Ukraine-Krieg aktuell: Wladimir Putin überzieht Kiew mit schwerster Angriffswelle seit Kriegsbeginn

Brennende Hochhäuser in der ukrainischen Hauptstadt, mindestens zehn Tote, 56 Verletzte – Russland hat Kiew mitten in der Nacht mit einer der schwersten Angriffswellen seit Kriegsbeginn überzogen. Präsident Selenskyj hatte die Attacke vorhergesagt.

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Wladimir Putin hat eine der schwersten Angriffswellen auf die Ukraine befohlen - mindestens zehn Menschenleben wurden bei den Luftangriffen ausgelöscht. (Foto) Suche
Wladimir Putin hat eine der schwersten Angriffswellen auf die Ukraine befohlen - mindestens zehn Menschenleben wurden bei den Luftangriffen ausgelöscht. Bild: picture alliance/dpa/AP | Dmitri Lovetsky
  • Ukraine-Krieg aktuell: Wladimir Putin lässt Kiew mit Angriffswelle überziehen
  • Explosionen in ukrainischer Hauptstadt nach russischen Drohnen- und Raketenangriffen
  • Selenskyj warnte vor verheerendem Putin-Angriff auf die Ukraine

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind bei schweren russischen Angriffen in der Nacht auf den 2. Juli 2026 mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Das teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstagmorgen mit. Die Zahl der Verletzten stieg nach Angaben des Militärgouverneurs Tymur Tkatschenko auf 56 Personen – unter ihnen befinden sich auch zwei Kinder.

Kiew von russischer Angriffswelle erschüttert - Wohnhäuser in Trümmern, mindestens 10 Todesopfer

Rettungskräfte durchsuchen weiterhin die Trümmer zerstörter Wohngebäude nach Überlebenden und weiteren Opfern. Das vollständige Ausmaß der Zerstörung lässt sich noch nicht überblicken. Kiew war das Hauptziel der nächtlichen Attacke, bei der Russland nach ukrainischen Angaben neben Kampfdrohnen auch Marschflugkörper und Raketen einsetzte. Es handelt sich um eine der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn.

Ukraine-Krieg aktuell: Wladimir Putin attackiert ukrainische Hauptstadt mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern

Mitten in der Nacht hallten Sirenen durch die Straßen der ukrainischen Hauptstadt. Immer wieder erschütterten Detonationen die Stadt, während Feuerwehr- und Rettungswagen durch die Dunkelheit rasten. "Kiew steht unter Beschuss durch ballistische Raketen und Drohnen", schrieb Bürgermeister Klitschko auf Telegram. Russland greife "die ganze Stadt" an.

Mehrere mehrstöckige Wohngebäude wurden getroffen und schwer beschädigt. In einem neunstöckigen Haus waren Menschen eingeschlossen, das Dach eines weiteren Hochhauses stand in Flammen. Auch ein Hotel am zentralen Schewtschenko-Boulevard geriet in Brand. Reporter berichteten von "unglaublich lauten Explosionen", die selbst in tief gelegenen Bunkern deutlich zu hören waren. Verängstigte Bewohner flohen in U-Bahn-Stationen und schlugen dort Zelte auf, um die Nacht unter der Erde zu verbringen.

Wolodymyr Selenskyj warnte bereits am Vortag vor Putins Großangriff

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Attacke kommen sehen. Bereits am Mittwoch warnte er unter Berufung auf Geheimdienstinformationen vor einem bevorstehenden massiven Angriff durch Wladimir Putins Armee. Alle ein bis zwei Wochen gebe es solche Attacken mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen, erklärte er am Rande einer Zeremonie zum Wechsel der EU-Ratspräsidentschaft in Dublin.

"Heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs", sagte Selenskyj. Deshalb verkürzte er seinen Aufenthalt in der irischen Hauptstadt und kehrte umgehend in die Ukraine zurück. Seine Landsleute forderte er eindringlich auf, Alarmsignale zu beachten und Schutzräume aufzusuchen. Seit mehr als vier Jahren überzieht Russland die Ukraine nahezu jede Nacht mit Raketen- und Drohnenangriffen.

Wladimir Putin nimmt auch Charkiw und Saporischschja unter Beschuss

Die russischen Angriffe trafen in der Nacht nicht nur die Hauptstadt. Auch Charkiw, vor dem Krieg die zweitgrößte Stadt des Landes, wurde attackiert. Im Südosten traf es zudem Saporischschja, wo Gouverneur Iwan Fedorow am Morgen von drei Verletzten berichtete. Weitere Explosionen und Luftalarm gab es in Pawlohrad und Sumy.

Das Nachbarland Polen reagierte auf die massive Angriffswelle mit erhöhter Alarmbereitschaft. Vorsorglich schickte die polnische Luftwaffe Kampfjets in den Himmel, zog diese jedoch kurze Zeit später wieder zurück. Eine Verletzung des polnischen Luftraums sei nicht festgestellt worden, teilten die Behörden mit. Die Lage in den betroffenen ukrainischen Städten außerhalb Kiews blieb zunächst unübersichtlich.

Wladimir Putin befiehlt eine der schwersten Attacken seit Kriegsbeginn

Erneut sind mehrere Städte in der Ukraine zur Zielscheibe einer heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden. (Foto) Suche
Erneut sind mehrere Städte in der Ukraine zur Zielscheibe einer heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden. Bild: Danylo Antoniuk/AP/dpa/dpa

Die nächtliche Angriffswelle zählt zu den heftigsten seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022. Nach Berichten des Nachrichtenportals "The Kyiv Independent" setzte Russland Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein. Knapp ein Dutzend russische Bomber befanden sich demnach in der Luft.

Das vollständige Ausmaß der Zerstörung ist noch nicht erfasst. Ganze Wohnhäuser wurden komplett zerstört, mehrstöckige Gebäude gingen in Flammen auf. Die ersten Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Nach ersten Einschlägen am Abend wurde auch am frühen Morgen erneut Luftalarm ausgelöst. Die Rettungsarbeiten in den Trümmern dauern an, während die Behörden weiterhin nach Vermissten suchen.

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/news.de/dpa/stg

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