Donald Trump: Schlagartig fehlt jede Spur von ihm - Trump-Kandidat stellt US-Präsident bloß

Noch vor wenigen Wochen ließ sich Ralph Alvarado als "America First Fighter" feiern und posierte Seite an Seite mit Donald Trump - jetzt hat der republikanische Kongresskandidat aus Kentucky jede Spur des US-Präsidenten von seiner Website getilgt.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump wurde von seinem eigenen Kandidaten brüskiert. (Foto) Suche
Donald Trump wurde von seinem eigenen Kandidaten brüskiert. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trump plötzlich ausradiert - Republikaner-Kandidat streicht US-Präsident
  • Donald Trumps Foto wurde heimlich entfernt
  • Donald Trump: Wurde der US-Präsident aus Verzweiflung gelöscht?

Es klingt nach einer Blamage für Donald Trump - dabei hatte es den US-Präsidenten in dieser Woche bereits schwer erwischt. Der republikanische Kongresskandidat Ralph Alvarado aus Kentucky hat offenbar einen bemerkenswerten Strategiewechsel vollzogen: Sämtliche Erwähnungen von Donald Trump sowie die gesamte "America First"-Rhetorik sind von seiner Kampagnen-Website verschwunden. Das berichtete zunächst "NBC News".

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Donald Trump plötzlich ausradiert - Republikaner-Kandidat streicht US-Präsident

Noch während des Vorwahlkampfs hatte sich der ehemalige Senator und Arzt als treuer Trump-Verbündeter präsentiert und die Unterstützung des US-Präsidenten offensiv beworben. Nun wirbt er stattdessen mit dem Slogan "Unabhängige Führung für Kentucky" und betont überparteiliche Zusammenarbeit in der Gesundheitspolitik.

Der Kurswechsel dürfte kein Zufall sein: Alvarado bewirbt sich um den Sitz im 6. Kongressbezirk von Kentucky und muss sich dabei im November gegen den Demokraten Zach Dembo behaupten. Dass ein Kandidat, der sich im Vorwahlkampf noch als Trump-Kämpfer inszenierte, den US-Präsidenten jetzt von seiner Website tilgt, spricht Bände über die wachsende Nervosität innerhalb der Republikanischen Partei.

Donald Trumps Foto wurde heimlich entfernt

Der Wandel auf Alvarados Homepage könnte kaum drastischer ausfallen. Wo früher in großen Lettern "America First Fighter" prangte und der Kandidat versprach, Donald Trump brauche "mehr Verbündete im Kongress, um seine kühne Vision umzusetzen, Amerika wieder großartig zu machen", liest man heute nüchterne Sätze über bezahlbare Gesundheitsversorgung und pragmatische Lösungen für Familien in Kentucky.

Auch die "Über mich"-Sektion wurde dem Bericht nach gründlich überarbeitet. Zuvor zeigte sie ein Foto von Alvarado Seite an Seite mit einem grinsenden, daumendrückenden Donald Trump. Der Text pries den Kandidaten als "nationalen Anführer der America First-Bewegung" und hob seinen Auftritt beim Republikanischen Parteitag 2016 hervor. Davon ist nichts geblieben - stattdessen präsentiert sich Alvarado nun mit verschränkten Armen und betont seine Arbeit als Arzt. Lediglich in der Mediengalerie existiert noch ein einzelnes gemeinsames Bild mit dem US-Präsidenten.

Donald Trump: Wurde der US-Präsident aus Verzweiflung gelöscht?

Alvarados Wahlkampfmanager Andy Westberry wies die Kritik gegenüber "The Daily Beast" zurück - ging dabei allerdings nicht auf die inhaltlichen Textänderungen ein. "Die Sozialisten müssen sich schon etwas Besseres einfallen lassen als diesen Unsinn, um diesen Wahlkreis zu gewinnen", erklärte er. Man habe die Unterstützung des US-Präsidenten stets stolz hervorgehoben, und auf der Website sei nach wie vor ein gemeinsames Foto mit Trump zu sehen.

Stattdessen schoss Westberry gegen den demokratischen Gegenkandidaten Zach Dembo, den er als "Biden-Zögling" bezeichnete, der "verzweifelt versucht, vom Thema abzulenken". Dembo selbst reagierte auf der Plattform X mit deutlichen Worten: "Mein Gegner behauptet, Trumps Mann zu sein, wenn es ihm nützt, und löscht dann jede Erwähnung des Präsidenten, weil die neueste Umfrage es ihm nahelegt. Das stinkt nach der Verzweiflung eines Berufspolitikers."

Sechs Punkte Vorsprung für die Demokraten in Umfragen

Der 6. Kongressbezirk von Kentucky galt beim Cook Political Report einst als "sicher republikanisch". Der bisherige Amtsinhaber Andy Barr, der nun für den Senatssitz des scheidenden Mitch McConnell kandidiert, gewann den Wahlkreis vor knapp zwei Jahren noch mit 26 Punkten Vorsprung.

Doch die politische Großwetterlage hat sich verschoben. Aktuelle Erhebungen sowohl von Economist/YouGov als auch von Reuters/Ipsos zeigen die Demokraten mit sechs Prozentpunkten vorne. Selbst in traditionell roten Bundesstaaten verzeichnet die Partei zweistellige Zugewinne im Vergleich zu früheren Wahlen. Dass Alvarado ausgerechnet jetzt Trump von seiner Website verbannt, passt ins Bild: Die schwindende Popularität des US-Präsidenten wird für republikanische Kandidaten zunehmend zur Belastung.

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