26.03.2021, 12.01 Uhr

Coronavirus-News am 26.03.2021: Mehr als 21.500 Neuinfektionen! NRW stoppt landesweite Notbremse

Die aktuelle Woche geht mit wenig erfreulichen Zahlen des Robert-Koch-Institutes zu Ende: Am Freitag (26.03.2021) meldete das RKI abermals mehr als 21.500 Neuinfektionen sowie 183 weitere Covid-19-Tote binnen 24 Stunden.

Die Zahl der binnen 24 Stunden in Deutschland registrierten Coronavirus-Neuinfektionen liegt am 26. März ist über 21.500 weiter besorgniserregend hoch. Bild: picture alliance/dpa | Armin Weigel

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag, dem 26.03.2021, binnen eines Tages 21.573 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 183 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 17.482 Neuinfektionen und 226 neue Todesfälle verzeichnet.

Coronavirus-News aus Deutschland: Mehr als 21.500 Neuinfektionen und weitere 183 Todesfälle binnen 24 Stunden

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.05 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 119,1 - und damit höher als am Vortag (113,3).

Bisheriger Höchststand von Coronavirus-Neuinfektionen wurde im Dezember erreicht

Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3.500 Nachmeldungen.

Mehr als 2,7 Millionen Corona-Patienten in Deutschland seit Pandemiebeginn - über 75.600 Tote

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.734.753 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.467.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 75.623.

Bundesweiter R-Wert liegt aktuell bei 1,08

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 1,08 (Vortag 1,00). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

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Aktuelle Coronavirus-News vom 26. März 2021 im News-Ticker

Nordrhein-Westfalen: Keine landesweite Corona-Notbremse ab Montag

NRW wird ab Montag (29.03.2021) doch keine landesweite Corona-Notbremse ziehen. Nur in Kommunen mit hoher Inzidenz müssen unter anderem Läden, Sportstätten und Kultureinrichtungen schließen. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Corona-Schutzverordnung hervor. Die Kommunen dürfen Ausnahmen für Menschen mit tagesaktuellem negativem Corona-Test erlauben.

+++ Hausärzte in Thüringen können ab Dienstag Corona-Impfstoff ordern +++

Hausärzte in Thüringen können nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vom kommenden Dienstag (30. März) an Impfstoff für die Corona-Schutzimpfung in ihren Praxen bestellen. Die Praxen seien darüber in einem Schreiben informiert worden, teilte eine Sprecherin der KV am Freitag mit. Aus dem Schreiben geht hervor, dass die Ärzte pro Woche maximal 30 Impfdosen in einer Apotheke ihrer Wahl ordern können.

Eingesetzt wird das Mittel von Biontech/Pfizer. Die erste Lieferung mit Impfstoff solle voraussichtlich in der Woche nach Ostern - am 6. oder 7. April - in den Praxen eintreffen. Steht nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung, soll der vorhandene so verteilt werden, dass alle Praxen die gleiche Menge erhalten.

Zunächst sollen Menschen im höheren Lebensalter geimpft werden - auch im Hausbesuch. Die KV verwies die Praxen darauf, dass die Impfrangfolge (Priorisierung) einzuhalten sei. Nach der Belieferung haben die Praxen fünf Tage Zeit, das Vakzin zu verbrauchen. Impftermine vergeben die Praxen selbst, eine zentrale Einladung gibt es nicht. Die Impfwilligen müssen sich auch nicht an die oft überlastete Vergabehotline oder das Thüringer Online-Terminportal wenden. Dort gibt es nur Termine für die Impfstellen und -zentren.

Laut KV haben zunächst rund 800 der rund 1.500 Hausärzte in Thüringen Interesse an der Corona-Impfung in ihren Praxen bekundet. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete dies als einen wichtigen Schritt in Richtung Normalität. Sie sei sich sicher, "dass die Hausärzte den begonnenen Weg, die Risikogruppen zuerst zu impfen, sehr verantwortungsbewusst fortsetzen werden", erklärte sie am Freitag.

Anders als Pflegeheimbewohner waren etwa zu Hause lebende Pflegebedürftige bislang auf die Impfstellen angewiesen, was vor allem für körperlich beeinträchtigte Menschen oft problematisch oder unmöglich war. In Thüringen hatten bis Freitag 11,3 Prozent der Menschen zumindest die Erstimpfung erhalten, den kompletten Schutz aus Erst- und Zweitimpfung hatten 5,2 Prozent der Menschen.

+++ Spahn mahnt Länder: Corona-"Notbremse" konsequent umsetzen +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen weiter zu Vorsicht auch für die Osterzeit gemahnt. Er appelliere an die Länder, die vereinbarte "Notbremse" bei hohem Infektionsgeschehen konsequent anzuwenden, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Die Bürger bitte er, sich an Ostern sowie davor und danach idealerweise nur draußen mit anderen zu treffen. Das Eindämmen von Ansteckungen bleibe auch bei anziehenden Impfungen wichtig. "Je höher die Inzidenz, desto weniger hilft das Impfen, um die Zahlen zu drücken."

Dieses Osterfest sei noch nicht wieder so zu gestalten wie gewohnt, sagte Spahn. Dafür seien die Infektionszahlen zu hoch. Deutschland sei wahrscheinlich "im letzten Teil dieses Pandemie-Marathons" angekommen. Das Ziel sei in Sicht, aber eben noch ein ganzes Stück weg. "Gerade im letzten Teil des Marathons wirkt nicht selten jeder weitere Schritt wie eine Tortur." So gehe es vielen in dieser Phase.

Die von Bund und Ländern vereinbarte "Notbremse" sieht vor, Öffnungen zurückzunehmen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region oder einem Land an drei aufeinander folgenden Tagen auf über 100 steigt. Diese Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen stieg bundesweit weiter auf 119,1, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag bekannt gab.

+++ RKI: Wachsende Gefahr durch dritte Pandemiewelle +++

Das Robert Koch-Institut hat vor einer gefährlichen dritten Welle in der Pandemie gewarnt und um einen Reiseverzicht zu Ostern gebeten. "Es gibt sehr deutliche Signale, dass diese Welle noch schlimmer werden kann als die ersten beiden Wellen", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler in einer am Freitag abgehaltenen Pressekonferenz. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass wieder mehr Menschen schwer erkranken, dass Kliniken überlastet und dass viele Menschen auch sterben werden."Besondere Sorge bereitet dem RKI-Präsidenten die Lage auf den Intensivstationen in deutschen Krankenhäusern - die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Patienten ist zuletzt wieder sehr stark angestiegen.

Das Impfen allein könne diese Entwicklung noch nicht aufhalten. Für die Osterzeit empfahl Wieler nur Treffen im engsten Familienkreis - und sonst mit Maske am besten draußen. "Bitte verreisen Sie möglichst nicht, weder im Inland noch ins Ausland." Bisher habe Umsicht eine viel schlimmere Situation verhindern können. "Wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Und wenn wir nicht sofort gegensteuern, dann werden die Folgen gravierend sein. Da ist sich die Wissenschaft einig", sagte Wieler.

+++ Generelle Testpflicht bei Flug-Einreisen erst ab Dienstagfrüh +++

Die generelle Corona-Testpflicht für Einreisen per Flugzeug nach Deutschlandsoll erst in der Nacht von Montag zu Dienstag in Kraft treten. Der Starttermin werde noch einmal etwas verschoben, um mehr Zeit für die Vorbereitung zu geben, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin. Zunächst war geplant, dass die neuen strengeren Vorgaben in der Nacht zu Sonntag in Kraft treten.

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loc/news.de/dpa

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