Wladimir Putin: 186 Präzisionsschläge in 48 Stunden - Kreml gesteht gewaltige Probleme
186 Präzisionsschläge, ein versenktes Patrouillenboot am Kaspischen Meer und eine zerstörte Kommandozentrale der Schwarzmeerflotte – Kiews Drohnenarmee hat Russland so stark getroffen, dass selbst Kreml-Chef Putin davor nicht die Augen verschließen kann.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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Die ukrainischen Streitkräfte haben am vergangenen Wochenende eine beispiellose Drohnenoffensive gegen russische Militäreinrichtungen durchgeführt. Innerhalb von nur 48 Stunden trafen die spezialisierten Einheiten der Unmanned Systems Forces (USF) insgesamt 46 strategische Ziele mit 186 gezielten Einschlägen, berichtet unter anderem die "Kyiv Post".
Major Robert "Madyar" Brovdi, Kommandeur der USF, veröffentlichte am Sonntag auf seiner Facebook-Seite zusammengestelltes Kampfmaterial, das die umfangreiche Operation dokumentiert. Die Angriffe in den Nächten vom 16. und 17. Mai richteten sich sowohl gegen besetzte ukrainische Gebiete als auch gegen Ziele tief im russischen Kernland.
Laut Brovdi gelang es den Drohnenbesatzungen, regionale Kommunikationsnetze vollständig lahmzulegen und zentrale Kommandostrukturen zu zerschlagen.
Ukraine-Krieg aktuell News - Patrouillenboot am Kaspischen Meer versenkt
Zu den hochrangigen Zielen der Offensive zählte ein Patrouillenboot der Svetlyak-Klasse (Projekt 10410), das im Marinestützpunkt Kaspijsk in Dagestan vor Anker lag. Diese Stahlrumpfschiffe sind mit AK-176M-Geschützen und U-Boot-Abwehrausrüstung bestückt und dienen als wichtige Küstenbegleitschiffe für Russlands maritime Grenzwache.
In der Region Luhansk nahmen die Drohnenoperateure ein modernes Tor-M2-Flugabwehrraketensystem nahe der Ortschaft Zakhidne ins Visier und zerstörten es. Besonders schwerwiegend für die russische Militärführung dürfte der Treffer auf eine unterirdische, strategisch geschützte Kommunikationszentrale der Schwarzmeerflotte im besetzten Myrny auf der Krim sein. Diese verbunkerte Anlage galt als zentraler Knotenpunkt für die Koordination der Flottenoperationen.
Kommandoposten und Infrastruktur unter Beschuss
Die Langstreckendrohnen der USF attackierten zudem eine Versammlung hochrangiger Offiziere des 2. Pionierbataillons des 91. Pionierregiments in Shakhtarsk, berichtet unter anderem die "Deutsche Presseagentur" (dpa). Gleichzeitig wurde der Hauptkommandoposten der 9. Separaten Garde-Motorschützenbrigade in Pokrowsk getroffen.
Im besetzten Teil der Region Saporischschja kappten die Angreifer lokale Datenverbindungen, indem sie mehrere russische Telekommunikationstürme zum Einsturz brachten. In Fedorivka vernichteten die Drohnen einen aktiven Versorgungszug für Treibstoff und Schmiermittel.
Auch die Hafeninfrastruktur blieb nicht verschont: Im besetzten Berdjansk beschädigten die Präzisionsschläge schwere Hafenkräne erheblich. Die Angriffe zielten damit systematisch auf die logistische Versorgungskette der russischen Streitkräfte in den besetzten Gebieten.
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Die russische Seite reagierte mit massiver Gegenwehr auf die ukrainischen Angriffe. Wie die Moskauer Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag berichtete. Und dennoch käme man nicht umhin, ein bitteres Zugeständnis zu machen.
Zwar führte das russische Militär seinerseits Gegenschläge auf ukrainische Drohnenmontageanlagen sowie auf Stellungen der ukrainischen Streitkräfte in 164 Gebieten durch. Dennoch gesteht die Zeitung ein grundlegendes Problem ein: Die Unterbindung des Waffenflusses an die ukrainischen Truppen werde zunehmend schwieriger. Die dezentrale Fertigung von Drohnen und Munition erschwere die Aufgabe der russischen Streitkräfte erheblich, heißt es gegenüber den Medien.
Drohnenkrieg als "Langstrecken-Sanktionen"
Die intensive Wochenendoffensive fügt sich in das strategische Konzept ein, das Präsident Wolodymyr Selenskyj kürzlich als "Langstrecken-Sanktionen" gegen die Infrastruktur der russischen Kriegsmaschinerie bezeichnete.
Die Bedeutung der unbemannten Systeme für den Kriegsverlauf ist mittlerweile enorm: Nach aktuellen Telemetriedaten des ukrainischen Generalstabs sind automatisierte Systeme und unbemannte Plattformen inzwischen für etwa 90 Prozent aller erfassten russischen Verluste an Ausrüstung und Personal an der Frontlinie verantwortlich.
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