Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle: Zwei Männer stellen sich nach rätselhaftem Crash auf Airport-Gelände

Zwei Männer durchbrechen mit einem Auto den Sicherheitszaun am Flughafen Leipzig/Halle – ausgerechnet dort, wo eine Sprengstoff-Drohne neben ukrainischen Frachtmaschinen gefunden wurde. Die polizeilichen Ermittlungen laufen weiter.

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Nach dem Durchbruch eines Sicherheitszauns am Flughafen Leipzig/Halle haben sich nach Polizeiangaben zwei Männer gestellt. (Foto) Suche
Nach dem Durchbruch eines Sicherheitszauns am Flughafen Leipzig/Halle haben sich nach Polizeiangaben zwei Männer gestellt. Bild: Heiko Rebsch/dpa/dpa
  • Sicherheitszaun am Flughafen Leipzig/Halle durchbrochen
  • Zwei Männer stellen sich nach Unfall-Fahrt
  • Ermittler stellen Fahrzeug nach Crash ohne Führerschein sicher

Ein erneuter Sicherheitsvorfall hat am Flughafen Leipzig/Halle für Wirbel gesorgt: In einem Sicherheitszaun klaffte ein großes Loch, das ein Fahrzeug verursacht haben musste - doch am Ort des Geschehens war kein Pkw zu finden. Nun haben sich zwei Männer der Polizei gestellt und gestanden, am späten Abend des 17. Oktober 2026 jenen Unfall verursacht zu haben, der für erhöhte Alarmbereitschaft sorgte.

Sicherheitsvorfall am Leipziger Flughafen entpuppt sich als Unfall ohne Fahrerlaubnis

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen handelt es sich bei den Verdächtigen um einen 20-Jährigen und einen 32-Jährigen. Die beiden sollen demnach für eine Fahrprüfung geübt und dabei die Kontrolle über das Fahrzeug verloren haben - im Besitz einer Fahrerlaubnis sei keiner der beiden gewesen, als es zu dem Crash kam. Die Polizei Leipzig stuft den Vorfall als Unfall ein. Allerdings seien die Ermittlungen zu den genauen Abläufen noch nicht beendet. Am Abend des 18. Oktober erschienen beide Männer in Begleitung ihrer Rechtsanwälte bei der Leipziger Staatsanwaltschaft sowie der Kriminalpolizei. Zuvor hatte die "Bild" über den Vorfall berichtet.

Fahrschüler brettert mit Pkw durch Airport-Zaun - Unfallwagen sichergestellt

Der 20-Jährige saß den Angaben zufolge hinter dem Lenkrad, obwohl er über keine gültige Fahrerlaubnis verfügte. Über seinen Anwalt räumte er ein, den Zaun durchbrochen und den Unfallort anschließend verlassen zu haben. Der 32-Jährige, auf den das Fahrzeug zugelassen war, äußerte sich gegenüber den Behörden nicht weiter. Den Wagen hatten die Männer privat abschleppen lassen. Die Ermittler spürten das Auto schließlich auf dem Gelände eines Autohandels auf. Ein Bereitschaftsrichter ordnete daraufhin die Beschlagnahme und Durchsuchung des Fahrzeugs an.

Dem jüngeren Verdächtigen werden nun Fahrerflucht und Fahren ohne Fahrerlaubnis zur Last gelegt. Im Fall des Fahrzeughalters prüft die Polizei, ob er das Fahren ohne gültigen Führerschein wissentlich geduldet hat. Die Untersuchungen zu möglichen Hintergründen dauern an.

Sicherheitsvorfall am Leipziger Flughafen - Hubschrauber und Drohnen im Einsatz

Entdeckt wurde der beschädigte Zaun am Samstagabend kurz vor 23.00 Uhr durch den Sicherheitsdienst des Flughafens während einer Routinekontrolle. Daraufhin leiteten die Behörden eine umfangreiche Suchaktion ein. Polizeikräfte durchkämmten das Flughafengelände mehrfach – unterstützt von einem Hubschrauber sowie Drohnentechnik.

Weder unbefugte Personen noch verdächtige Objekte konnten bei der Durchsuchung aufgespürt werden. Vorsorglich sperrten die Verantwortlichen dennoch die nördliche Start- und Landebahn. Erst am Sonntagnachmittag gegen 14 Uhr konnte die Nordpiste wieder für den Betrieb freigegeben werden. Der Großeinsatz verdeutlicht die erhöhte Sensibilität am Flughafen Leipzig/Halle – nicht zuletzt wegen eines Sicherheitsvorfalls im August.

Flughafen Leipzig/Halle nach explosivem Drohnen-Vorfall unter besonderer Beobachtung

Besondere Brisanz erhält der Vorfall durch ein Ereignis, das erst wenige Monate zurückliegt: Anfang August hatten Sicherheitskräfte am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff bestückte Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtmaschinen entdeckt. Die Bundesregierung lastete den mutmaßlichen Anschlagsversuch Russland an, das die Anschuldigungen zurückwies. Ob zwischen dem damaligen Fund und dem jetzigen Zaunbruch eine Verbindung besteht, ist bislang ungeklärt.

Seit 2022 stehen drei russische Antonow-Frachtmaschinen aufgrund der EU-Sanktionen auf dem Flughafengelände. Laut Flughafensprecher Uwe Schuhart befinden sich diese Flugzeuge zwar ebenfalls im Nordbereich – wie auch der beschädigte Zaun –, jedoch nicht in direkter Nachbarschaft. Die ukrainischen Antonow-Frachter sind dagegen im Südteil des Airports stationiert und damit deutlich weiter entfernt.

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Nach dem Durchbruch eines Sicherheitszauns am Flughafen Leipzig/Halle haben sich nach Polizeiangaben zwei Männer gestellt. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr, hatten die 20 und 32 Jahre alten Männer am Samstagabend mit einem Auto für eine Fahrprüfung geübt und dabei die Kontrolle über den Wagen verloren. Zuvor hatte die "Bild" berichtet. Die Polizei Leipzig sprach in einer Mitteilung von einem Unfall. Die Ermittlungen zu konkreten Abläufen seien noch nicht abgeschlossen. 

Demnach hatten sich beide Männer am Sonntagabend mit ihren Anwälten bei der Staatsanwaltschaft Leipzig und bei der Kriminalpolizei gemeldet. Der 20-Jährige soll am Steuer gesessen haben, obwohl er keine gültige Fahrerlaubnis hatte. Über seinen Anwalt ließ er mitteilen, dass er den Zaun durchbrochen und sich anschließend von der Unfallstelle entfernt habe. Der 32 Jahre alte Halter des Wagens machte laut Polizei keine näheren Angaben.

Fahrzeug wurde sichergestellt

Das Auto war auf private Veranlassung abgeschleppt worden. Ermittler fanden es auf dem Gelände eines Autohandels. Ein Bereitschaftsrichter hatte seine Beschlagnahme und Durchsuchung angeordnet.

Gegen den 20-Jährigen wird wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt. Gegen den 32-Jährigen prüfen die Ermittler, ob er das Fahren ohne Fahrerlaubnis zugelassen haben könnte. Die Ermittlungen zu den Abläufen, den Tatbeteiligungen und einer möglichen Motivlage dauern an.

Keine Eindringlinge gefunden

Der Flughafensicherheitsdienst hatte den beschädigten Zaun am Samstag kurz vor 23.00 Uhr bei einer routinemäßigen Streife entdeckt. Einsatzkräfte durchsuchten das Gelände mehrfach, auch mit einem Polizeihubschrauber und Drohnentechnik. Sie fanden weder unberechtigte Personen noch verdächtige Gegenstände. Die Nordpiste war zunächst gesperrt und wurde am Sonntag gegen 14.00 Uhr wieder freigegeben.

Antonows und früherer Drohnenfund

Für Aufsehen sorgte der Vorfall auch vor dem Hintergrund eines früheren Sicherheitsereignisses: Anfang August war am Flughafen eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesregierung machte Russland für den versuchten Angriff verantwortlich, Moskau wies die Vorwürfe zurück. Ob es einen Zusammenhang mit dem aktuellen Vorfall gibt, ist unklar.

Drei russische Antonow-Frachtflugzeuge stehen wegen der EU-Sanktionen gegen Russland seit 2022 am Flughafen. Sie befinden sich wie der beschädigte Zaun im Nordbereich, aber nicht in unmittelbarer Nähe, sagte Flughafensprecher Uwe Schuhart. Ukrainische Antonow-Frachtflugzeuge stehen im Südbereich und damit deutlich weiter entfernt.

/news.de/dpa/stg

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