Militärexperten warnen vor Putin-Angriff: Fällt diese Ostsee-Insel, droht der Nato ein Albtraum-Szenario
Die Nato hat mit einem riesigen Militärmanöver in der Ostsee ein deutliches Signal an Russland gesendet. Tausende Soldaten trainierten auf der strategisch wichtigen Insel Gotland den Ernstfall. Experten warnen bereits vor dramatischen Folgen, sollte Moskau die Kontrolle über das Eiland gewinnen.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Nato beendet Großmanöver "Aurora 26" mit 17.500 Soldaten
- Gotland gilt als strategischer Schlüsselpunkt in der Ostsee
- Experten warnen vor russischen Raketen und massiven Nato-Verlusten im Ernstfall
Die Nato hat gerade ihre größte multinationale Militärübung des Jahres abgeschlossen. Bei "Aurora 26" trainierten vom 27. April bis zum 13. Mai rund 17.500 Soldaten aus 13 Ländern die Verteidigung der schwedischen Ostseeinsel Gotland. Neben 16.000 schwedischen Streitkräften beteiligten sich etwa 1.500 Militärangehörige aus den USA, Großbritannien, Finnland, Norwegen, den baltischen Staaten, der Ukraine, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Kanada und Frankreich an dem Manöver.
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Die Ferieninsel mit nur 61.000 Einwohnern gilt als strategischer Schlüsselort in der Ostsee. Der Grund: Gotland liegt lediglich 200 Kilometer von der russischen Exklave Kaliningrad entfernt – dem früheren Königsberg. Diese geografische Nähe macht das Eiland zu einem potenziellen Brennpunkt im Falle eines Konflikts zwischen Russland und dem westlichen Verteidigungsbündnis.
Schwedischer Militärchef warnt vor russischer Risikobereitschaft
Der Oberbefehlshaber der schwedischen Streitkräfte, Michael Claesson, verdeutlicht die enorme Bedeutung der Insel. "Wer Gotland kontrolliert, kontrolliert den zentralen Teil der Ostsee von der polnischen Küste bis zum Archipel zwischen Schweden und Finnland", erklärte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Gleichzeitig mahnt Claesson zur Wachsamkeit gegenüber Moskau. Der Westen unterschätze mitunter, wie weit Russland strategisch zu gehen bereit sei. "Wenn die Russen eins wissen, dann, dass alle westlichen Länder derzeit massiv in ihre Verteidigung investieren", so der General. Er stellt die rhetorische Frage, warum Moskau abwarten sollte, solange noch Schwachstellen existieren, die ausgenutzt werden könnten.
Berlin und weitere Hauptstädte in Reichweite russischer Raketen
Militärexperte Thomas Theiner zeichnet gegenüber "Bild" ein düsteres Szenario für den Fall einer russischen Eroberung. "Fällt Gotland in russische Hände, werden die Russen dort Antischiffsraketen und Luftabwehrsysteme stationieren, wodurch die gesamte Ostsee für Nato-Schiffe nicht mehr nutzbar wäre", warnt er.
Die Konsequenzen wären weitreichend: Nato-Kampfjets könnten die bedrohten baltischen Staaten dann nur noch über einen Umweg durch Finnland erreichen. Direktflüge aus westlicher oder südlicher Richtung wären zu gefährlich – Russland hätte Flugabwehr auf Gotland, in Kaliningrad und in Belarus positioniert. Besonders alarmierend: Von Gotland aus könnten russische Iskander-Raketen Oslo, Stockholm und Kopenhagen erreichen. Von Kaliningrad aus lägen zudem Berlin und Warschau im Zielbereich.
Rückeroberung würde tausende Soldaten das Leben kosten
Derzeit befindet sich Gotland unter schwedischer Kontrolle und damit seit dem Nato-Beitritt des Landes 2024 auch unter dem Schutzschirm des Verteidigungsbündnisses. Doch sollte die Allianz die Insel jemals verlieren, wäre eine Rückeroberung mit enormen Opfern verbunden. "Eine Insel zu erstürmen, die voll mit Antischiffsraketen und Luftabwehr ist, würde Tausende Nato-Soldaten das Leben kosten", erklärt Theiner. Deshalb sei es von entscheidender Bedeutung, Gotland von vornherein zu halten. Die strategische Relevanz des Eilands ist dabei kein neues Phänomen. Bereits während des Kalten Krieges galt Gotland als die am stärksten militarisierte Insel auf dem europäischen Kontinent. Mit der Übung "Aurora 26" demonstriert die Nato nun, dass sie diese historische Lektion nicht vergessen hat.
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bua/sfx/news.de/dpa/stg
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