Donald Trump: US-Präsident vor Rücktritt? Politstratege enthüllt brisantes Szenario

Der demokratische Stratege James Carville erwartet einen massiven Machtverlust Donald Trumps nach den Midterm-Wahlen. Seine These: Der US-Präsident könnte anschließend das Amt niederlegen und eine Begnadigung durch seinen Nachfolger anstreben.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Tritt Donald Trump vorzeitig zurück? (Foto) Suche
Tritt Donald Trump vorzeitig zurück? Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Poli-Stratege James Carville sagt einen vorzeitigen Rücktritt Donald Trumps voraus
  • Er spekuliert über eine Begnadigung durch Vizepräsident JD Vance nach einem möglichen Amtsverzicht
  • Carville vergleicht sein Szenario mit dem Rücktritt Richard Nixons im Jahr 1974

Politstratege James Carville ist überzeugt: Donald Trump wird sein Amt vorzeitig niederlegen. In der aktuellen Ausgabe des "Daily Beast Podcast" zeichnete der frühere Berater von Bill Clinton ein düsteres Bild für die Zukunft des US-Präsidenten. Nach einer erwarteten krachenden Niederlage der Republikaner bei den Midterm-Wahlen im November werde Trumps Einfluss schlicht verdampfen.

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Rücktritt von Donald Trump prophezeit – danach folgt Begnadigung durch JD Vance

"Seine Macht wird einfach heraussickern. Es wird niemanden mehr kümmern", sagte Carville. "Was er sagt, interessiert die Leute schon jetzt nicht mehr." Als ungefähren Zeitpunkt für den Rücktritt nannte der Stratege den 15. April – seinen persönlichen "Over-Under-Stichtag". Trump sei schlicht zu alt und zu ungeeignet für das, was nach den Midterms auf ihn zukomme.

Carvilles Szenario folgt einer simplen Logik: Trump bestellt seinen Vizepräsidenten ins Oval Office, erklärt seinen Rücktritt und legt ihm ein bereits vorbereitetes Dokument vor. "Dein erster Akt, den ich hier schon habe – sobald du vereidigt bist, unterschreibst du eine Begnadigung. Begnadige mich für alles Vorstellbare", beschrieb Carville den geplanten Ablauf. Der Grund für dieses Manöver sei juristischer Natur: Eine Selbstbegnadigung durch einen amtierenden Präsidenten bewege sich in einer rechtlichen Grauzone. "Er muss diesen Zweifel beseitigen", erklärte Carville. Dass Vance als vereidigter Präsident die volle Begnadigungsbefugnis besäße, stehe dagegen völlig außer Frage.

Das Nixon-Playbook von 1974

Das von Carville skizzierte Szenario hat ein prominentes historisches Vorbild. Im August 1974 trat Präsident Richard Nixon zurück, um einem Amtsenthebungsverfahren wegen der Watergate-Affäre zu entgehen. Sein Nachfolger Gerald Ford begnadigte ihn anschließend umfassend – eine Entscheidung, die bis heute als eine der umstrittensten in der amerikanischen Geschichte gilt.

Carville sieht in einem möglichen Rücktritt Trumps mit anschließender Begnadigung durch Vance eine direkte Wiederholung dieses Manövers. Der entscheidende Unterschied: Während Nixons Abgang durch ein konkretes Impeachment-Verfahren erzwungen wurde, prognostiziert Carville Trumps Rücktritt als Folge eines schleichenden Machtverlusts nach den Midterms.

Schon jetzt hört ihm niemand mehr zu

Carville begründete seine Prognose mit Trumps bereits sichtbarem Bedeutungsverlust. Obwohl der Präsident noch über Mehrheiten in beiden Kammern und am Supreme Court verfüge, könne er kaum noch etwas durchsetzen. Der Iran ignoriere seine Anrufe, der SAVE Act habe keinerlei Chance auf Verabschiedung, und selbst die Bestätigung seines Justizministers sei nur mit äußerster Mühe gelungen.

"Er hat keine Ahnung, was auf ihn zukommt", warnte Carville. Die schwierige Regierungsarbeit mit einem feindlichen Kongress, wie sie Bill Clinton nach 1994 und Barack Obama nach 2010 meistern mussten, übersteige Trumps Fähigkeiten bei Weitem. "Er ist zu alt, zu dick, zu dumm", urteilte der Stratege unverblümt – fügte aber hinzu, Trump sei immerhin nicht so dumm, um nicht zu erkennen, dass die Situation seine Kompetenzen übersteige.

Notfalls zwei Tage vor Schluss

Selbst für den Fall, dass seine Prognose nicht eintrifft und Trump die vollen vier Jahre im Amt bleibt, sieht Carville das Ergebnis als identisch an. Der US-Präsident würde dann eben zwei Tage vor dem regulären Ende seiner Amtszeit zurücktreten, um sich die rechtlich wasserdichte Begnadigung durch Vance zu sichern.

"Dieser Typ wird keinerlei Risiko eingehen", betonte Carville im Podcast. Wer das Gegenteil glaube, sei schlicht "ein Idiot". Für den Strategen steht fest: Unabhängig vom genauen Zeitpunkt wird Trump niemals das Weiße Haus verlassen, ohne sich zuvor durch eine unanfechtbare Begnadigung seines Nachfolgers abgesichert zu haben.

"Der Boss will sein Geld"

Auf die Frage, wofür Trump eine Begnadigung überhaupt benötige, verwies Carville auf einen Bericht des "Wall Street Journal" von vergangener Woche. Demnach telefoniert der US-Präsident jeden Abend mit der langjährigen Fundraiserin Meredith O'Rourke – von Carville als "Prinzessin der Finsternis" bezeichnet –, um sich über den Stand seiner Spendeneinnahmen informieren zu lassen. Unternehmen und wohlhabende Einzelpersonen werden dabei um Beträge zwischen fünf und fünfzig Millionen Dollar gebeten, unter anderem für Trumps Ballsaal-Bunker im Weißen Haus und seine Feierlichkeiten zum 4. Juli.

Viele dieser Spender profitierten anschließend von regulatorischen Entscheidungen der Regierung. "Was ist unethischer, als Präsident der Vereinigten Staaten zu sein und Geld für eine offizielle Handlung zu verlangen?", fragte Carville. "Du zahlst, wenn du mitspielen willst."

Keine Stellungnahme aus dem Weißen Haus

Die Regierung hat auf eine Anfrage des "Daily Beast" zu Carvilles Vorhersage bislang nicht reagiert. Der Stratege selbst zeigt sich von möglichem Widerspruch unbeeindruckt. Wer glaube, Trump werde das Amt ohne abgesicherte Begnadigung verlassen, den bezeichnete er rundheraus als naiv.

Ob Carvilles Szenario tatsächlich eintritt, hängt zunächst vom Ausgang der Midterm-Wahlen im November ab. Der 81-Jährige, der sich während der Podcast-Aufnahme von einer Operation erholte, machte jedenfalls unmissverständlich klar: Für ihn ist nicht die Frage, ob Trump zurücktritt – sondern nur wann.

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