Demos am 1. Mai 2026 im News-Ticker: 10.000 Demonstranten erwartet – Berliner Polizei mobilisiert mehr als 5.000 Beamte

Brennende Barrikaden in Mobilisierungsvideos, mehr als 5.000 Polizisten im Einsatz und 10.000 erwartete Demonstranten auf den Straßen von Kreuzberg: Die Berliner Polizei wappnet sich für den 1. Mai. Alle Entwicklungen hier im News-Ticker.

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Polizisten mit einem Wasserwerfer riegeln am 1. Mai im Schanzenviertel in Hamburg die Straße vor der "Roten Flora" ab. Bei Maidemos kommt es hier regelmäßig zu Auseinandersetzungen. (Foto) Suche
Polizisten mit einem Wasserwerfer riegeln am 1. Mai im Schanzenviertel in Hamburg die Straße vor der "Roten Flora" ab. Bei Maidemos kommt es hier regelmäßig zu Auseinandersetzungen. Bild: picture alliance / dpa | Angelika Warmuth
  • Demonstrationen am 1. Mai 2026 in mehreren Städten angekündigt
  • Berliner Polizei im Großeinsatz: 10.000 Teilnehmende bei "Revolutionärer 1. Mai"-Demo erwartet
  • Auch in diesen Städten wird am Maifeiertag demonstriert

Am diesjährigen Maifeiertag versammeln sich in Berlin erneut linke und linksradikale Gruppen zur traditionellen "Revolutionären 1. Mai"-Demonstration. Die Veranstalter rechnen mit bis zu zehntausend Teilnehmern, die ab 18.00 Uhr durch die Straßen von Kreuzberg und Neukölln ziehen werden, wie die "Berliner Morgenpost"und die "Zeit" schreiben.

 

"Revolutionärer 1. Mai"-Demo in Berlin angekündigt - 10.000 Teilnehmende erwartet

 

Der Protestzug in der Bundeshauptstadt startet am Oranienplatz in Kreuzberg und führt von dort zur Sonnenallee in Neukölln. Anschließend kehrt die Demonstration zurück und endet am Südstern in Kreuzberg. In den Mobilisierungsaufrufen heißt es unter anderem "Jeden Tag 1. Mai Eskalation" – begleitet von Bildern brennender Barrikaden und vermummter Demonstranten. Die Organisatoren betonen in ihrer Ankündigung: "Darum kämpfen wir am 1. Mai genau auf jenen Straßen für soziale Rechte, feministische Kämpfe und internationale Solidarität."

Mehr als 5.000 Polizisten am 1. Mai im Einsatz gegen Krawalle und Ausschreitungen

Die Berliner Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor. Über den gesamten Feiertag hinweg werden voraussichtlich mehr als 5.000 Beamte im Dienst sein, darunter auch Verstärkung aus anderen Bundesländern. Die Behörden reagieren damit auf die zahlreichen Veranstaltungen in der Hauptstadt. Trotz der provokanten Mobilisierungsvideos mit Szenen von Straßenkämpfen und brennenden Barrikaden rechnen die Sicherheitsbehörden nicht mit schweren Ausschreitungen. Die massiven Krawalle, die Berlin vom Ende der 1980er Jahre bis in die 2000er Jahre erschütterten, blieben in den vergangenen Jahren aus. Im Vorjahr verlief die Demonstration weitgehend friedlich – es kam nur vereinzelt zu Festnahmen und Gewaltvorfällen.

Gewerkschaften, Grunewald-Protest und Technoparty im Görlitzer Park in Berlin

Bereits am Vormittag des 1. Mai starten die großen Gewerkschaften ihre Kundgebung unter dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite". Um 11.30 Uhr beginnt der Zug am Strausberger Platz, die Hauptveranstaltung findet ab 12.00 Uhr vor dem Roten Rathaus statt. Im Villenviertel Grunewald versammeln sich ab 13.00 Uhr vor allem junge Menschen am Johannaplatz. Mit bunten und satirischen Aktionen protestieren sie gegen Kapitalismus, hohe Mieten und die schwarz-rote Landesregierung. Angekündigt sind unter anderem "Kontrollierte Sprengungen" als ironische Aktion. Im Görlitzer Park steigt tagsüber die Technoparty "Free Görli – Rave against the Zaun". Die Veranstaltung richtet sich gegen die seit März praktizierte nächtliche Schließung des Parks.

Berliner Senat lässt Görlitzer Park zwei Nächte offen

Wegen der zahlreichen Demonstrationen und Partys verzichtet die Landesregierung am Donnerstag- und Freitagabend auf die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks. Die Entscheidung fiel angesichts der erwarteten Menschenmassen, die erfahrungsgemäß bis spät in die Nacht feiern. Ein Absperren der Parktore durch den Wachdienst hätte unter diesen Umständen wohl zu erheblichen Konflikten geführt. Auch ohne das frühere Straßenfest "MyFest" dürfte der östliche Teil Kreuzbergs bereits am frühen Nachmittag überfüllt sein. Die Gegend zwischen Kottbusser Tor und Schlesischem Tor mit ihren zahlreichen Kneipen zieht traditionell Zehntausende Besucher an.

Demos am 1. Mai in Hamburg und Leipzig angekündigt

Nicht nur in Berlin, auch in Städten wie Hamburg und Leipzig wollen Gewerkschaften und Bündnisse am 1. Mai 2026 gegen die Sozialpolitik der Bundesregierung mobilisieren. In der Hansestadt rufen Organisatoren unter dem Motto "Geld ist da! Ran an die Reichen!" zur Demonstration in den wohlhabenden Vierteln auf. Die Teilnehmer fordern eine stärkere Besteuerung von Vermögen und eine gerechtere Verteilung des Wohlstands. Die Demonstration in Hamburg startet am 1. Mai um 14.30 Uhr am Jungfernstieg an der Reesendammbrücke. Die Organisatoren wollen bewusst durch die wohlhabenden Stadtteile ziehen und machen die ungleiche Vermögensverteilung zum Kernthema ihres Protests.

In Leipzig rücken derweil der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften die geplanten Sozialkürzungen ins Zentrum ihrer Kritik am 1. Mai 2026. Sie verlangen einen funktionierenden Sozialstaat und wehren sich gegen den aus ihrer Sicht fortschreitenden Abbau von Arbeitnehmerrechten. Das Programm beginnt um 10.00 Uhr mit einem Rad-Korso an der Sachsen-Brücke, parallel startet um 10.30 Uhr eine Demonstration am Volkshaus. Beide Züge treffen sich zur Hauptkundgebung am Marktplatz, wo Oliver Greie, Landesbezirksleiter von ver.di Sachsen-Anhalt-Thüringen, die Mairede hält.

Neben den beiden Großstädten finden zahlreiche weitere Veranstaltungen in der Region statt. In Hamburg sollen auch Veranstaltungen in Harburg und Bergedorf stattfinden. Die GEW ruft ihre Mitglieder auf, sich um 10.30 Uhr an der S-Bahn-Haltestelle Ottensen zu treffen. In Nordsachsen laden DGB und Gewerkschaften zu mehreren Familienfesten ein. In Borna sprechen unter anderem die stellvertretende Ministerpräsidentin Petra Köpping und Landrat Henri Graichen auf dem Marktplatz. Weitere Veranstaltungen beginnen um 10.00 Uhr in Böhlen, Delitzsch und Torgau. In Oschatz startet bereits um 09.00 Uhr ein Maipicknick von ver.di. Die Veranstaltung in Torgau organisieren IGBCE und ver.di gemeinsam auf dem Gelände des Rock'n'Roll- und Tanzclubs "Ireen".

News-Ticker zum 1. Mai 2026: Alle Neuigkeiten zu Mai-Demos, Ausschreitungen und Krawallen

Wann und wo am 1. Mai 2026 demonstriert wird und wo es zu Ausschreitungen und Krawallen kommt, verrät unser News-Ticker zum Maifeiertag im Überblick.

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/news.de/dpa/stg

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