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Doppelmord in Wals-Siezenheim: Blutbad in Österreich! Mann (51) erschießt Verwandte von Musik-Star

Die jüngsten Fälle tödlicher Gewalt an Frauen haben in Österreich die Debatte über den Opferschutz angeheizt. Jetzt starben erneut zwei Frauen. Dringend verdächtig ist wie in vielen Fällen der Ex-Partner.

Ein 51-jähriger Mann soll seine Ex-Partnerin und ihre Mutter getötet haben. Der Mann stellte sich, bewaffnet mit zwei Feuerwaffen, kurz nach der Tat den Polizeibeamten. Bild: picture alliance/dpa/APA | Barbara Gindl

Eine Woche nach dem gewaltsamen Tod einer 35-Jährigen in Wien sind in Österreich erneut zwei Frauen erschossen worden. Ein 51-jähriger Mann soll seine Ex-Freundin und deren Mutter getötet haben.

Frau (50) und Mutter (76) erschossen - Ex-Freund (51) stellt sich der Polizei

Die Frauen im Alter von 50 und 76 Jahren seiendurch eine noch unbestimmte Anzahl von Schüssen ums Leben gekommen, berichtete die Polizei am Donnerstag. Der mitzwei Faustfeuerwaffen bewaffnete Ex-Freund stellte sich Stunden später nach einer Fahndung, in die auch die bayerische Polizei eingeschaltet war, einem Spezialkommando.

Medienberichte: Mordopfer in Österreich mit Volksmusik-Star Stefan Mross verwandt

Wie die "Bild" im Zusammenhang mit dem schrecklichen Femizid berichtet, soll es sich bei der getöteten 50-Jährigen und ihrer ebenfalls ermordeten Mutter um Verwandte eines bekannten TV-Stars handeln. Die "Bild" schrieb, dass es sich bei der 50-Jährigen um die Cousine von Volksmusik--Star Stefan Mross handelte, die 76-Jährige sei demnach die Tante des Musikers. Dem Tötungsdelikt sei Stalking vorausgegangen: Die 50-Jährige habe von ihrem Ex-Partner ungebetene Briefe und Anrufe erhalten und sei von dem 51-Jährigen massiv belästigt worden. Eine Anzeige des Stalkers habe keine Ermittlungen nach sich gezogen.

Mit dem Fall steigt die Zahl der Frauen, die in diesem Jahr in Österreich vor allem durch Partner und Ex-Partner getötet wurden, auf elf. Kanzler Sebastian Kurz zeigte sich betroffen. "Jede Frau muss in Österreich sicher leben können. Gewalt an Frauen hat keinen Platz in unserer Gesellschaft", schrieb der Regierungschef auf Twitter. Erst jüngst hatten Gewaltschutzorganisationen 228 Millionen Euro und 3.000 zusätzliche Stellen im Opferschutz gefordert. Der Verein Österreichische Autonome Frauenhäuser verlangt unter anderem Personenschutz für Frauen in Hochrisikosituationen. Im mehrjährigen Vergleich passieren in Österreich - unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner - mehr Frauenmorde als in Deutschland.

Todes-Drama nach Streit: Nachbarn alarmieren nach Schüssen die Polizei

Nach Angaben der Behörden hatte es vor der Tat im Einfamilienhaus der beiden Frauen in Wals-Siezenheim bei Salzburg einen Streit mit dem 51-Jährigen gegeben. Nachbarn hörten den Lärm sowie die Schüsse und verständigten die Polizei. Die alarmierten Beamten entdeckten die beiden Toten im Eingangsbereich des Hauses. Der Verdächtige nahm kurz darauf über Notruf selbst Kontakt zur Polizei auf und drohte mit einem Suizid. Er wurde schließlich am Wolfgangsee festgenommen. Das Motiv des Streits war zunächst unklar.

Traurige Bilanz: Gewalt gegen Frauen in Österreich nimmt zu

Laut Kriminalstatistik wurden in Österreich im vergangenen Jahr rund 11.600 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen. Die Gewaltschutzorganisationen dringen auf eine Regierungskampagne gegen Gewalt in der Familie, die sich auch gegen frauenverachtendes Verhalten zu richten habe. Die Beratungsstellen für Frauen und Mädchen in Not müssten dringend ausgebaut werden. 

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loc/news.de/dpa