24.03.2021, 07.56 Uhr

Kim Jong-un: Nordkorea-Diktator feuert wieder Raketen ab

Es vergeht lange Zeit, bis Nordkorea einen neuen Raketentest unternimmt. Bei Kim Jong-uns jüngstem Waffentest fliegen anscheinend zwei Marschflugkörper in Richtung Gelbes Meer. So reagiert die US-Regierung auf die jüngste Kim-Zündelei.

Kim Jong-un hat in Nordkorea wieder Raketen getestet. Bild: picture alliance/dpa/KCNA | -

Manche Dinge ändern sich nie! Das weiß auch US-Präsident Joe Biden, der wenig überrascht auf die jüngsten Aktivitäten des nordkoreanischen Machthabers reagierte. Da hat der "Oberste Führer" Kim Jong-un sein jüngstes Ziel, die USA zu provozieren, offenbar verfehlt. Dennoch blickt die Welt mit Sorge nach Nordkorea.

Raketentest in Nordkorea: Kim Jong-un testet Marschflugkörper - USA reagieren verhalten

Es war der erste Raketentest, den Kim Jong-un seit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Joe Biden vorgenommen hat. Bei dem Waffentest seien am vergangenen Sonntag an der Westküste Nordkoreas wahrscheinlich zwei Marschflugkörper von kurzer Reichweite abgefeuert worden, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte am Mittwoch mit. Biden spielte den Test herunter. Auf die Frage von Journalisten, ob der Test als Provokation gesehen werde, sagte Biden unter Berufung auf das US-Verteidigungsministerium am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington: "Nein... alles wie gehabt. Da gibt es kein neues Problem bei dem, was sie getan haben." Weiter soll er zudem erklärt haben: "Wir haben gelernt, dass sich nicht viel geändert hat."

Tests von Marschflugkörpern unterliegen nicht den Sanktionen

UN-Resolutionen verbieten der selbst erklärten Atommacht Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe tragen können. Tests von Marschflugkörpern unterliegen dagegen nicht den Sanktionen gegen das Land. Anders als ballistische Raketen verfügen Marschflugkörper (Cruise Missiles) über einen permanenten eigenen Antrieb.

Wie weit die beiden Lenkflugkörper am Sonntag flogen, war zunächst unklar. Es war der erste bekannt gewordene Raketentest des Landes seit April 2020. Der Test scheine Teil des Wintertrainings der nordkoreanischen Streitkräfte zu sein, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Militärvertreter.

Nordkorea reagiert auf Militärübungen der Streitkräfte Südkoreas und der USA

Der Test erfolgte nach gemeinsamen Militärübungen der Streitkräfte Südkoreas und der USA. Die neuntägige Kommandoübung, die kein Feldtraining umfasste, war am Donnerstag der vergangenen Woche zu Ende gegangen. Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, Kim Yo-jong, hatte die Militärübungen verurteilt und der neuen US-Regierung vorgeworfen, als ersten Schritt Ärger machen zu wollen.

US-Regierung plant neue Nordkorea-Politik

US-Außenminister Antony Blinken hatte China bei einem Besuch in Seoul in der vergangenen Woche dazu aufgerufen, im Streit über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm seinen Einfluss auf die Regierung in Pjöngjang stärker geltend zu machen.

Die US-Regierung ist dabei, in Zusammenarbeit mit Südkorea und anderen Verbündeten eine neue Nordkorea-Politik zu formulieren. Die umfassende Überprüfung dieser Politik einschließlich der Optionen sei fast abgeschlossen, sagte ein ranghoher Regierungsbeamter. Washington habe zu den diplomatischen Bemühungen bezüglich Nordkoreas keine "Illusionen darüber, wie schwierig das wird".

Kim Jong-un treibt Raketenprogramm seit Jahren voran

Nordkorea treibt sein Raketenprogramm seit vielen Jahren voran. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung von ballistischen Raketen. Daneben entwickelt das isolierte Land weitere Waffensysteme, darunter auch Lenkwaffen. Die Verhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington über das nordkoreanische Atomprogramm kommen seit zwei Jahren nicht mehr voran.

Mehr zu Kim Jong-un: K-Pop-Panik! So will Nordkorea die Musik aus seinem Land fernhalten

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sba/loc/news.de/dpa

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