Donald Trump: Er flirtet mit Atomkrieg – Ex-Unterstützer rechnet mit Trump ab
Er hat Trump 2024 zum Wahlsieg verholfen, sich öffentlich für diese Unterstützung entschuldigt. Nun rechnet Tucker Carlson mit dem gesamten politischen System der USA ab und warnt vor dem Untergang der Zivilisation.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Tucker Carlson stellt sich gegen das Zwei-Parteien-System und fordert eine politische Neuordnung der USA
- Der ehemalige Trump-Unterstützer präsentiert zehn Prinzipien für ein "neues Amerika"
- Carlsons Bruch mit Trump und der Republikanischen Partei verschärft sich weiter
Tucker Carlson war einst einer der bekanntesten Unterstützer von Donald Trump. Doch nun schlägt er einen völlig anderen Ton an. In seinem neuen Video "It's Time to Save America" rechnet der ehemalige Fox-News-Moderator mit dem amerikanischen Zwei-Parteien-System ab und präsentiert einen eigenen Zehn-Punkte-Plan für die Zukunft des Landes. Seine Botschaft: Amerika brauche einen politischen Neustart. "Veränderung kommt", erklärt Carlson in dem knapp einstündigen Video. Eine eigene Kandidatur schließt der 56-Jährige zwar aus. Doch seine politische Bewegung könnte dennoch für Unruhe sorgen.
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Vom Trump-Vertrauten zum Kritiker: Warum Tucker Carlson die Seiten wechselte
Der Bruch zwischen Carlson und Trump kam nicht über Nacht. Noch vor wenigen Jahren galt Carlson als eine der wichtigsten Stimmen des MAGA-Lagers. Doch die Beziehung begann zu bröckeln, als Carlson Trump vor einer Beteiligung an Angriffen auf iranische Atomanlagen warnte. Trump reagierte damals auf Truth Social und bezeichnete Carlson als "verrückt". Zwar kam es anschließend noch einmal zu einer Annäherung, doch der Konflikt verschärfte sich später erneut. Nach Beginn der US-Militäroperationen gegen den Iran kritisierte Carlson den Kurs der Regierung scharf und bezeichnete den Angriff gegenüber ABC News als "absolut widerlich und böse". Trump wiederum erklärte, Carlson sei nicht mehr "MAGA". Im April entschuldigte sich Carlson schließlich öffentlich dafür, Trump im Wahlkampf 2024 unterstützt zu haben.
Ex-Trump-Vertrauter präsentiert 10 Gebote für ein neues Amerika
Carlsons Prinzipienkatalog liest sich wie ein Gegenentwurf zum politischen Status quo. An erster Stelle steht Fairness – das Versprechen, dass für jeden dieselben Regeln gelten, vom Präsidenten bis zu Jeffrey Epstein. Unter Souveränität fasst Carlson sowohl nationale Unabhängigkeit von ausländischen Lobbyisten als auch persönliche Freiheit von Verschuldung zusammen: "Schulden sind ein Angriff auf die Souveränität", erklärt er.
Produktivität bedeutet für ihn eine Rückkehr zur Herstellung realer Güter statt einer Wirtschaft aus Immobilienspekulation und Waffensystemen. Schönheit erhebt er zur gesellschaftlichen Pflicht – hässliche Architektur und vermüllte Städte seien Angriffe auf die Seele der Bevölkerung.
Unter Gesundheit fordert Carlson Nüchternheit als gesellschaftliches Ideal und kritisiert die massenhafte Verschreibung von Psychopharmaka. Ehrlichkeit verlangt er vor allem vom Staat – Geheimhaltung diene primär der Korruption. Optimismus verknüpft er mit Kinderfreundlichkeit, Weisheit mit zeitloser Bildung statt technologischer Moden. Anstand richtet sich gegen die Kriegsführung, Einheit gegen Masseneinwanderung – letztere sei angesichts drohender KI-bedingter Jobverluste nicht mehr zu rechtfertigen.
"Man würde nicht mit einem Atomkrieg flirten, wenn man nicht 80 wäre"
Carlsons schärfste Passagen zielen auf die existenziellen Risiken, die niemand in Machtpositionen anspreche. Atomkrieg und Künstliche Intelligenz seien "die beiden größten Bedrohungen der gesamten Menschheitsgeschichte" – und das politische System sei gelähmt, unfähig auch nur anzuerkennen, was sich zusammenbraue. Der Präsident drohe auf Truth Social offen mit der Auslöschung einer Zivilisation, was mit konventionellen Waffen unmöglich sei.
Besonders bitter fällt seine Generationenkritik aus: Ein 40-Jähriger mit vier Kindern würde niemals einen nuklearen Konflikt riskieren. Dass beide Parteien den Iran-Krieg mittragen, sei der "radikalisierende Beweis", dass Republikaner und Demokraten in den entscheidenden Fragen – Außenpolitik, Haushalt, Steuerrecht – identische Positionen vertreten. Proteste blieben aus, weil die Opposition den Krieg in Wahrheit unterstütze.
Zwischen Aufbruchstimmung und Glaubwürdigkeitskrise
Die Reaktionen auf Carlsons Video fallen gespalten aus. Auf der Plattform X werfen ihm Kritiker Panikmache vor: "Nur du redest von Atomwaffen. Du steigerst dich in deine eigene Fantasie hinein und verlangst, dass andere sie als Tatsache akzeptieren", schreibt ein Nutzer. Ein anderer fragt: "Bist du verrückt? Wer bezahlt dich dafür, so etwas zu verbreiten?"
Unterstützer hingegen sehen in Carlson eine politische Kraft jenseits des Zweiparteiensystems. Republikanerin Marjorie Taylor Greene, die im Juni selbst mit der Partei gebrochen hatte, erklärte bereits im März ihre Solidarität und prognostizierte, Carlson würde Trump in einem hypothetischen Duell 2028 schlagen. Am 1. August verkündete sie auf X: Die Bewegung habe begonnen.
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