Donald Trump: "Er braucht eine psychiatrische Untersuchung" – Netz rechnet mit Trump ab

Donald Trump will von seinen miserablen Umfragewerten nichts wissen und macht kurzerhand die Demokraten dafür verantwortlich. Dabei liegt seine Zustimmung aktuell bei gerade einmal 33 Prozent.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Donald Trump gibt Demokraten Schuld an seinen miesen Umfragewerten. (Foto) Suche
Donald Trump gibt Demokraten Schuld an seinen miesen Umfragewerten. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump erklärt Umfragen für gefälscht
  • US-Präsident wirft Demokraten eine gezielte "Demoralisierungsoperation" vor
  • Nur 33 Prozent Zustimmung: Mehrere aktuelle Umfragen zeichnen ein miserables Bild für Trump

Donald Trump explodiert, zumindest verbal. Angesichts miserabler Zustimmungswerte hat der US-Präsident am Montag (24.08.2026) auf Truth Social einen Schuldigen für die schlechten Nachrichten ausgemacht: die Demokraten. Für Trump seien die Erhebungen nichts weiter als "Demoralisierungsoperationen", die Republikaner davon abhalten sollten, bei den Midterm-Wahlen im November ihre Stimme abzugeben. Trump erklärte die Umfragen kurzerhand für gefälscht und stellte ihnen seine eigene Version der Realität entgegen.

Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende dieses Artikels.

Donald Trump wettert gegen angeblich gefälschte Umfragen

"Die radikalen linken Demokraten drehen durch mit gefälschten Umfragen. Sie veröffentlichen sie in einem nie dagewesenen Ausmaß", schrieb Trump auf Truth Social. Die tatsächlichen Erhebungen seien hingegen "großartig" und "die Stimmung in unserem Land war noch nie besser". Doch die verfügbaren Zahlen zeichnen ein deutlich weniger rosiges Bild.

Eine der jüngsten Erhebungen dürfte Trump besonders wenig gefallen. In der Reuters/Ipsos-Umfrage, die am 17. August veröffentlicht wurde, bewerteten lediglich 33 Prozent der Befragten seine Arbeit als Präsident positiv. 64 Prozent äußerten sich dagegen ablehnend. Damit erreichte Trump den schlechtesten Wert seiner aktuellen Amtszeit. Auch die jüngste Reuters/Ipsos-Erhebung vom 24. August bestätigte den historischen Tiefstand von 33 Prozent Zustimmung. Gleichzeitig sank die Unterstützung für den US-Krieg gegen Iran auf 31 Prozent. Auch andere Umfragen zeichnen ein schwieriges Bild für den Präsidenten. In einer Economist/YouGov-Erhebung vom 14. bis 17. August kamen 35 Prozent auf Zustimmung, während 61 Prozent Trumps Amtsführung ablehnten. Besonders deutlich wird die regionale Verteilung: Laut einer aktuellen YouGov/Economist-Auswertung liegt Trumps Netto-Zustimmung in 47 von 50 Bundesstaaten sowie in Washington, D.C. im negativen Bereich. Lediglich Wyoming, Idaho und West Virginia weisen noch eine positive Netto-Zustimmung auf.

Trump behauptet: USA würden "gegen ALLE gewinnen"

Doch Trump belässt es nicht bei der Attacke auf die Umfragen. In seinem Truth-Social-Beitrag präsentierte sich der Präsident zugleich als erfolgreicher Krisenmanager. Die USA würden "gegen ALLE gewinnen", behauptete Trump. Als Beispiel nannte er Iran. Das Land befinde sich in einer "wirtschaftlichen und militärischen Todesspirale", so der US-Präsident.

Die aktuelle Stimmung in den USA spricht allerdings auch beim Iran-Krieg gegen eine ungetrübte Erfolgsgeschichte. Laut der jüngsten Reuters/Ipsos-Umfrage unterstützen nur 31 Prozent der Befragten den Krieg. 83 Prozent rechnen zudem damit, dass der Konflikt länger andauern wird.

"Ich will nichts von Bezahlbarkeit hören" – Trump sorgt bei Pressekonferenz für Ärger

Für Trump und seine Partei ist das politisch besonders heikel: Steigende Energiepreise und die Sorge vor einem längeren Konflikt könnten den Republikanern im Wahlkampf zusätzlich schaden. Hinzu kommt ein Thema, das für viele Wähler unmittelbarer ist als Außenpolitik: die Lebenshaltungskosten. Bei einer Pressekonferenz erklärte Trump, er wolle "nichts von Bezahlbarkeit hören", da angeblich "alles stark gesunken" sei – sowohl bei den Lebensmittel- als auch bei den Energiepreisen. Ganz so einfach ist die wirtschaftliche Lage allerdings nicht. Nach den offiziellen US-Verbraucherpreisdaten lag die jährliche Inflation im Juli 2026 bei 3,4 Prozent. Die Preise sind damit nicht allgemein gesunken, sondern lagen weiterhin über dem Vorjahresniveau. Gerade die Entwicklung der Energiepreise dürfte für die Republikaner zum Problem werden. Der Iran-Krieg hat die Energiemärkte unter Druck gesetzt und damit auch die Benzinpreise in den USA beeinflusst.

"Er braucht eine psychiatrische Untersuchung" – Netz rechnet mit Trump ab

Trumps Angriff auf die Umfragen blieb auch in den sozialen Netzwerken nicht ohne Reaktion. Auf X sammelten sich zahlreiche kritische und spöttische Kommentare. "Lieber Idiot, deine Umfragewerte sind abgestürzt. Iran-Krieg, Inflation, Wirtschaft, Benzinpreise, Epstein, politische Verfolgung, Clown-Kabinett. Du bist eine Katastrophe", fasste ein X-Nutzer die Kritik zusammen. Ein anderer bot an, persönlich für eine psychiatrische Begutachtung des Präsidenten aufzukommen. Besonders häufig wurde Trump eine Realitätsverweigerung vorgeworfen. "Trumps Wahnsinn hat ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht", schrieb ein X-Nutzer in Anspielung auf Trumps eigene Wortwahl.

Andere vermuteten hinter Trumps Angriff auf die Umfragen eine politische Strategie. "Er erklärt die Erhebungen nur deshalb für gefälscht, damit er im November behaupten kann, es sei manipuliert worden", warnte ein X-Nutzer. Manche Kommentatoren richteten ihren Spott direkt an die republikanische Basis: "Die dümmste Gruppe von Menschen überhaupt, wenn sie glauben, all diese Umfragen seien gefälscht."

Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:

/sba/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.