"Gefahr von Russland noch nie so groß": CIA-Chef überbringt Kremlchef brisante Warnung
CIA-Chef John Ratcliffe ist überraschend nach Moskau gereist. Laut US-Medien soll er Wladimir Putin vor möglichen Eskalationen gegen die baltischen Nato-Staaten gewarnt haben. Auch die Iran-Partnerschaft spielte offenbar eine Rolle.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- CIA-Chef John Ratcliffe reiste überraschend für rund vier Stunden nach Moskau
- Laut US-Medien soll er Russland vor einer Eskalation gegenüber den baltischen Nato-Staaten gewarnt haben
- Auch Moskaus Zusammenarbeit mit dem Iran soll bei den Gesprächen eine zentrale Rolle gespielt haben
Der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, ist am Dienstag überraschend in die russische Hauptstadt gereist. Die angeblichen Hintergründe: Ratcliffe überbrachte Moskau eine klare Warnung vor einer Eskalation gegenüber den baltischen Nato-Mitgliedern Estland, Lettland und Litauen. Das berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf eingeweihte Quellen.
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CIA-Chef John Ratcliffe plötzlich in Moskau: Warnung an Russland wegen Baltikum?
Laut "Politico" lag der zentrale Zweck der Gespräche darin, Russland vor "eskalierenden Handlungen gegen die baltischen Staaten" zu warnen. Der 60-Jährige hielt sich dabei nur rund vier Stunden in Moskau auf. Der Kreml bestätigte den Besuch. Es war das erste Mal seit November 2021, dass ein CIA-Direktor nach Moskau reiste. Damals – nur wenige Monate vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine – hatte der damalige CIA-Chef die russische Hauptstadt besucht.
Die Moskau-Reise fällt in eine Phase zunehmender Spannungen. Nach Einschätzung amerikanischer Geheimdienste besteht die Möglichkeit, dass Kreml-Chef Wladimir Putin mit gezielten, begrenzten Aktionen austesten könnte, ob das westliche Bündnis geschlossen reagiert und ob Washington tatsächlich gewillt ist, seine Verbündeten zu schützen.
Drohnen, Cyberangriffe, Sabotage: So könnte Wladimir Putin die Nato testen
Dabei geht es nicht zwingend um einen konventionellen militärischen Angriff. Vielmehr rechnen US-Analysten mit Szenarien unterhalb der klassischen Kriegsschwelle: Cyberattacken, Sabotageakte, Drohnenvorfälle oder andere hybride Operationen. Solche Mittel setzt Russland bereits seit Jahren gegen westliche Staaten ein. Zuletzt häuften sich entsprechende Vorfälle in Europa deutlich.
Die Nato beobachtet zudem eine verstärkte russische Mobilisierung und Aufrüstung an ihren Grenzen, insbesondere in der Nähe der Exklave Kaliningrad. Das Bündnis warnt seit geraumer Zeit vor hybriden Angriffen, aber auch vor möglichen vereinzelten Übergriffen auf Nato-Territorium.
CIA-Chef soll Russland auch wegen Zusammenarbeit mit dem Iran gewarnt haben
Neben der Baltikum-Warnung hatte der CIA-Chef noch ein weiteres brisantes Anliegen im Gepäck: Er verlangte von Russland, seine militärische und wirtschaftliche Kooperation mit dem Iran deutlich herunterzufahren. Konkret forderte Ratcliffe Moskau laut "Politico" auf, keine Waffen und Verteidigungstechnologie mehr an Teheran zu liefern. Gleichzeitig riet er der russischen Seite, nicht "überzureagieren", falls neue US-Sanktionen wegen der Iran-Geschäfte verhängt würden. Wie CBS News berichtete, drohte Ratcliffe zudem mit zusätzlichen Strafmaßnahmen, sollte die Straße von Hormus nicht wieder für den internationalen Schiffsverkehr freigegeben werden. Die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten weltweit.
Russland und der Iran pflegen seit Jahren eine enge militärische Zusammenarbeit. Moskau soll unter anderem Technologie zur Stärkung des iranischen Drohnenarsenals bereitgestellt haben.
Alles nur "Semi-Routine": Trump widerspricht Medienberichten
US-Präsident Donald Trump bestätigte die Reise seines Geheimdienstchefs zwar – stellte deren Bedeutung jedoch ganz anders dar. In einem Radiointerview bezeichnete er den Moskau-Besuch als "Semi-Routine" und erklärte, es sei dabei um Fortschritte bei der Beendigung des Ukraine-Kriegs gegangen.
Damit widersprach Trump direkt den Berichten mehrerer US-Medien, wonach Ratcliffe vor allem wegen der wachsenden Bedrohung der baltischen Nato-Staaten und der russisch-iranischen Zusammenarbeit nach Moskau geflogen war. Dass der Präsident den Besuch herunterspielte, steht auch im Kontrast zu den ungewöhnlichen Umständen der Reise: Ratcliffe flog mit einer militärischen Transportmaschine vom Typ C-17, auf der lediglich die amerikanische Flagge zu sehen war – ohne die übliche Aufschrift der US Air Force.
Bemerkenswert ist auch die Reiseroute des CIA-Chefs: Ratcliffe startete seinen Moskau-Abstecher von der lettischen Hauptstadt Riga aus – und kehrte nach nur vier Stunden dorthin zurück. Dass er ausgerechnet einen Flughafen im Baltikum wählte und nicht etwa den US-Stützpunkt Ramstein oder Lakenheath in England, legt nahe, dass er auch Gespräche mit der lettischen Führung führte.
Zeitgleich reiste der Staatssekretär des Pentagons nach Europa – zunächst zu den Kommandozentralen EUCOM und AFRICOM in Stuttgart, anschließend weiter zum Nato-Hauptquartier in Brüssel. In der US-Kommandozentrale in Wiesbaden wird das gesamte Nato-Gebiet rund um die Uhr überwacht. Im Falle eines russischen Angriffs auf ein Bündnismitglied könnte von dort eine Landoperation innerhalb von weniger als fünf Minuten eingeleitet werden.
"Die Gefahr von Russland war seit dem Kalten Krieg nie so groß"
Reporterin Luca-Marie Hoffmann ordnet den Besuch im "Bild"-Podcast "Vertraulich!" ein: Der Westen befinde sich bereits in einem hybriden Krieg mit Russland. Einen konventionellen Angriff halte sie derzeit zwar nicht für unmittelbar bevorstehend – die Bedrohung durch Moskau sei aber so groß wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Den Moskau-Besuch wertet Hoffmann als starkes Signal: Die USA zeigten damit, dass sie die russischen Aktivitäten registrieren und nicht gutheißen. Gleichzeitig sei es wichtig, den diplomatischen Kontakt zu Russland aufrechtzuerhalten. Ein mulmiges Gefühl bleibe dennoch – schließlich folgte auf den letzten CIA-Besuch in Moskau im November 2021 nur wenige Monate später der russische Einmarsch in die Ukraine.
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