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RKI-Chef Wieler warnt: Aktuelle Maßnahmen unzureichend! 5. Welle rollt an, wenn...

Die Corona-Inzidenz steigt weiter. RKI-Chef Wieler fordert für ganz Deutschland Kontaktbeschränkungen und warnt vor der nächsten Welle. Sachsen und Bayern ergreifen derweil drastische Gegenmaßnahmen. Könnte in anderen Bundesländern Ähnliches drohen?

Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich immer weiter zu - RKI-Chef Lothar Wieler prognostiziert bereits eine fünfte Pandemie-Welle, während die Bundesrepublik gerade mitten in der vierten Welle festsitzt. Bild: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, warnt in der Corona-Krise vor der nächsten Welle, falls Gegenmaßnahmen nicht schneller umgesetzt werden. "Wenn das Verringern der Kontakte und das Impfen nicht intensiv gelingt, werden wir nach den jetzigen Modellierungen auch noch eine fünfte Welle bekommen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreichte am 20. November erneut einen Höchststand. Mit harten Gegenmaßnahmen wie in Sachsen oder Bayern ist nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach lokal auch anderen Bundesländern zu rechnen.

Impfungen und 2G reichen nicht aus: Wie hart wird der Corona-Winter 2021/22?

"Der weitere Verlauf des Winters hängt stark davon ab, was jetzt geschieht", sagte Wieler. "Es muss jetzt rasch dafür gesorgt werden, dass flächendeckend in Deutschland die Kontakte der Menschen eingeschränkt werden." Impfen und 2G reichen seiner Ansicht nach nicht mehr aus. Wieler fordert schon seit Tagen, dass große Feiern, Großveranstaltungen und große Menschenansammlungen in Innenräumen vermieden werden sollten.

"In den Bundesländern, in denen die Zahlen jetzt noch niedrig sind, haben wir mit Kontaktbeschränkungen die Chance, die Zahlen auch niedrig zu halten. Dort, wo die Zahlen hoch sind, ist es eigentlich sehr spät, wenn nicht zu spät", sagte der RKI-Präsident.

Bayern und Sachsen preschen vor: Wellenbrecher-Maßnahmen als Lockdown für Ungeimpfte

Besonders harte kurzfristige Gegenmaßnahmen hatten die stark betroffenen Bundesländer Sachsen und Bayern am Freitag angekündigt. In Sachsen sollen von Montag (22.11.2021) an für drei Wochen weite Teile des öffentlichen Lebens eingeschränkt werden. Geschlossen werden Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Bars, Clubs und Diskotheken. Weihnachtsmärkte und touristischen Übernachtungen sind nicht mehr erlaubt, und Restaurants bekommen begrenzte Öffnungszeiten.

In Bayern sollen ab Mittwoch (24.11.2021) für Ungeimpfte strikte Kontaktbeschränkungen gelten. Clubs, Diskotheken und Bars müssen für die nächsten drei Wochen schließen, Weihnachtsmärkte soll es nicht geben. Bei Kultur- und Sportveranstaltungen wird die Zuschauerzahl deutlich begrenzt. In extremen Hotspots werden zudem weite Teile des öffentlichen Lebens heruntergefahren.

In welchen Bundesländern droht als nächstes ein Wellenbrecher-Lockdown?

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet mit ähnlichen Schritten auch in anderen Bundesländern. "Wir sind in eine so schwierige Lage gekommen, dass es auch in anderen Bundesländern - zumindest in Teilen anderer Bundesländer - so hohe Fallzahlen geben wird, auch Hospitalisierungen geben wird, dass wir dort auch also lokal Dinge schließen müssen", sagte er am Samstag im Deutschlandfunk.

Dem Portal "t-online" sagte er: "Ich hoffe wirklich, dass wir ähnlich drastische Maßnahmen wie in Österreich noch verhindern können. Aber das heißt eben auch: Wir müssen jetzt wirklich richtig Ernst machen. Anders wird es uns nicht gelingen." Ganz Österreich geht ab Montag in einen erneuten Lockdown, der für Geimpfte und Genesene spätestens am 13. Dezember enden soll.

Corona-Neuinfektionen steigen rasant weiter laut RKI-Statistik

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen (20.11.2021) mit 362,2 an. Am Vortag hatte der Wert bei 340,7 gelegen, vor einer Woche bei 277,4 (Vormonat: 80,4). Binnen eines Tages wurden 63.924 Corona-Neuinfektionen gemeldet und 248 Todesfälle. Vor genau einer Woche waren es 45.081 Ansteckungen und 228 Todesfälle.

Bei der Zahl der Neuinfektionen ist allerdings zu beachten, dass am Vortag keine Zahlen aus Sachsen gemeldet worden waren. Nun kamen von dort innerhalb eines Tages 14.735 Fälle dazu - es liegt nahe, dass darin auch die am Vortag nicht mitgezählten Fälle enthalten sind.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,34 an (Donnerstag: 5,30). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit des Vorjahres bei rund 15,5.

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loc/news.de/dpa