Donald Trump: "Weiß der Iran davon?" Trump provoziert mit brisanter Siegeserklärung

Mit einem provokanten Bild erklärt Donald Trump die "Mission" im Iran für erfüllt. Doch die Realität zeichnet ein anderes Bild. Im Netz löst der Trump-Beitrag heftige Reaktionen aus.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Donald Trump erklärte den iran-Krieg erneut für beendet. (Foto) Suche
Donald Trump erklärte den iran-Krieg erneut für beendet. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump feiert auf Truth Social mit "Mission Accomplished 2026" den angeblichen Sieg im Iran-Krieg
  • Das iranische Regime ist jedoch weiterhin handlungsfähig, während die Lage an der Straße von Hormus angespannt bleibt
  • Im Netz wird Trumps Vergleich mit George W. Bush und dessen berüchtigtem "Mission Accomplished"-Auftritt scharf kritisiert

Donald Trump sorgt erneut für Aufruhr. Am Mittwoch (27.08.2026) hat der US-Präsident auf Truth Social ein Bild von sich gepostet, auf dem er zwischen zwei Schildern steht. Das eine zeigt George W. Bush mit der Aufschrift "Mission Not Accomplished 2001 – 2021", das andere den verstorbenen iranischen Obersten Führer Khamenei mit "Mission Accomplished 2026". Trump erklärt damit den Sieg im Iran-Krieg, obwohl die Realität vor Ort ein deutlich anderes Bild zeichnet. Die Reaktionen in den sozialen Medien ließen nicht lange auf sich warten.

Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende dieses Artikels.

Donald Trump erklärt Iran-Krieg für beendet

Der Krieg gegen den Iran begann am 28. Februar, nachdem der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu im Situation Room des Weißen Hauses massiv auf einen Militärschlag gedrängt hatte. Netanyahu versicherte Trump, dass die Islamische Republik reif für einen Regimewechsel sei und durch eine entschlossene Bombenkampagne gestürzt werden könne, wie "Yahoo News" berichtet. Tatsächlich gelang es israelischen Luftangriffen, den damaligen Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei zu töten. Doch das Regime brach keineswegs zusammen. Stattdessen übernahm sein Sohn Mojtaba Khamenei die Führung des Landes. Trump selbst räumte am Mittwoch ein, dass der jüngere Khamenei seiner Einschätzung nach zwar lebe, aber "sehr schwer verwundet" sei. Von dem versprochenen schnellen Zusammenbruch der iranischen Staatsführung kann also keine Rede sein – das Regime ist nach wie vor handlungsfähig.

Trumps Siegeserklärung im Iran ohne Grundlage

Trumps Darstellung der Lage weicht erheblich von den Tatsachen ab. So behauptet der Präsident, die USA hätten die strategisch bedeutsame Straße von Hormus "vollständig" unter Kontrolle – was nachweislich nicht stimmt. Der Iran hält die lebenswichtige Meerenge weiterhin fest in seiner Hand. Gleichzeitig sollen die amerikanischen Bestände an weitreichenden Präzisionsraketen durch den Krieg nahezu aufgebraucht sein. Die militärische Schlagkraft der USA in der Region ist damit erheblich geschwächt.

Besonders brisant: Trump hatte bereits im vergangenen Jahr verkündet, das iranische Atomprogramm sei "vollständig ausgelöscht" worden – damals nach gemeinsamen US-israelischen Angriffen. Doch die damalige Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard, erklärte im März vor dem Geheimdienstausschuss des Senats, dass der Iran bei Kriegsbeginn im Februar überhaupt kein Atomwaffenprogramm besessen habe.

Bush, der Irak und ein Krieg ohne Grundlage

Trumps Seitenhieb gegen George W. Bush entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Das Schild mit der Aufschrift "Mission Not Accomplished 2001 – 2021" bezieht sich offenbar auf den Afghanistan-Krieg, den letztlich Joe Biden durch den Truppenabzug beendete. Doch die weitaus berüchtigtere Parallele liegt im Irak: Bush erklärte 2003 auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln vor einem Banner mit den Worten "Mission Accomplished" die größeren Kampfhandlungen für beendet – just als der Aufstand im Land erst begann.

Mindestens ebenso brisant ist die Frage nach der Kriegsbegründung. Trump hatte im vergangenen Jahr behauptet, Irans Atomprogramm sei durch gemeinsame US-israelische Angriffe "vollständig ausgelöscht" worden. Doch die damalige Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard, sagte im März vor dem Geheimdienstausschuss des Senats aus, dass der Iran bei Kriegsbeginn im Februar überhaupt kein Atomwaffenprogramm besessen habe.

"Vielleicht meint er, Irans Mission ist erfüllt" - Netz zerlegt Trump

Der Trump-Post verbreitete sich in Windeseile in den sozialen Netzwerken. Die Kommentarspalten lesen sich wie ein Katalog der Fassungslosigkeit. "Er hat die Mission mittlerweile mindestens sechs Mal für erfüllt erklärt", spottete ein Social-Media-Nutzer. Ein anderer fragte trocken: "Weiß der Iran davon?" Wieder andere stellten Trumps Bezug zur Wirklichkeit grundsätzlich infrage: "Er lebt in einer Fantasie in seinem Kopf! Kann jemand sein Gehirn untersuchen, ob er Halluzinationen hat?" Ein anderer erinnerte daran, dass Trump den Krieg bereits am ersten Tag für beendet erklärt habe. "Wer will es ihm sagen? Offensichtlich NIEMAND!!", hieß es in einem weiteren Kommentar."Er glaubt, sein Job besteht aus Social Media", schrieb ein Nutzer.

Besonders ein Beitrag brachte die Kritik auf den Punkt: "Das Regime ist noch intakt, sie haben weiterhin ihre Atomanlagen und angereichertes Uran, und jetzt haben sie die Kontrolle über die Straße von Hormus gesichert. Vielleicht meint er, dass Irans Mission erfüllt ist." Auch der Vergleich mit Bush stieß auf wenig Gegenliebe. "George Bush hat an einem einzigen Tag mehr für uns getan als Trump in seinem ganzen Leben", konterte ein Nutzer.

Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:

/bos/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.