Wladimir Putin lügt: Geheimdienst legt offen - Lage weitaus schlimmer als behauptet
Der schwedische Militärgeheimdienst räumt mit den Falschbehauptungen Wladimir Putins auf. Die wirtschaftliche Lage Russlands ist entgegen Kreml-Aussagen desaströs. Das Haushaltsdefizit wurde demnach um ganze 30 Milliarden Dollar geschönt.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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- Schwedischer Geheimdienst legt Putin-Lüge offen
- Sanktionen haben katastrophale Auswirkungen für die russische Wirtschaft
- Selbst von den steigenden Ölpreisen profitiert Wladimir Putin nicht
Russlands Präsident Wladimir Putin hat vergangene Woche erstmals öffentlich eingeräumt, dass die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes "hinter den Erwartungen zurück" liege. In einer im Staatsfernsehen ausgestrahlten Sitzung sprach er von Abweichungen gegenüber den Planungen von Regierung und Zentralbank. Wie sich jetzt herausstellt, sind sogar diese Zugeständnisse eine Lüge.
Wladimir Putin: Wirtschaftliche Lage "noch schlimmer" als offiziell behauptet
Denn nach Erkenntnissen des schwedischen Militärgeheimdienstes manipuliert der Kreml seine Wirtschaftsstatistiken systematisch. Wie die "Financial Times" berichtet, sieht Geheimdienstchef Thomas Nilsson deutliche Hinweise darauf, dass Moskau zentrale Konjunkturdaten gezielt verfälscht. Ziel sei es, dem Westen vorzugaukeln, Russland halte dem Druck durch Sanktionen und enorme Militärausgaben problemlos stand. Die tatsächliche Lage sei "noch schlimmer" als offiziell dargestellt, so Nilsson.
Inflation in Russland dreimal höher
Die Diskrepanz zwischen offiziellen Angaben und der Realität ist laut Nilsson erheblich. Während die russische Zentralbank eine Inflationsrate von 5,86 Prozent ausweist, liegt der tatsächliche Wert nach Einschätzung des schwedischen Geheimdienstes bei etwa 15 Prozent – also fast dreimal so hoch.
Auch beim Staatshaushalt soll Putin die Zahlen massiv schönen. Das Haushaltsdefizit werde um rund 30 Milliarden US-Dollar zu niedrig angegeben, so Nilsson gegenüber der "Financial Times". Diese Einschätzung teilt offenbar auch der deutsche Bundesnachrichtendienst, berichtet die "Bild".
Die US-Denkfabrik "Institute for the Study of War" kommt zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Das Institut bewertet seit Längerem, dass Russland übertriebene wirtschaftliche Stärke verbreite, um seine Verhandlungsposition zu stärken.
Selbst hohe Ölpreise können Russland nicht retten
Obwohl steigende Ölpreise – unter anderem durch Blockaden in der Straße von Hormus – zusätzliche Milliarden in die russische Staatskasse spülen, reicht das Geld nicht aus. Nach Einschätzung von Nilsson müsste der Preis für russisches Öl mindestens ein Jahr lang über 100 US-Dollar pro Barrel liegen, allein um das Haushaltsloch zu schließen. Für eine echte wirtschaftliche Erholung wäre ein noch längerer Zeitraum auf diesem Niveau nötig.
Das grundlegende Problem sei "systemisch", erklärte der Geheimdienstchef. Das russische Wirtschaftsmodell sei schlicht nicht tragfähig: "Es ist kein nachhaltiges Wachstum, wenn man Material für den Krieg produziert, das anschließend auf dem Schlachtfeld zerstört wird." Sollten sich die Ölpreise stabilisieren und ein Waffenstillstand im Nahen Osten halten, dürfte Russland die Kriegsfinanzierung noch schwerer fallen.
Putins Rüstungsindustrie am Tropf staatlicher Banken
Die strukturellen Schwächen zeigen sich besonders im militärisch-industriellen Komplex, der bislang als Wachstumsmotor galt. Für Januar und Februar verzeichnete der Kreml einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent. Viele Rüstungsbetriebe außerhalb der Drohnenproduktion arbeiten defizitär, sind korruptionsanfällig und hängen von Krediten staatlicher Banken ab.
Zusätzlichen Finanzdruck belegt der Griff zu den Goldreserven. Laut "Moscow Times" verkauft die russische Zentralbank seit Jahresbeginn Gold, um wachsende Haushaltslücken zu schließen.
Wladimir Putin ahnungslos?
Besonders brisant ist Nilssons Einschätzung zur Informationslage im Kreml selbst: "Wenn man ein System geschaffen hat wie Putin, weiß er möglicherweise selbst nicht, wie schlecht die Lage wirklich ist."
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