Interview bemängelten: Der Präsident schien in einer eigenen Realität zu argumentieren, die mit den tatsächlichen Gegebenheiten wenig gemein hatte.

Donald Trump prahlt mit Inflationsbekämpfung und wird als Lügner bloßgestellt

Nicht weniger spektakulär war Trumps Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage in den Vereinigten Staaten. Der Präsident erklärte im Interview, er habe die Inflation "weitgehend in den Griff bekommen" – eine Behauptung, die bei Wirtschaftsexperten auf deutlichen Widerspruch stieß. Robert Wolf, Vorstandsmitglied der Obama Foundation, wies diese Darstellung auf X entschieden zurück: "Völlig realitätsfern. Die Benzinpreise sind weiterhin hoch. Lebensmittelpreise sind massiv gestiegen, etwa bei Rindfleisch, Kaffee und Schokolade. Rohstoffpreise wie Weizen und Mais ziehen an. Düngemittel- und Dieselpreise steigen und setzen den Landwirten schwer zu."

Trumps Inflationsaussage reiht sich damit nahtlos in ein Interview ein, das Kritiker als Paradebeispiel präsidialer Realitätsverweigerung werteten.

Donald Trump und die Zwischenwahlen: "Tu so, als stünde ich auf dem Stimmzettel"

Auch mit Blick auf die Zwischenwahlen 2026 sorgte Trump für Aufsehen. Er wiederholte seinen Appell an die Wählerschaft, bei den Midterms so zu tun, als würde sein eigener Name auf dem Stimmzettel stehen – ein Versuch, die Wahlbeteiligung der Republikaner zu steigern. Umfragen zeigen zwar, dass die Partei traditionell besser abschneidet, wenn Trump selbst zur Wahl steht, doch aktuelle Erhebungen deuten darauf hin, dass 2026 anders verlaufen könnte. Komikerin Stacy Cay griff den Appell auf X satirisch auf: "Tu so, als wären die Benzinpreise nicht hoch. Tu so, als würde die Inflation nicht schlimmer. Tu so, als wären wir nicht im Krieg mit dem Iran. Tu so, als hätte ich die Wahl 2020 gewonnen."

Weitere Schlagzeilen zu Donald Trump gefällig? Dann bitte hier entlang:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.