König Charles III. verunglimpft: Putin-Propagandisten beschimpfen Briten-Monarch als "Satanist"

König Charles III. hielt vor dem US-Kongress eine historische Rede und sprach auch über die Verteidigung der Ukraine. Russische Staatsmedien verunglimpften den Monarchen prompt als "Satanist", der einen Großangriff auf Russland vorbereite.

Erstellt von - Uhr

König Charles' Rede vor dem US-Kongress hat russische Staatsmedien zu heftigen Beschimpfungen des Monarchen veranlasst. (Foto) Suche
König Charles' Rede vor dem US-Kongress hat russische Staatsmedien zu heftigen Beschimpfungen des Monarchen veranlasst. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • König Charles III. hält gewichtige Rede vor US-Kongress bei Staatsbesuch
  • Briten-Monarch von russischen Staatsmedien wegen Ukraine-Aussage beschimpft
  • König Charles in Russen-Propaganda als "Satanist" und Kriegstreiber verunglimpft

Die Ansprache, die König Charles III. während seines Staatsbesuches vor dem US-Kongress hielt, hat weit über die Grenzen der Vereinigten Staaten von Amerika Beachtung gefunden. In Russland verursachten die Worte des Briten-Monarchen jedoch bitterböse Beschimpfungen, in denen Charles III. scharf attackiert und unter anderem als "Satanist" verunglimpft wurde.

König Charles III. in russischen Staatsmedien unflätig beschimpft und als "Satanist" gebrandmarkt

In seiner Rede hatte König Charles die historische Verbundenheit zwischen den USA und Großbritannien betont – von zwei Weltkriegen über den Kalten Krieg bis Afghanistan. Der Monarch forderte dabei "dieselbe unerschütterliche Entschlossenheit" für die Verteidigung der Ukraine, um "einen wahrhaft gerechten und dauerhaften Frieden" zu sichern.

"Offen militaristische Rede" – Kreml-Propagandisten toben vor Wut nach Ansprache von König Charles III.

Kreml-nahe Medien interpretieren diese Worte als offenen Aufruf zur Kriegsvorbereitung gegen Russland. Die Zeitung "Moskovsky Komsomolets" behauptete einem Bericht des "Daily Express" zufolge, der Monarch habe dazu aufgerufen, "sich auf einen Krieg mit Russland vorzubereiten". Der Kongress quittierte die Rede laut Berichten mit stehenden Ovationen. Der Kriegskommentator Aleksei Zhivov warf dem König vor, eine "einheitliche westliche Verteidigung der Ukraine und de facto einen Krieg mit Russland" gefordert zu haben. Großbritannien ziehe die "globalen Demokraten" in einen großen Konflikt mit Russland hinein – und werde dieses Ziel auch erreichen, so Zhivov.

Der ultranationalistische Sender TV Tsargrad folgte einem ähnlichen Muster. Charles habe "eine offen militaristische Rede vor dem US-Kongress gehalten", hieß es dort. Der Monarch habe die amerikanische Regierung aufgefordert, sich auf einen Krieg mit Russland vorzubereiten. Das Fazit des Senders: "Die britische Krone versucht immer noch, bei der Aufpeitschung russophober Kriegshysterie die Nase vorn zu haben."

"Wie Schakale von allen Seiten" – Russische Propagandisten verbreiten krude Verschwörungstheorien

Der russische Staatsmedien-Kriegsreporter Andrey Rudenko verbreitete eine düstere Verschwörungstheorie. Der Westen nutze den Ukraine-Konflikt gezielt, um Russland zu schwächen – der eigentliche Angriff stehe noch bevor. "Dieser Satanist ruft zur Vorbereitung auf den Hauptangriff auf", behauptete Rudenko über König Charles. "All die Jahre haben sie uns mit dem Krieg in der Ukraine geschwächt, und wenn sie merken, dass wir ausreichend geschwächt sind, werden sie uns wie Schakale von allen Seiten angreifen." Der Telegram-Kanal "Two Majors" verspottete den König als "kostümierten Clown" und unterstellte ihm, nach Washington gereist zu sein, um die amerikanische Elite um Unterstützung für ein europäisches Militärbündnis gegen Russland anzuflehen.

Churchill-Vergleich: Kreml-Propagandisten beschwören Angst vor neuem Kalten Krieg herauf

Die Angriffe auf König Charles fügen sich in eine etablierte Kreml-Strategie ein. Moskau stellt Großbritannien konsequent als Hauptantreiber der westlichen Ukraine-Unterstützung dar – als treibende Kraft, die Verbündete mobilisiert, um Putins Ambitionen auf eine Rückführung der ehemaligen Sowjetrepublik in Russlands Einflussbereich zu blockieren. Russische Kommentatoren ziehen dabei historische Parallelen. "1946: Winston Churchills Rede in Fulton markierte den Beginn des Kalten Krieges. 2026: Charles III. rief im US-Kongress offen zur Kriegsvorbereitung gegen Russland auf", hieß es in einem der Kanäle. Zhivov warnte zudem: "Ein großer Krieg mit dem Westen erwartet uns." Je länger Russland zögere, desto schwieriger würden die Ausgangsbedingungen. Man müsse sich jetzt mit der Ukraine befassen, "solange Europa noch nicht für einen langen Krieg mit uns bereit ist".

Auch diese Beiträge zum Royals-Staatsbesuch in den USA sind einen Blick wert:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.