Abgeordneter warnt Wladimir Putin: Russlands Wirtschaft wird den Ukraine-Krieg nicht überleben

Die Kriegskosten belasten Moskaus Staatskasse. Ein russischer Abgeordneter beklagt die ökonomischen Folgen von Wladimir Putins Kämpfen in der Ukraine. Sollte der Krieg anhalten, wird die Wirtschaft es nicht überleben. 

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Wladimir Putins Kriegshandlungen in der Ukraine kosten der russischen Wirtschaft Billionen. (Foto) Suche
Wladimir Putins Kriegshandlungen in der Ukraine kosten der russischen Wirtschaft Billionen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters | Ramil Sitdikov
  • Duma-Abgeordneter warnt: Wirtschaft überlebt langen Ukraine-Krieg nicht
  • Die wirtschaftlichen Probleme bleiben für Wladimir Putin bestehen
  • Kriegskosten belasten die Staatskasse des Kremlchefs

Wladimir Putin lässt seine Kriegsmaschinerie weiterlaufen. Die anhaltenden Kampfhandlungen in der Ukraine kosten aber die russische Wirtschaft viel Geld. Das alarmiert Renat Suleimanow, Abgeordneter der Staatsduma, der die Kommunistische Partei Russlands (KPRF) vertritt. Er warnt im Interview mit dem Nachrichtenportal "Kontinent Sibiri", dass die Wirtschaft einen anhaltenden Krieg nicht überleben wird.

Duma-Abgeordneter warnt: Russische Wirtschaft übersteht einen langen Ukraine-Krieg nicht

Der Abgeordnete aus der Region Nowosibirsk fordert, Russland müsse den Krieg in der Ukraine "so schnell wie möglich beenden", da die Wirtschaft des Landes "eine langwierige militärische Sonderoperation nicht überstehen werde". Seinen Angaben nach fließen 40 Prozent des Bundeshaushalts in Verteidigung und Sicherheit. Von Panzern und anderen Kriegswaffen hätte die Bevölkerung nichts. Zwar würde der Verteidigungssektor dadurch Arbeitsplätze schaffen, aber die Ausgaben verhindern Investitionen und soziale Abgaben. Sie treiben auch die Inflation hoch. "Deshalb ist ein möglichst rasches Ende der SVO einfach notwendig. Die militärische Sonderoperation dauert bereits länger als der Zweite Weltkrieg", so Suleimanow.

Probleme werden für Putin nach dem Krieg nicht kleiner

Er richtet den Blick auf die Zukunft, wenn der Krieg enden sollte. "Was passiert mit den Menschen, die in der Rüstungsindustrie beschäftigt sind? Mit denen, die gerade unter Waffen stehen? Eine Million Menschen werden ins zivile Leben zurückkehren. Wo sind die Arbeitsplätze, die angemessenen Löhne, die soziale Wiedereingliederung", fragt sich der Abgeordnete und fügt hinzu: "Die Probleme werden nicht kleiner werden. Hinzu kommt die Frage des Wiederaufbaus der neuen Gebiete. Dabei verweist er auf die von Russland annektierten Gebiete Cherson und Mariupol. Der Wiederaufbau werde viel kosten.

Trotz seiner Kritik bleibt der Duma-Abgeordnete der Kreml-Propaganda treu und spricht von einem "Sieg" und nennt den Angriffskrieg eine Spezialoperation. 

So viel kostet der Ukraine-Krieg den Kremlchef

Laut dem russischen Haushaltsplan werden die Militärausgaben bei 12,93 Billionen Rubel liegen. Hinzu kommen Ausgaben für Strafverfolgung und Sicherheit, berichtet "Meduza". Demnach entsteht eine Summe von 16,84 Billionen Rubel. Damit sind diese Kosten höher als die Sozialausgaben (10,8 Billionen Rubel).

Moskau korrigiert Wirtschaftsprognose nach unten

Gleichzeitig korrigierte Russland die Wachstumsprognose für 2026 nach unten. Das erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Novak in einem Interview mit der Tageszeitung "Wedomosti". Das Wirtschaftsministerium senkte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von zuvor 1,3 Prozent auf 0,4 Prozent für 2026. Im kommenden Jahr rechnet das Ministerium mit 1,4 Prozent statt 2,8 Prozent. Zudem schrumpfte die russische Wirtschaft im ersten Quartal 2026 um 0,3 Prozent. Damit sank der Wert erstmals seit 2023. Als Grund nennt Reuters die westlichen Sanktionen und Steuererhöhungen zum Jahresanfang. Novak sieht diese Entwicklung als Zyklus. "Nach einer Phase hohen Wachstums folgt immer eine Korrektur, oft begleitet von strukturellen Veränderungen. Dies ist eine normale Phase für die Wirtschaft", sagte er. 

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