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Homophobes Hassverbrechen: Schwuler Sanitäter (29) bei lebendigem Leib verbrannt

Ein homophobes Hassverbrechen erschüttert Lettland. Aufgrund seiner sexuellen Orientierung musste der 29 Jahre alte Sanitäter Normunds Kindzulis. Unbekannte hatten ihn mit Benzin übergossen und in Brand gesteckt. Der 29-Jährige verbrannte bei lebendigem Leibe.

Ein Homosexueller wurde in Lettland lebendig verbrannt. Bild: AdobeStock/ nito

Ein schwuler Sanitäter wurde in Lettland bei einem mutmaßlich homophoben Hassverbrechen getötet. Wie aktuell der britische "Mirror" berichtet, hatten Unbekannte den 29 Jahre alten Normunds Kindzulis mit Benzin übergossen und ihn anschließend in Brand gesteckt. Bei der grausamen Attacke wurden dem Nachrichtenportal zufolge 85 Prozent seiner Haut verbrannt. Im Krankenhaus erlag der Sanitäter seinen schweren Verletzungen. Ein weiterer schwuler Mann wurde in den Flammen ebenfalls schwer verletzt, als er seinem Freund zu Hilfe eilen wollte.

Homophobes Hassverbrechen in Lettland: Homosexueller lebendig verbrannt

Bisher behandelt die Polizei den Angriff als mutmaßliche Brandstiftung des Hauses, doch Aktivisten fordern nun, den Vorfall als das zu behandeln, was er ist: Ein homophobes Hassverbrechen. Die European Pride Organizers Association (EPOA), ein Netzwerk von Homosexuellen, Transsexuellen und anderen Mitgliedern der europäischen Queer-Gemeinschaft, zeigte sich schockiert ob der tragischen Ereignisse in Lettland. Auf Twitter sprach die EPOA der Familie von Normunds Kindzulis ihr Beileid aus.

Schock in der LGBT-Gemeinschaft! Trauer um verstorbenen SanitäterNormunds Kindzulis

"Normunds Kindzulis, a victim of the homophobic arson attack in Latvia last week, has succumbed to his injuries. Our deepest condolences to his partner and family, and to all our community in Latvia", hieß es im entsprechenden Tweet. Zu Deutsch: "Normunds Kindzulis, ein Opfer des homophoben Brandanschlags in Lettland in der vergangenen Woche, ist seinen Verletzungen erlegen. Unser tiefstes Beileid gilt seinem Partner und seiner Familie sowie unserer gesamten Gemeinde in Lettland."

Hass-Attacken bestimmten das Leben von Normunds Kindzulis 

Die Polizei hatte sich zunächst geweigert, weiterführende Ermittlungen einzuleiten und hatte von Selbstmord gesprochen. Laut "Mirror" sah sich der verstorbene Normunds Kindzulis zuletzt mehrfach mit Morddrohungen aufgrund seiner sexuellen Orientierung konfrontiert, weswegen er von der lettischen Hauptstadt Riga ins ruhigere Tukums gezogen war. Doch auch hier nahmen die homophoben Attacken kein Ende. Vier Mal soll er zusammengeschlagen worden sein.

Haben die Behörden zu spät reagiert?

Dem anderen Brandopfer zufolge hatte das Paar seinen homophoben Nachbarn bereits den Behörden gemeldet. "Wir haben diese Bedrohungen sowohl der Polizei als auch dem Arbeitsplatz des Nachbarn gemeldet, aber es gab keine Reaktion. Wir mussten warten, bis jemand verstümmelt oder getötet wurde", so der Partner des Verstorbenen. Lettlands Präsident Egils Levits twitterte als Reaktion auf den Vorfall: "In Lettland gibt es keinen Platz für Hass."

Lettland hatte erst kürzlich ein Gesetz verabschiedet, wonach eine "Familie" ausschließlich durch die "Vereinigung einer männlichen und einer weiblichen Person" definiert wird.

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fka/bua/news.de