Donald Trump: Wirbel um Krebserkrankung - Video von Trump-Assistentin lässt Ärzte zweifeln

Schon Jahre bevor Natalie Harp ins Weiße Haus gelangte, filmte sie sich an einem See und sprach über Donald Trump, als hätte er ihr Leben gerettet - mit einer Leidensgeschichte, die selbst Mediziner nicht nachvollziehen können.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Ein altes Video von Trump-Assistentin Natalie Harp sorgt für neuen Wirbel. (Foto) Suche
Ein altes Video von Trump-Assistentin Natalie Harp sorgt für neuen Wirbel. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Donald Trump: Wirbel um Krebserkrankung seiner Assistentin Natalie Harp
  • Trump-Assistentin Natalie Harp: Mediziner widersprechen ihrer Geschichte
  • Natalie Harp erweichte Donald Trump mit Leidensgeschichte
  • Donald Trump bekam private Briefe von Natalie Harp

Ein plötzlich wieder aufgetauchtes Video aus dem Jahr 2017 wirft ein verstörendes Licht auf die Beziehung von Donald Trump und seiner Assistentin Natalie Harp. Bereits zuletzt war über einen Machtkampf rund um Harp und First Lady Melania Trump spekuliert worden. Der Clip, den Harp im Selfie-Stil an einem See aufnahm und der beim Netzwerk X kursiert, zeigt eine beinahe mystische Verehrung für Trump - und das Jahre bevor sie überhaupt in sein direktes Umfeld gelangte. Doch nicht nur das. Auch Mediziner interessieren sich für den Film.

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Donald Trump: Wirbel um Krebserkrankung seiner Assistentin Natalie Harp

Wie "The Bulwark" berichtete, hatte der Trump-Aktivist Kareem Lanier den Clip im Juni 2018 auf dem damaligen Twitter veröffentlicht. Lanier leitete zu diesem Zeitpunkt eine Trump-Unterstützerorganisation mit Verbindungen zu Trumps ehemaligem Anwalt Michael Cohen. Das Video befeuert die ohnehin wachsende Debatte über eine der seltsamsten Konstellationen in Washington.

In dem Video schildert Harp, wie sie am 9. November 2015 Opfer eines medizinischen Fehlers geworden sei.

  • Ihr sei versehentlich steriles Wasser infundiert worden, woraufhin sie einen hämorrhagischen Schock erlitten habe.
  • Dabei habe sie nach eigener Darstellung sämtliche Blutplättchen eines durchschnittlichen Menschen verloren - dank einer seltenen Bluterkrankung jedoch nur 30 Prozent ihrer eigenen.
  • Sie bezeichnete sich als einzige Überlebende einer solchen Sterilwasser-Infusion.
  • Seitdem leide sie an Krebs und chronischen Schmerzen, habe ihre Arztrechnungen selbst tragen müssen und sei mit Opioiden abgespeist worden.

Am Ende des Clips schlägt Harp den Bogen zu Trump:

  • "Die Eliten dachten, sie hätten den Trumpf in der Hand. Aber sie haben nicht mit Donald Trump gerechnet. So wie ich."
  • Das Video trägt den Titel "The Forgotten" - Harp wird im Abspann als Darstellerin der Rolle "Die Patientin" aufgeführt.

Trump-Assistentin Natalie Harp: Mediziner widersprechen ihrer Geschichte

Fachleute aus der Medizin äußern erhebliche Zweifel an Harps Schilderung. Versehentliche Infusionen mit sterilem Wasser kommen in der klinischen Praxis äußerst selten vor - und in den dokumentierten Fällen haben andere Betroffene durchaus überlebt. Damit widerspricht die Faktenlage sowohl Harps eigener Darstellung als auch der Behauptung Laniers, der in seinem damaligen Tweet schrieb, der Fehler habe mehr als 4.000 Menschen das Leben gekostet und Harp sei die einzige Überlebende.

Auch ihre politisch wirkungsvollste Behauptung bröckelt: Beim Republikanischen Parteitag 2020 erklärte Harp, Trumps "Right to Try"-Gesetz habe sie vor dem Krebstod bewahrt. Analysten wiesen laut "Raw Story" jedoch bereits damals darauf hin, dass die experimentelle Behandlung, die sie erhielt, schon vor Inkrafttreten dieses Gesetzes legal verfügbar gewesen war.

Natalie Harp erweichte Donald Trump mit Leidensgeschichte

Harp baute ihre Geschichte dennoch strategisch aus. Im Juni 2019 veröffentlichte sie einen Essay auf LinkedIn, der Elemente aus dem See-Video aufgriff und weiter ausschmückte. Der Beitrag ging viral und verschaffte ihr einen Auftritt bei "Fox & Friends" - jener Sendung, die Trump bekanntlich regelmäßig verfolgte. Dort erklärte sie, ein von Trump unterstütztes Gesetz habe ihr das Leben gerettet. Der Auftritt soll Trumps Aufmerksamkeit auf sie gelenkt haben.

Beim Republikanischen Parteitag 2020 hatte Harp es bereits auf die große Bühne geschafft und wiederholte ihre Erzählung vor Millionenpublikum. Seit 2022 arbeitet sie in Trumps unmittelbarer Nähe und versorgt den Präsidenten so zuverlässig mit schmeichelhafter Berichterstattung, dass ihr der Spitzname "menschlicher Drucker" anhaftet.

Donald Trump bekam private Briefe von Natalie Harp

Kurz vor dem Auftauchen des Videos hatte "The Daily Beast" private Briefe veröffentlicht, in denen Harp Trump als ihren "Beschützer" bezeichnete. Die Korrespondenz verstärkte die ohnehin brodelnde Debatte über das Ausmaß ihrer Fixierung auf den Präsidenten.

Besonders brisant: Selbst aus Harps engster Familie kommen kritische Töne. Ihr eigener Bruder hat die Beziehung zwischen seiner Schwester und Trump öffentlich als "sehr ungesund" charakterisiert. Seine Einschätzung stützt den Eindruck, dass Harps Hingabe weit über professionelle Loyalität hinausgeht. Das nun wieder aufgetauchte Video aus dem Jahr 2017 legt nahe, dass diese intensive Bindung nicht erst im Weißen Haus entstand, sondern bereits Jahre vor dem ersten persönlichen Kontakt zwischen Harp und Trump ihren Anfang nahm.

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