Wladimir Putin: 200 Schiffe in drei Wochen - Meerenge von Kertsch wird zur Todesfalle

Über 200 Schiffe in nur drei Wochen getroffen – mit einer beispiellosen Drohnenoffensive verwandelt die Ukraine die Meerenge von Kertsch in ein Sperrgebiet und schneidet Putins wichtigste Versorgungsroute zur besetzten Krim ab.

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Wladimir Putin (73) kämpft um die Vorherrschaft der Halbinsel Krim. Rundum die Halbinsel wird die Meerenge von Kertsch zur strategisch wichtigen Seeroute, die von der Ukraine stark unter Beschuss steht. (Foto) Suche
Wladimir Putin (73) kämpft um die Vorherrschaft der Halbinsel Krim. Rundum die Halbinsel wird die Meerenge von Kertsch zur strategisch wichtigen Seeroute, die von der Ukraine stark unter Beschuss steht. Bild: picture alliance/dpa/AP POOL/Dmitri Lovetsky
  • Wladimir Putin kämpft mit Drohnen-Angriffen auf seine Schattenflotte
  • Meerenge von Kertsch entwickelt sich zu Russlands "Straße von Hormus"
  • 200 Schiffe in drei Wochen getroffen - Ukraine zerlegt Putins Ausweich-Plan
  • Seeroute verbindet die Krim mit dem Festland - darum ist sie für Putin so wichtig

Die ukrainischen Streitkräfte haben die Meerenge von Kertsch in eine tödliche Falle für Russlands Schattenflotte verwandelt. Seit dem Start der Operation MoLoChKa am 6. Juli trafen ukrainische Drohnen insgesamt 201 Schiffe im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer, berichtet unter anderem die britische "Sun". Die Zahl wurde am Dienstag von den ukrainischen Streitkräften für unbemannte Systeme bestätigt.

Meerenge von Kertsch - strategisch wichtige Route zwischen der Halbinsel Krim und dem Festland

Die schmale Wasserstraße zwischen der besetzten Krim und dem russischen Festland dient Moskau als zentrale Versorgungsroute für Öl, Treibstoff und Getreide. Durch die unablässigen Angriffe wird die Halbinsel Krim zunehmend abgeschnitten - ein Höllenszenario für Wladimir Putin. Zeitgleich brechen dem Kreml wichtige Einnahmen weg.

Brennende Wracks und verlassene Frachter – neue Videos zeigen das Ausmaß der Zerstörung

Dramatische Aufnahmen dokumentieren die jüngsten Angriffe der Ukraine. Ein besonders eindrucksvolles Video zeigt, wie eine tieffliegende ukrainische Drohne am 24. Juli den unter der Flagge von Belize fahrenden Massengutfrachter New Victory trifft, als dieser den russischen Hafen Taman ansteuert. Das 1997 in Japan gebaute Schiff ist knapp 170 Meter lang und kann über 26.500 Tonnen Fracht transportieren.

Weitere von ausländischen Seeleuten gefilmte Aufnahmen zeigen ein nicht identifiziertes Schiff in Flammen sowie zwei offenbar aufgegebene Frachter mit deutlichen Explosions- und Brandspuren. Ein schwer beschädigter Massengutfrachter wird von zwei Schleppern in Sicherheit gezogen.

Kertsch wird zu Wladimir Putins eigener Straße von Hormus

Beobachter vergleichen die Meerenge von Kertsch inzwischen mit der Straße von Hormus – jenem Nadelöhr im Nahen Osten, durch das ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports fließt und das vom Iran blockiert wird. Die globale wirtschaftliche Bedeutung von Hormus erreicht Kertsch zwar nicht, doch für Wladimir Putins Kontrolle über die annektierte Krim ist die Wasserstraße unverzichtbar.

Die anhaltenden Drohnenangriffe zwangen Russland bereits dazu, die zivile Schifffahrt durch die Meerenge vorübergehend auszusetzen. Zudem muss Moskau Luftabwehrsysteme und spezialisierte Drohneneinheiten zum Schutz seiner maritimen Nachschubwege abziehen.

Russland bezeichnet die Attacken auf Handelsschiffe als Terrorismus. Internationale Schifffahrtsbehörden warnten ihrerseits vor Gefahren für zivile Seeleute und möglichen schweren Ölkatastrophen. Kiew hält dagegen: Die getroffenen Schiffe seien Teil der russischen Kriegswirtschaft.

Angriff auf iranisches Frachtschiff droht den Konflikt auszuweiten

Nur wenige Tage zuvor hatte die Ukraine ein iranisches Frachtschiff im Kaspischen Meer attackiert – offenbar der erste direkte Angriff Kiews auf ein iranisches Schiff überhaupt. Ukrainische Vertreter erklärten, das Schiff habe Bauteile für Drohnen und Raketen von Iran nach Russland transportiert.

Teheran reagierte mit Empörung. Das iranische Außenministerium bestätigte, dass bei der Explosion ein Seemann getötet und ein weiterer verletzt wurde. Außenminister Abbas Araghchi sprach von "einem offenkundigen Verstoß gegen die UN-Charta, begangen auf Geheiß Israels, um Europa in seinen Krieg hineinzuziehen". Der Vorfall könne "NICHT UNBEANTWORTET bleiben", schrieb er auf X.

Der Kreml stellte sich hinter Teheran und wertete den Angriff als Attacke auf Iran selbst. Sprecher Dmitri Peskow warf der Ukraine vor, den geographischen Radius ihrer "Terrorangriffe" auszuweiten.

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