30.01.2021, 19.26 Uhr

Donald Trump: "Schrecklich betrogen!" Anführer von Kapitol-Sturm will gegen Ex-Präsident aussagen

Der Anführer des Kapitol-Sturms vom 6. Januar 2020 möchte nun beim Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump aussagen. Der QAnon-Schamane fühle sich "schrecklich betrogen" vom ehemaligen US-Präsidenten.

Der Anführer des Kapitol-Sturms vom 6. Januar ist wütend auf Donald Trump Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon

Der selbst ernannte QAnon-Schamane Jacob Chansley alias Jake Angeli möchte laut eigenen Angaben "bei Trumps Amtsenthebung aussagen", weil er sich nach der Stürmung des Kapitols vom ehemaligen US-Präsidenten hintergangen fühlte. Denn dieser hatte dem Kapitol-Randalierer keine Begnadigung zukommen lassen.

Kapitol-Randalierer von QAnon will im Senat gegen Trump aussagen

Wie die britische "Sun" berichtet, ist der Anführer des Kapitol-Sturms vom 6. Januar 2020 fest entschlossen, bei Donald Trumps Amtsenthebungsverfahren im Senat auszusagen. Das bestätigte Jacob Chansleys Anwalt. Chansley aka "Jake Angeli" soll sich vom ehemaligen Präsidenten "betrogen" gefühlt haben, nachdem er keine Begnadigung erhalten hatte.

Chansley führte Sturm auf Kapitol am 6. Januar an

Der 33-Jährige, der am 6. Januar Gesichtsfarbe, einen pelzigen Hut und Hörner trug, war einer von Hunderten Demonstranten, die sich den Eintritt in das Kapitol in der US-amerikanischen Hauptstadt erzwungen haben. Albert Watkins - der Anwalt von Jacob Chansley - habe seinem Klienten laut eigenen Angaben angeboten, ihn bei Trumps bevorstehendem Amtsenthebungsverfahren aussagen zu lassen.

Der Anführer des Kapitol-Sturms ist wütend auf Donald Trump Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta

Er behauptet, sein Klient, der sich selbst "QAnon-Schamane" nennt, sei "vom Präsidenten betrogen worden" und sagt, Chansley hätte das Gebäude niemals gestürmt, wenn Trump seine Anhänger mit seiner Rede nicht dazu aufgerufen hätte. Watkins gibt an, er habe bislang mit keinem Mitglied des Senatsteams gesprochen. Am 8. Februar soll Trumps Prozess um eine Amtsenthebung im Senat beginnen.

Trump habe seine Anhänger "schrecklich betrogen"

Der Anwalt findet es wichtig, dass die Senatoren jemanden anhören können, der vom damaligen Präsidenten angestiftet wurde. Watkins behauptet, Chansley sei von Trump "schrecklich betrogen" worden. Er war entsetzlich enttäuscht, dass Trump seine Amtszeit beendete, ohne ihm eine Entschuldigung anzubieten geschweige denn eine Begnadigung für ihn zu erwirken.

Chansley und mindestens vier weitere Personen stehen seit dem Aufstand unter Strafverfolgung auf Bundesebene. Sie behaupteten, Befehle von ihrem Präsidenten Trump befolgt zu haben.

Chansley als leidenschaftlicher Trump-Anhänger

Staatsanwälte, die bis zum Prozess erfolgreich die Inhaftierung von Chansley beantragten, sagten, er sei mit einer US-Flagge, die an einem mit einem Speer bedeckten Holzpfahl befestigt war, ins Kapitol gegangen, habe die Befehle eines Beamten ignoriert, sei in die Senatskammer gegangen und habe dem damaligen Vizepräsidenten Mike Pence eine Drohnotiz geschrieben.

Chansley war lange Zeit ein "Stammkunde" bei Trump-Kundgebungen und sagte den Ermittlern, er sei "auf Wunsch des Präsidenten ins Kapitol gekommen", dass alle Patrioten "am 6. Januar nach DC kommen sollen."

Der Anführer des Kapitol-Sturms ist wütend auf Donald Trump Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta

US-Präsident stiftete Anhänger zur Gewalt an

Nun fühle er sich entsetzlich enttäuscht und betrogen. "Lassen Sie uns die Monate der Lügen, Falschdarstellungen und schrecklichen Anspielungen und hyperbolischen Reden unseres Präsidenten untersuchen, die dazu dienten, aufzuwiegeln, zu verärgern, zu motivieren", schlug Anwalt Watkins seinem Klienten vor. "Was wirklich merkwürdig ist, ist die Tatsache, dass unser Präsident diese Personen als Präsident öffentlich eingeladen hat, mit ihm in die Hauptstadt zu gehen." Watkins argumentierte, dass die Einladung Chansley und unzählige andere dazu veranlasst hat, das Kapitol zu stürmen.

Kapitol-Sturm-Anführer muss als Symbol für Unruhen hinter Gitterm bleiben

"Er bedauert sehr, dass er nicht nur vom Präsidenten betrogen wurde, sondern auch in einer Position, in der er sich von diesem Betrüger in die Lage versetzt hat, Entscheidungen zu treffen, die er nicht hätte treffen sollen", fügte Watkins hinzu. Ein Bundesrichter verhinderte kürzlich die Freilassung von Chansley und behauptete, er sei ein Symbol für die Unruhen und könne weitere Gewalt auslösen.

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sig/news.de

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