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Unwetter-Chaos im News-Ticker: Nächste Sturmflut schon im Anmarsch! Sturmtief "Nadia" verursacht 150 Mio. Euro Schaden

Norddeutschland hat eine stürmische Nacht hinter sich: Feuerwehren und Polizei waren dank Sturmtief "Nadia" im Dauereinsatz. Der Hamburger Fischmarkt steht unter Wasser, auch Bahnen und Fähren fielen aus. Die Unwetter-Nacht im News-Ticker.

Sturmflut in Hamburg: Mitglieder der DLRG am unter Wasser stehenden Fischmarkt mit der Fischauktionshalle an der Elbe. Bild: picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt

Verspätete Züge, umgestürzte Bäume, umherfliegende Gegenstände und eingestellte Fährverbindungen: Das Sturmtief "Nadia" hat am Samstag (29.01.2022) und in der Nacht zum Sonntag (30.01.2022) zum Teil orkanartige Böen und eine Sturmflut nach Norddeutschland gebracht. Feuerwehren und die Polizei mussten Hunderte Male ausrücken. Eine Verschnaufpause gibt es nicht: Dem Deutschen Wetterdienst (DWD)zufolge soll der Sturm noch bis Sonntagvormittag andauern. Und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnt bereits vor der nächste Sturmflut.

Sturmtief "Nadia" wütet weiter über Norddeutschland: Mehr als 300 Einsätze in Unwetter-Nacht

Allein in Hamburg habe es bislang rund 300 Unwetter-Einsätze gegeben, sagte ein Polizeisprecher am frühen Sonntagmorgen. Zuvor hatte eine schwere Sturmflut den Fischmarkt im Stadtteil St. Pauli unter Wasser gesetzt. Der Scheitel wurde nach BSH-Angaben gegen 0.17 Uhr erreicht. Der Wasserstand lag 2,84 Metern über dem mittleren Hochwasser, wie eine Sprecherin mitteilte. Das BSH hatte in Hamburg mit Wasserständen von bis zu 3 Metern über dem mittleren Hochwasser gerechnet. Wie ein dpa-Fotograf berichtete, zog es Hunderte Schaulustige zum Fischmarkt. Durch die Überflutungen wurden demnach mehrere Autos beschädigt.

In der Nacht zum Sonntag gab es nach Angaben des BSH auch an anderen Küstenabschnitten eine Sturmflut. "Zwar nicht überall eine schwere Sturmflut wie in Hamburg", sagte die Sprecherin. Es sei aber die gesamte deutsche Nordseeküste betroffen gewesen. In Bremerhaven habe der Scheitelwert beispielsweise bei 2,14 Metern über dem mittleren Hochwasser gelegen.

An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

Feuerwehren im Dauereinsatz: Norddeutschland von Sturmtief "Nadia" gebeutelt

Zu weiteren Einsätzen kam es etwa auch in Schleswig-Holsteins. Allein im Norden des Landes mussten die Feuerwehren etwa 120 Mal ausrücken. Das sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle, die unter anderem für Flensburg, Schleswig und Husum zuständig ist.

Die Feuerwehr in Bremen war nach Angaben eines Sprechers in der Nacht mehr als 40 Mal im Einsatz. Im Kreis Aurich in Ostfriesland wurde die Feuerwehr rund 25 Mal zu Hilfe gerufen.

Der Sturm bescherte auch Feuerwehr und Polizei in Mecklenburg- Vorpommern viele Einsätze. In Schwerin und Umgebung sei man knapp 200 Mal ausgerückt, sagte ein Feuerwehrsprecher.Auch in Stralsund berichtete das Lagezentrum, dass man alle Hände voll zu tun habe.

Wegen Sturmschäden kam es in Norddeutschland außerdem zu massiven Problemen im Bahnverkehr. Am frühenSamstagabend stellte die Deutsche Bahn den Fernverkehr in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen für etwa 50 Minuten ein. Betroffen waren insbesondere die ICE-Strecken zwischen Hamburg und Bremen sowie zwischen Hamburg und Berlin. Dort komme es auch weiterhin zu großen Beeinträchtigungen, wie ein Sprecher sagte.

Zugverkehr und Fährverbindungen von Sturm lahmgelegt

Im Regionalverkehr gibt es laut Bahn ebenfalls Zugausfälle und Verspätungen. Reisende und Pendler sollten sich vor Fahrtantritt über die Webseite, die App oder telefonisch informieren, ob ihr Zug wie geplant fährt. Wann die Züge wieder wie geplant fahren, hänge vom weiteren Verlauf des Sturms ab, sagte der Bahnsprecher.

Wegen der Unwetterwarnungen wurden auch zahlreiche Fährverbindungen am Wochenende gestrichen. An der Nordsee fielen alle Verbindungen der Hallig-Linie am Wochenende aus, wie die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) mitteilte. Auch Verbindungen ab Föhr, Amrum und Dagebüll waren betroffen. In Mecklenburg-Vorpommern wurde der Fährverkehr auf der Ostsee zwischen Rostock und Gedser auf der dänischen Insel Falster eingeschränkt. Nach Angaben der Reederei Scandlines fielen mehrere Verbindungen von Samstagnachmittag bis Sonntagmorgen aus. Der reguläre Fahrplan solle am Sonntag wieder aufgenommen werden.

Wetterwarnung aktuell: Norddeutschland bereitet sich auf nächste Sturmflut vor

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Samstag vor Sturm bis hin zu Orkanböen gewarnt. AmKieler Leuchtturm seien Windgeschwindigkeiten von bis zu 122,8, in Greifswald von bis zu 118,1 Stundenkilometern gemessen worden, sagte eine DWD-Sprecherin in der Nacht zum Sonntag. Die Warnlage im Norden soll noch bis Sonntagvormittag andauern. Es seien auch weiterhin einzelne Orkanböen möglich.

Nach BSH-Angaben droht den norddeutschen Ländern zudem bereits die nächste Sturmflut: Am Sonntag werden das Vormittag- beziehungsweise Nachmittag-Hochwasser an der deutschen Nordseeküste 1,5 bis 2 Meter und im Weser- und Elbgebiet 2 bis 2,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten. Für die Ostseeküste sei bis Sonntagmorgen noch die Niedrigwasserwarnung in Kraft. Die Experten erwarten aber, dass die Wasserstände im Verlauf des Tages bis zu 130 Zentimeter über den mittleren Wasserstand steigen.

Sturmtief "Nadia" verwüstet Norddeutschland: Alle Orkan- und Unwetter-Updates im News-Ticker

+++ 31.01.2022, 13.38 Uhr:Sturmflut nagt an Stränden - Sandabbrüche auf mehreren Inseln +++

 

Das Sturmtief "Nadia" hat deutliche Sandverluste auf den Ostfriesischen Inseln verursacht. Es habe erwartbare Abbrüche an den Sanddepots gegeben, die die Randdünen der Inseln schützen, sagte ein Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Montag auf dpa-Anfrage. Das genaue Ausmaß sei aber noch nicht bekannt, aktuell liefen dazu Vermessungen, hieß es. Ein Risiko etwa für die Insel Langeoog, wo bereits vorherige Sturmfluten an dem aufgespülten Sandkörper genagt hatten, besteht demnach nicht.

Das Sturmtief hatte laut der Behörde zu den bislang höchsten Wasserständen in der aktuellen Sturmflutsaison an der niedersächsischen Nordseeküste geführt. Demnach wurden bei Sturmfluten am Samstagabend und am Sonntagmorgen die Grenze zur leichten Sturmflut deutlich überschritten. Zum Teil traten höhere Pegelstände ein als von den NLWKN-Experten prognostiziert.

+++ 31.01.2022, 13.25 Uhr: Makler: Sturmtief "Nadia" kostet Versicherer rund 150 Millionen Euro +++

Sturmtief "Nadia" hat in Deutschland nach Schätzung von Experten versicherte Schäden in Höhe von etwa 150 Millionen Euro angerichtet. Damit sei der Sturm ein kleines Unwetterereignis und nicht zu vergleichen etwa mit den Zerstörungen durch Sturmtief "Bernd" vom Juli 2021, teilte der Versicherungsmakler Aon am Montag auf Basis erster Schätzungen in Hamburg mit.

Auch im Vergleich zu anderen schweren Winterstürmen fielen die Schäden demnach gering aus: Dem deutschen Versichererverband GDV zufolge hatte "Friederike" im Januar 2018 hierzulande versicherte Schäden von rund 900 Millionen Euro angerichtet. Die Zerstörungen durch Sturmtief "Kyrill" kosteten die Versicherungsbranche 2007 sogar mehr als 2 Milliarden Euro.

+++ 31.01.2022, 09.35 Uhr: Ostseesturmflut verläuft in Schleswig-Holstein glimpflich +++ 

Nach den Nordseesturmfluten in der Nacht zu Sonntag und am Sonntag hat es in der Nacht zu Montag auch an der Ostsee eine Sturmflut gegeben. In Flensburg stieg das Wasser nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in der Nacht auf 1,49 Meter über den mittleren Wasserstand. Hier wurden, ebenso wie in Lübeck, wo das Wasser auf 1,40 Meter stieg, unter anderem Straßen und Parkplätze überschwemmt. Nach Angaben des BSH waren die beiden Städte diejenigen mit den höchsten Pegelständen in Schleswig-Holstein. Nennenswerte Einsätze gab es nach Angaben von Polizei und Feuerwehr wegen des Ostseehochwassers aber nicht.

+++ 30.01.2022, 13.14 Uhr: Nach Schiffskollision - Brücke im Hamburger Hafen bleibt gesperrt +++

Nach der Kollision eines Baggerschiffes mit der Freihafenelbbrücke im Hamburger Hafen am späten Samstagabend bleibt die Brücke zunächst für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Der Schaden sei als so bedeutend angesehen worden, dass eine Sperrung der Brücke über einen noch nicht absehbaren Zeitraum notwendig ist, teilte die Polizei Hamburg am Sonntag mit. Die unmittelbar danebenliegende Bahnbrücke ist von der Sperrung nicht betroffen.

Das Schiff war am späten Samstagabend gegen die Brücke gestoßen und hat sich dort festgefahren. Das Führerhaus des Binnenschiffes wurde dabei erheblich beschädigt. Der 44 Jahre alte Schiffsführer sowie ein 45-jähriger Baggerfahrer, die an Bord waren, blieben unverletzt. Beide Männer hatten einen Atemalkoholwert von rund 1,4 Promille. Blutprobenentnahmen wurden angeordnet. Wegen des am Abend weiter steigenden Hochwassers konnte das Baggerschiff mit Hilfe eines Schiffsassistenzschleppers um 3.30 Uhr frei und am Kirchenpauerkai fest gemacht werden.

Die genaue Unfallursache war zunächst unklar. Es sei möglich, dass sich der Kapitän wegen des steigenden Wasserstandes der Elbe verschätzt habe, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht auf Sonntag. Die Freihafenelbbrücke von 1926 gilt als Wahrzeichen Hamburgs. Sie führt über die Norderelbe und befindet sich an der nördlichen Grenze des Hafengebietes.

+++ 30.01.2022, 10.42 Uhr: DWD hebt Unwetterwarnung für Norddeutschland auf +++

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Unwetterwarnung für Norddeutschland am Vormittag aufgehoben. Die Unwetterwarnung galt seit Samstagmittag. Bis zum späten Sonntagnachmittag ist den Angaben zufolge aber weiter mit Sturmböen zu rechnen. In der Nacht war Sturmtief "Nadia" mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu knapp 130 Stundenkilometern über die norddeutsche Küste hinweggefegt.

Die höchsten Windgeschwindigkeit an der Küste wurde auf Hallig Hooge (Kreis Nordfriesland) mit 127 km/h gemessen, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntagmorgen. In List auf Sylt, Kap Arkona auf Rügen und Glücksburg bei Flensburg wurden Werte von 119 km/h in der Spitze gemessen. Spitzenreiter in Ostfriesland waren die Inseln Spiekeroog und Norderney mit 112 km/h. Der Höhepunkt des Sturms sei zwischen 1.00 Uhr und 3.00 Uhr am frühen Sonntagmorgen gewesen, sagte die Meteorologin weiter.

+++ 30.10.2022, 10.38 Uhr: Fußgänger im Sturm von umstürzendem Baum getroffen +++

Ein Fußgänger ist während des schweren Sturms von einem umstürzenden Baum im Bremer Bürgerpark getroffen und schwer verletzt worden. Nachdem er von einem Notarzt versorgt wurde, kam er in ein Krankenhaus, wie die Feuerwehr am Sonntag mitteilte. Im gesamten Bremer Stadtgebiet hatte Sturmtief "Nadia" Dutzende Einsätze ausgelöst. Zwischen dem Samstagnachmittag und Sonntagvormittag musste die Feuerwehr dort insgesamt zu 38 unwetterbedingten Einsätzen ausrücken.

+++ 30.01.2022, 10.13 Uhr: Züge der Harzer Schmalspurbahnen stehen wegen Sturmtiefs still +++

Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) haben am Sonntag wegen Sturmtief "Nadia" den Verkehr nahezu komplett eingestellt. Die Züge der Brockenbahn, der Harzquerbahn und der Selketalbahn stünden witterungsbedingt still, teilte das Bahnunternehmen auf seiner Internetseite mit. Ausschließlich zwischen Nordhausen und Ilfeld-Neanderklinik in Thüringen werde noch gefahren, hieß es. Bereits am Freitag und Samstag waren keine Züge auf den 1141 hohen Brocken unterwegs. Dort wurde am späten Samstagnachmittag eine Spitzenwindgeschwindigkeit von rund 130 Stundenkilometer gemessen, in der Nacht waren es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes 125 Stundenkilometer. Langsam ziehe "Nadia" ab, hieß es.

+++ 30.01.2022, 09.52 Uhr: Bundesamt für Seeschifffahrt warnt vor schwerer Sturmflut am Sonntag +++

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat am Sonntagmorgen für die deutsche Nordseeküste vor der Gefahr einer schweren Sturmflut gewarnt. Das Vormittags- beziehungsweise das Nachmittag-Hochwasser werde an der ostfriesischen Küste, im Weser- und Elbegebiet 2 bis 2,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten. An der nordfriesischen Küste können Pegelstände von 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser erreicht werden. Im Hamburger Elbegebiet kann das Hochwasser sogar 2,5 bis 3 Meter höher sein als das mittlere Hochwasser. Die Sturmflutgefahr besteht nach BSH-Angaben bis etwa 14.37 Uhr.

An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

Auch für die Ostseeküste besteht am Sonntag die Gefahr einer Sturmflut. Hier werden am Nachmittag beziehungsweise Abend Wasserstände bis 1,35 Meter über dem mittleren Wasserstand erwartet.

An der Ostseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Wasser 1,00 bis 1,25 Meter über mittlerem Wasserstand aufläuft. Bei einer mittleren Sturmflut steigt der Pegel auf 1,25 bis 1,50 Meter über mittlerem Wasserstand. Von einer schwere oder sehr schweren Sturmflut wird ab Werten von mehr als 1,50 beziehungsweise 2,00 Metern über mittlerem Wasserstand gesprochen.

+++ 30.01.2022, 09.10 Uhr: Sturmtief "Nadia" fegt mit 127 Stundenkilometer über Hallig Hooge +++

Sturmtief "Nadia" ist in der Nacht mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu knapp 130 Stundenkilometern über die norddeutsche Küste hinweggefegt. Die höchsten Windgeschwindigkeit wurde auf Hallig Hooge (Kreis Nordfriesland) mit 127 km/h gemessen, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntagmorgen. In List auf Sylt, Kap Arkona auf Rügen und Glücksburg bei Flensburg wurden Werte von 119 km/h in der Spitze gemessen. Spitzenreiter in Ostfriesland waren die Inseln Spiekeroog und Norderney mit 112 km/h. Der Höhepunkt des Sturms sei zwischen 1.00 Uhr und 3.00 Uhr am frühen Sonntagmorgen gewesen, sagte die Meteorologin weiter.

Die Unwetterwarnung des DWD läuft am Sonntagmorgen um 10.00 Uhr aus. Bis zum späten Nachmittag ist den Angaben zufolge jedoch weiter mit Sturmböen zu rechnen. Ungewöhnlich stark ist das Sturmtief nach Angaben der Meteorologin nicht: "Es ist ein recht normaler Weststurm."

+++ 30.01.2022, 08.39 Uhr: Fußgänger stirbt durch umstürzendes Wahlplakat +++

Ein Fußgänger ist in Beelitz (Brandenburg) von einem umstürzenden Wahlplakat schwer verletzt worden und wenig später gestorben. Das Plakat kippte am Samstagabend kurz nach 22.00 Uhr aus unbekannten Gründen auf den Mann, erklärte ein Sprecher des Polizeilichen Lagedienstes am Sonntagmorgen. Die "B.Z." (Online) berichtete zuerst.

Medienberichte über weitere Verletzte im Zusammenhang mit dem Plakat konnte der Lagedienst zunächst nicht bestätigen. "Die Ermittlungen zur Ursache laufen noch", sagte ein Sprecher. In der Nacht von Samstagabend auf Sonntagmorgen zog das Sturmtief "Nadia" über Brandenburg und Berlin. Das Plakat war anlässlich der kommenden Landratswahlen in Potsdam-Mittelmark aufgestellt worden.

+++ 30.01.2022: 08.36 Uhr: Bahn: Verkehr im Norden und Nordosten noch beeinträchtigt +++ 

Wegen des schweren Sturms ist der Bahnverkehr im Norden und Nordosten Deutschlands auch am Sonntagmorgen noch beeinträchtigt gewesen. Die Probleme sollten voraussichtlich bis in die Mittagsstunden anhalten, teilte die Deutsche Bahn mit. Auf dem Abschnitt zwischen Stralsund und Ostseebad Binz fielen die ICE- und IC-Züge aus. Zwischen Bremen und Hamburg kam es zu Verspätungen, da der Streckenabschnitt nur eingleisig befahrbar war. Zwischen Rostock und Hamburg sowie Berlin sollten Fahrgäste mit kurzfristigen Zugausfällen und Verspätungen rechnen.

Auch im Regionalverkehr kam es wegen der Unwetterschäden noch zu Verspätungen und Ausfällen. Als Gründe nannte die Bahn vielerorts Bäume, die auf die Gleise gestürzt waren - oder Störungen der Oberleitung.

+++ 30.01.2022, 01.58 Uhr: Schwere Sturmflut setzt Hamburger Fischmarkt unter Wasser +++

Eine schwere Sturmflut hat in der Nacht zum Sonntag den Fischmarkt im Hamburger Stadtteil St. Pauli unter Wasser gesetzt. Der Scheitel sei gegen 0.17 Uhr mit 2,84 Metern über dem mittleren Hochwasser erreicht worden, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Sonntagmorgen. Nun gehe das Hochwasser wieder zurück. Das BSH hatte in Hamburg mit Wasserständen von bis zu 3 Metern über dem mittleren Hochwasser gerechnet.

Wie ein dpa-Fotograf berichtete, zog es Hunderte Schaulustige zum Fischmarkt. Durch die Überflutungen wurden nach Angaben der Polizei mehrere Autos beschädigt. Wie hoch das Wasser auf dem Fischmarkt stand, konnte ein Sprecher zunächst aber nicht sagen.

In der Nacht zum Sonntag gab es nach Angaben des BSH auch an anderen Küstenabschnitten eine Sturmflut. "Zwar nicht überall eine schwere Sturmflut wie in Hamburg", sagte die Sprecherin. Es sei aber die gesamte deutsche Nordseeküste betroffen gewesen. In Bremerhaven habe der Scheitelwert beispielsweise bei 2,14 Metern über dem mittleren Hochwasser gelegen.

An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

+++ 30.01.2022, 01.20 Uhr: Sturmflut-Warnung in Hamburg - Stadt richtet Krisenstab ein +++ 

Wegen der erwarteten Sturmflut ist in Hamburg ein Krisenstab in der Innenbehörde eingerichtet worden. "Dort werden die Kompetenzen gebündelt", sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Auch die Feuerwehr und die die Bezirksämter seien Teil des Zentralen Katastrophendienstes (ZKD). Bislang wurden in der Hansestadt demnach etwa Straßen gesperrt, um zu verhindern, dass Fahrzeuge an vom Hochwasser bedrohte Orte fahren. Die Polizei rief die Menschen in der Hansestadt dazu auf, diese Gebiete zu meiden.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte am Samstagabend vor einer schweren Sturmflut an der Nordseeküste gewarnt. Die Wasserstände im Hamburger Elbgebiet können demnach 2,5 bis 3 Meter höher sein als das mittlere Hochwasser. Der Scheitelpunkt soll am frühen Sonntagmorgen erreicht werden. Auch für Ost- und Nordfriesland bestanden Sturmflutwarnungen.

Eine Sturmflut vom vorhergesagten Ausmaß könnte in Hamburg einige tief gelegene Uferbereiche wie den bundesweit bekannten Fischmarkt oder elbnahe Parkplätze im Westen der Stadt unter Wasser setzen.

Ein Binnenschiff hängt unter der Freihafenelbbrücke fest. Beim Durchfahren der Brücke im starken Sturm war das Schiff mit dem Steuerhaus an der Brücke hängengeblieben und hat sich dabei verklemmt. Bild: picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt

+++ 29.01.2022, 23.27 Uhr: Hoher Wasserstand: Binnenschiff fährt gegen Brücke im Hamburger Hafen +++

Im Hamburger Hafen hat sich ein Binnenschiff unter einer Brücke festgefahren. Das Schiff sei beim Durchfahren mit dem Steuerhaus an der Freihafenelbbrücke hängengeblieben und habe sich verklemmt, sagte ein Polizeisprecher am Samstagabend. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. An Bord des Schiffes befanden sich demnach zwei Menschen. Die genaue Unfallursache war zunächst unklar. Es sei möglich, dass sich der Kapitän wegen des steigenden Wasserstandes der Elbe verschätzt habe. Die Brücke sei gesperrt.

"Das Schiff klemmt unter der Brücke. Wenn das Wasser weiter steigen sollte, besteht die Gefahr, dass es unter Wasser gedrückt wird und untergeht", sagte der Sprecher weiter. Daher seien nun Schlepper auf dem Weg, um das Schiff freizubekommen. Die Freihafenelbbrücke von 1926 gilt als Wahrzeichen Hamburgs. Sie führt über die Norderelbe und befindet sich an der nördlichen Grenze des Hafengebietes.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte am Samstagabend vor einer schweren Sturmflut an der Nordseeküste gewarnt. Die Wasserstände im Hamburger Elbgebiet können demnach 2,5 bis 3 Meter höher sein als das mittlere Hochwasser. Der Scheitelpunkt soll am frühen Sonntagmorgen erreicht werden. Auch für Ost- und Nordfriesland bestanden Sturmflutwarnungen.

+++ 29.01.2022, 21.47 Uhr: Massive Bahn-Probleme wegen Sturmtiefs über der Nordsee +++

Wegen des Sturmtiefs über der Nordsee kommt es in Norddeutschland zu massiven Problemen im Bahnverkehr. Der Fernverkehr in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen sei für etwa 50 Minuten eingestellt worden, mittlerweile aber wieder angelaufen, sagte ein Bahnsprecher am Samstagabend in Berlin. Als Grund nannte er Sturmschäden. Betroffen sind den Angaben zufolge insbesondere die ICE-Strecken zwischen Hamburg und Bremen sowie zwischen Hamburg und Berlin. Dort komme es auch weiterhin zu großen Beeinträchtigungen, sagte der Sprecher weiter.

Im Regionalverkehr gibt es der Bahn zufolge ebenfalls Zugausfälle und Verspätungen. Reisende und Pendler sollten sich vor Fahrtantritt über die Webseite, die App oder telefonisch informieren, ob ihr Zug wie geplant fährt.

Die nächsten Stunden bleiben nach Angaben des Deutsche Wetterdienstes (DWD) stürmisch. Die Experten warnten am Samstag vor Sturm bis hin zu Orkanböen. Der Höhepunkt wurde in der Nacht zum Sonntag erwartet. Wann die Züge wieder wie geplant fahren, war daher zunächst unklar. Man müsse zunächst die Nacht abwarten, sagte der Bahnsprecher.

+++ 29.01.2022, 21.15 Uhr: Bundesamt für Seeschifffahrt verschärft Sturmflut-Warnung +++

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat seine Sturmflut-Warnung verschärft. Für die deutsche Nordseeküste bestehe nun die Gefahr einer schweren Sturmflut, teilte das BSH am Samstagabend mit. Die Wasserstände im Hamburger Elbgebiet könnten 2,5 bis 3 Meter höher sein als das mittlere Hochwasser. Der Scheitelpunkt soll am Sonntagmorgen gegen 1.50 Uhr erreicht werden. Auch für Ost- und Nordfriesland bestehe den Angaben nach eine Warnung vor einer schweren Sturmflut.

Zuvor hatten die BSH-Experten an der Elbe in Hamburg mit Wasserständen von 2 bis 2,5 Meter über dem mittleren Hochwasser gerechnet. An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

+++ 29.01.2022, 17.46 Uhr: Feuerwehren wegen Sturm im Einsatz +++ 

Das Sturmtief über der Nordsee beschert der Feuerwehr in Niedersachsen und Bremen seit Samstagnachmittag viele Einsätze. Im Kreis Aurich in Ostfriesland wurde die Feuerwehr bereits 16 Mal zu Hilfe gerufen, weil Bäume oder Bauzäune umgestürzt seien. Das sagte ein Sprecher in Aurich. Personen seien nicht zu Schaden gekommen.

"Das Geschäft zieht jetzt an", sagte auch ein Feuerwehrsprecher in Bremen. Seine Leute seien zu neun Einsätzen unterwegs. Auch dabei gehe es vor allem um umgestürzte Bäume. Verletzte gebe es nicht.

Der Sturm soll nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes am Samstagabend immer stärker werden und in Böen Geschwindigkeiten von 110 Kilometer pro Stunde erreichen. Für die niedersächsische Nordseeküste gilt eine Unwetterwarnung. Auch das Abendhochwasser der Nordsee soll an der Küste als Sturmflut 1,5 Meter höher als normal ausfallen. Ein Abflauen des Sturms wird erst für Sonntag erwartet.

+++ 29.01.2022, 17.39 Uhr: Zugverkehr im Norden durch umgestürzte Bäume behindert +++ 

Der Sturm, der am Wochenende über Norddeutschland hinwegfegt, hat auch Auswirkungen auf den Zugverkehr in Schleswig-Holstein. So hatten mehrere Züge am Samstagnachmittag etwa auf der Strecke zwischen Itzehoe und Hamburg sowie Heide und Itzehoe wegen umgestürzter Bäume im Gleis Verspätung oder fielen aus, wie die DB Regio Schleswig-Holstein twitterte. Auch auf weiteren Strecke wie zwischen Kiel und Eckernförde, Lübeck und Kiel sowie Hamburg und Kiel kam es aufgrund umgestürzter Bäume zu Behinderungen.

Die nächsten Stunden bleiben stürmisch. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Samstag vor Sturm bis hin zu Orkanböen. Der Höhepunkt wird in der Nacht zum Sonntag erwartet. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sprach zudem Sturmflutwarnungen aus.

+++ 29.01.2022, 17.17 Uhr: Zahlreiche sturmbedingte Einsätze in Schleswig-Holstein +++ 

Umgestürzte Bäume, lose Dachziegel und umgekippte Baustellenabsperrungen - Polizei und Feuerwehr in Schleswig-Holstein sind am Samstagnachmittag zu zahlreichen sturmbedingten Einsätzen gerufen worden. Verletzte gab es bis zum späten Nachmittag in Schleswig-Holstein nicht. Seit dem Mittag hatte es innerhalb von vier Stunden rund 200 Einsätze im Bereich der unter anderem für Kiel, Neumünster und Rendsburg zuständigen Regionalleitstelle Mitte gegeben, wie ein Sprecher mitteilte. "Wir haben total Land unter wegen des Sturms." Die Einsatzkräfte wurden beispielsweise wegen herabfallender Dachziegel, umgestürzter Bäume oder verwehter Planen gerufen. Die Leitstelle West in Elmshorn berichtete ebenfalls von diversen Einsätzen. "Alles, was ich auf meinem Schirm sehe, hat mit dem Sturm zu tun", sagte ein Sprecher.

Auch im Bereich der Regionalleitstelle Süd in Lübeck hat die Zahl der Einsätze im Verlauf des Nachmittags zugenommen. "Wir laufen uns seit 14.00 Uhr warm", sagte eine Sprecherin. Seit 12.00 Uhr am Mittag hat es im Bereich der Leitstelle 46 Einsätze gegeben. Auch hier handelte es sich überwiegend um umgestürzte Bäume, umgewehte Baustellenabsperrungen und ähnliches. Die für Nordfriesland, Flensburg und den Kreis Schleswig-Flensburg zuständige Regionalleitstelle meldete ebenfalls zahlreiche Einsätze, aber "nichts Nennenswertes".

Die nächsten Stunden bleiben stürmisch. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Samstag vor Sturm bis hin zu Orkanböen. Der Höhepunkt wird in der Nacht zum Sonntag erwartet. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sprach zudem Sturmflutwarnungen aus.

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loc/news.de/dpa