Wladimir Putin: Zahlen belegen  - Öl-Desaster treibt Russland in den Bankrott 

Russlands Ölexporte sind auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gefallen, das Haushaltsdefizit hat nach nur fünf Monaten die Jahresplanung gesprengt. Ukraine-Präsident Selenskyj ist sich sicher: Ukrainische Drohnenangriffe treiben den Kreml in den Ruin.

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Der Feldzug Wladimir Putins gegen die Ukraine verschlingt Unsummen. Nun soll Russland kurz vor dem Bankrott stehen. (Foto) Suche
Der Feldzug Wladimir Putins gegen die Ukraine verschlingt Unsummen. Nun soll Russland kurz vor dem Bankrott stehen. Bild: dpa/Kremlin Pool Planet Pix via ZUMA Press Wire/Mikhail Metzel
  • Wladimir Putin droht finanzielles Desaster
  • Ukraine-Offensive auf russische Öl-Depots sorgt für Engpässe
  • Selenskyj: Russland kurz vor dem Bankrott

Wladimir Putin steht vor großen Herausforderungen. Nicht nur die Drohnenherrschaft der Ukraine macht dem Kreml zu schaffen - auch die daraus resultierenden Folgen für Russland. Gezielte Angriffe auf russische Energiestandorte ziehen nun gravierende Folgen nach sich.

Wladimir Putins Öl-Leitungen gekappt - Verarbeitung um rund 10 Prozent eingebrochen laut Selenskyj

So zeigt die ukrainische Drohnen-Offensive gegen Russlands Energiesektor nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj deutliche Wirkung. In seiner abendlichen Videoansprache erklärte der ukrainische Staatschef, dass die Ölverarbeitung des Aggressors in den vergangenen Monaten um rund zehn Prozent eingebrochen sei. Russische Energiekonzerne seien mittlerweile gezwungen, Bohrlöcher stillzulegen – ein Schaden, der sich nur unter größten Schwierigkeiten beheben lasse.

In seiner abendlichen Videoansprache sprach Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj über die Auswirkungen der Offensive auf russische Öl-Anlagen. Russland sei dadurch massiv geschädigt. Es drohe der Bankrott. (Foto) Suche
In seiner abendlichen Videoansprache sprach Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj über die Auswirkungen der Offensive auf russische Öl-Anlagen. Russland sei dadurch massiv geschädigt. Es drohe der Bankrott. Bild: Suzanne Plunkett/PA Wire/dpa

Kostenexplosion in Russland? Haushaltsdefizit soll bereits überschritten sein

"Förderausfälle sind für sie wirklich sehr schmerzhaft", betonte Selenskyj unter Berufung auf einen Geheimdienstbericht. Das russische Haushaltsdefizit habe in den ersten fünf Monaten des Jahres bereits die Planung für das gesamte Jahr übertroffen.

Selenskyj: "Putin treibt Russland in den Bankrott"

"Derzeit befinden sich bereits zahlreiche Regionen des Landes in einer finanziellen Notlage, und Putin treibt Russland in den Bankrott", so der Präsident.

Hunderte Drohnen täglich – Angriffe sind zur Routine geworden

Die Dimension der ukrainischen Luftoffensive hat sich grundlegend verändert. "Früher war es ein Ereignis, wenn Dutzende ukrainischer Drohnen Russland angriffen, doch heute sind Hunderte unserer weitreichenden Angriffe täglich keine Sensation mehr", erklärte Selenskyj.

Ein Beispiel für diese systematische Kampagne war der Großangriff in der Nacht auf den 15. Mai. Dabei traf die Ukraine gezielt die Raffinerie in Rjasan – laut "Frankfurter Rundschau" die drittgrößte Ölraffinerie Russlands mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von über 17 Millionen Tonnen. Die Anlage liegt rund 180 Kilometer südöstlich von Moskau.

Das russische Verteidigungsministerium behauptete, 355 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben. Diese Angabe lässt sich unabhängig nicht überprüfen. Nach russischen Behördenangaben kamen bei dem Angriff mindestens drei Menschen ums Leben, zwölf weitere wurden verletzt.

Russlands Ölexporte auf historischem Tiefstand

Die ukrainischen Angriffe haben Russlands Energiesektor in eine beispiellose Krise gestürzt. Laut Bloomberg sank die durchschnittliche Raffineriekapazität auf 4,69 Millionen Barrel pro Tag – der niedrigste Wert seit Dezember 2009. Reuters berichtete, dass Drohnenangriffe, Pipelineschäden und Tankerbeschlagnahmungen zusammen etwa 40 Prozent der russischen Ölexportkapazität lahmgelegt hätten.

Besonders deutlich zeigt sich die Wirkung am Beispiel der Raffinerie im südrussischen Tuapse. Die Anlage des staatlichen Konzerns Rosneft wurde innerhalb von nur zwei Wochen viermal getroffen. Beim Angriff am 20. April zerstörten ukrainische Drohnen nach Angaben des Generalstabs 24 Lagertanks, vier weitere wurden beschädigt.

Als die russische Katastrophenschutzbehörde am 29. April verkündete, alle Brände seien gelöscht, stand die einzige bedeutende Raffinerie an der Schwarzmeerküste einen Tag später erneut in Flammen. Seitdem liegt der Betrieb vollständig still.

Putins Haushaltsdefizit sprengt alle Planungen

Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges belasten Russlands Staatsfinanzen massiv. Das Defizit im ersten Quartal 2026 erreichte laut Berichten rund 50 Milliarden Euro – das entspricht 21 Prozent mehr als ursprünglich für das gesamte Jahr vorgesehen.

Die Krise hat längst die Provinzen erfasst. Nach Angaben der Moskauer Tageszeitung "Kommersant" stieg das Gesamtdefizit der russischen Regionen bis Ende 2025 auf mehr als 16 Milliarden Euro – ein Rekordwert seit Beginn der Erhebungen. Die Zeitung berief sich dabei auf eine eigens in Auftrag gegebene Auswertung von Finanzdaten.

Auch die Einnahmen aus dem Energiesektor brechen ein: Die Öl- und Gaserlöse sanken 2025 um rund 24 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2020. Bis Februar 2026 lagen die fossilen Exporteinnahmen etwa 27 Prozent unter dem Vorkriegsniveau.

Moskau schlägt zurück – Selenskyj kündigt weitere Operationen an

Als Reaktion auf die ukrainischen Angriffe führte das russische Militär einen Gegenschlag gegen ukrainische Energieanlagen durch. Dabei wurden Objekte der Naftogas-Gruppe in der Region Dnipropetrowsk mit Raketen und Drohnen getroffen, wie Konzernchef Serhij Korezkyj mitteilte. Das Ausmaß der Schäden ist noch unklar.

Selenskyj bestätigte unterdessen die Genehmigung neuer gezielter Operationen für die ukrainischen Spezialdienste und Streitkräfte. "Ich bin allen unseren Kriegern und jedem ukrainischen Waffenhersteller dankbar, dass sie den Aggressor Schmerz spüren lassen", sagte er.

Der seit mehr als vier Jahren andauernde Krieg verschlingt enorme Summen: Rund 180 Milliarden Euro hat Russland für Militär, Rüstung, nationale Sicherheit und Polizeiorgane eingeplant – knapp 40 Prozent der gesamten Staatsausgaben. Während die Rüstungsindustrie dank staatlicher Subventionen boomt, zeigen andere Wirtschaftssektoren bereits deutliche Krisenzeichen.

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