Wladimir Solowjow: "In den Asphalt walzen" – Kreml-Hetzer nimmt Trump-Freundin ins Visier

Eine Trump-Verbündete reist nach Kiew, fragt vor laufender Kamera, warum Putin eigentlich noch lebt – und löst damit beim mächtigsten Propagandisten des Kremls einen Tobsuchtsanfall aus, der selbst für russische Verhältnisse neue Maßstäbe setzt.

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Moderator Wladimir Solowjow teilt im russischen Staatsfernsehen gegen Donald Trumps Verbündete Laura Loomer aus. (Foto) Suche
Moderator Wladimir Solowjow teilt im russischen Staatsfernsehen gegen Donald Trumps Verbündete Laura Loomer aus. Bild: picture alliance / dpa | Alexander Shcherbak/Tass/Host Ph
  • Trump-Verbündete Laura Loomer sorgt nach ihrer Kiew-Reise mit scharfer Putin-Kritik für Aufsehen.
  • Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow reagiert mit wütenden Angriffen und einer drastischen Aussage
  • Die Trump-Vertraute kontert und bezeichnet russische Staatsmedien als "Presstitutes"

Der russische Staatspropagandist Wladimir Solowjow hat mit einer unverhohlenen Drohung gegen die US-amerikanische Trump-Verbündete Laura Loomer für Aufsehen gesorgt. Anlass war Loomers Besuch in Kiew, bei dem sie in Interviews mit ukrainischen Militärvertretern offen die Frage stellte, warum Putin eigentlich noch am Leben sei.

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Wladimir Solowjow attackiert Trump-Verbündete Laura Loomer

Solowjows Reaktion fiel erwartungsgemäß laut aus. Er bezeichnete Loomer als "Idiotin" und forderte, man müsse "diese Närrin in den Asphalt walzen". Dabei zog er einen bemerkenswerten Vergleich: In den USA würde man bei derartigen Äußerungen über das Schicksal des eigenen Präsidenten sofort entsprechend reagieren – also müsse man nun mit Loomer ebenso verfahren. Das unabhängige Projekt Russian Media Monitor dokumentierte den Ausschnitt der Sendung.

Trump-Unterstützerin Loomer stellt Putin öffentlich bloß: "Wladimir Putin hat Angst vor Donald Trump"

Auslöser für Solowjows Wutanfall war eine Reihe von Gesprächen, die Loomer in der ukrainischen Hauptstadt führte. Unter anderem traf sie sich mit Andrij Bilezky, dem Gründer des Asow-Bataillons, und sprach mit weiteren ukrainischen Militärvertretern. Auch ein Interview mit Präsident Wolodymyr Selenskyj kam zustande.

Dabei positionierte sich die einstige Trump-Unterstützerin unmissverständlich auf Seiten der Ukraine. Loomer sprach sich für eine Fortsetzung der westlichen Unterstützung aus und warnte eindringlich davor, was ein russischer Sieg bedeuten würde: Eine Niederlage Kiews würde nicht nur die Nato gefährden, sondern letztlich auch die Vereinigten Staaten selbst bedrohen. Außerdem erklärte sie in einem Interview: "Wladimir Putin hat Angst vor Donald Trump. Er hat sie. Er kann so tun, als hätte er sie nicht, aber Wladimir Putin weiß, dass Donald Trump derjenige ist, der die Fäden zieht. Er hätte viel aggressiver gegenüber Wladimir Putin sein können, wenn er gewollt hätte." Für den Kreml dürfte gerade dieser Schwenk einer Figur aus dem Trump-Umfeld besonders schmerzhaft sein.

Putin-Sprachrohr rechnet mit Trump-Verbündeter ab: "Diese Närrin in den Asphalt walzen"

In seiner Sendung holte Solowjow zum verbalen Rundumschlag aus. Loomer sei ein "Drecksack", der sich "für ein paar Dollar" hergebe und als vermeintliche Trump-Unterstützerin dem "Nazi Bilezky" in die Augen schaue. Besonders empörte ihn, dass Loomer als Jüdin den Asow-Gründer interviewte und dabei ernsthaft fragte, warum Putin noch lebe.

Seinen Gewaltaufruf untermauerte der Kreml-Propagandist mit einer eigenwilligen Logik: "Wenn ich richtig verstehe, würde man in den Vereinigten Staaten von Amerika für diese Art von Aufruf in Bezug auf das Schicksal des Präsidenten sofort in den Asphalt gewalzt werden."

Auch US-Senator Lindsey Graham bekam sein Fett weg

Auch US-Senator Lindsey Graham bekam sein Fett weg – allerdings weniger dramatisch. Graham, der Russland ebenfalls scharf kritisiert hatte, werde schon "von alleine sterben", so Solowjow. Gleiches gelte letztlich auch für Loomer. Der Propagandist zeigte sich dabei regelrecht erstaunt über Russlands vermeintliche "Höflichkeit" angesichts solcher Kritik.

Loomer holt zum Gegenschlag gegen Solowjow aus

Loomer ließ die Attacke nicht unbeantwortet stehen. Sie teilte Ausschnitte aus Solowjows Sendung in den sozialen Medien und kommentierte das Ganze mit spitzer Zunge: Die Vertreter der russischen Staatsmedien seien nichts weiter als "Presstitutes" – eine Verschmelzung aus Presse und Prostitution –, die gerade einen veritablen Zusammenbruch erlebten.

Inhaltlich legte sie noch einmal nach und bekräftigte ihre Position in aller Deutlichkeit. Russland sei ein Terrorstaat, und von Putin gehe eine unmittelbare Gefahr für Europa und darüber hinaus aus. Für eine Figur, die zuvor eher dem pro-russisch geneigten Flügel des Trump-Lagers zugerechnet wurde, markieren diese Aussagen eine bemerkenswerte Kehrtwende – und genau das dürfte in Moskau die eigentliche Schmerzstelle treffen.

Kreml-Propagandist Solowjow sorgt regelmäßig mit Drohungen für Schlagzeilen

Solowjow gehört seit Jahren zu den lautstärksten Sprachrohren des Kremls und steht längst auf westlichen Sanktionslisten – unter anderem wegen systematischer Desinformation und wiederholter Drohungen mit Nuklearschlägen gegen europäische Hauptstädte. Sein jüngster Ausbruch verdeutlicht, wie empfindlich Moskau auf den Verlust ehemals russlandfreundlicher Stimmen im Westen reagiert, insbesondere wenn diese aus dem direkten Umfeld der Trump-Administration stammen.

Informationskrieg neben dem Schlachtfeld

Der Vorfall reiht sich ein in den eskalierenden Informationskrieg rund um den Konflikt, der mittlerweile in sein fünftes Jahr geht, ohne dass ein Ende absehbar wäre. Während russische Truppen im Osten der Ukraine unter enormen Verlusten langsam vorrücken und Moskau den Beschuss ukrainischer Städte mit Langstreckenraketen und Drohnen intensiviert, bleibt die Propagandafront für den Kreml offenbar mindestens ebenso bedeutsam wie das Schlachtfeld.

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