Müller Milch und NPD Wenn Gerüchte Millionen kosten

Unterstützt Müller Milch die NPD? Gehört Warsteiner zu Scientology? Böse Gerüchte können für Unternehmen zu einem teuren Ärgernis werden. Einmal richtig in Umlauf gebracht, dauert es Jahre, sie wieder loszuwerden.

Alles Müller, oder was?: Die Stars aus der Müller-Werbung
zurück Weiter Die Geissens sind die Gesichter der neuesten Müller-Milch-Kampagne. (Foto) Zur Fotostrecke Foto: screenshoot news.de (Youtube.com)

Fast jeder Deutsche kennt Müller Milch. Die inhabergeführte Großmolkerei aus dem bayerischen Aretsried geizt nicht bei ihren Werbekampagnen. Prominente Gesichter wie die Fußballer Thomas und Gerd Müller sind in Fernsehspots des Konzerns zu sehen, der unter anderem den «Joghurt mit der Ecke» produziert. Kürzlich hat sich das Unternehmen die glamourösen Geissens als Werbefiguren gesichert. Die Proll-Millionäre fungieren als Aushängeschild für eine neue Joghurt-Edition namens «de Luxe».

Die Geissens: Die Proll-Millionäre und ihr Joghurt
Video: Youtube

Bei all dem Werbeglanz haftet dem Unternehmen allerdings seit Jahren auch ein böses Gerücht an. Es hält sich hartnäckig, zäh wie Kaugummi. Müller Milch unterstütze die NPD, heißt es. In unzähligen Kettenmails hat es über Jahre hinweg Verbreitung gefunden, es wird zum Boykott von Müller-Produkten aufgerufen. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia widmet der vermeintlichen Verbindung zwischen Müller Milch und der rechtsextremen Partei einen ganzen Abschnitt. Woher stammen diese Behauptungen, die laut Müller völlig «haltlos und falsch» sind?

Etwas Licht ins Dunkel bringt ein Blick ins Jahr 1989. Damals soll Firmenchef Theo Müller auf eine getürkte Anfrage des einstigen Magazins Wiener hereingefallen sein. Die Zeitschrift startete, als «Freundeskreis deutscher Republikaner» getarnt, Unterstützungsanfragen bei Firmenchefs. Müller, seines Zeichens CSU-Mitglied, ließ sich auf ein Gespräch mit dem «Freundeskreis» ein. Auch wenn er die dabei getroffenen Äußerungen später vehement dementierte: Der Grundstein für ein gefährliches Gerücht war gelegt.

Multi-Kulti fördern

Durch die viralen Kommunikationswege des Internets erhielten die Verdächtigungen einige Jahre später einen neuen Schub. Sie schaukelten sich so weit hoch, dass sich Müller Milch 2007 zu einer Pressemitteilung veranlasst sah und darin sein kategorisches «Nein» zur NPD zum Ausdruck brachte.

Verstummt sind die Gerüchte dadurch nicht. Immer noch melden sich regelmäßig Verbraucher bei dem Unternehmen und haken nach, wie Sprecher Alexander Truhlar auf Nachfrage von news.de bestätigt. Auch wer nach Müller Milch googelt, kommt kaum an der Sache vorbei. Weit vorne erscheint der Eintrag «Müller Milch NPD».

«Den Google-Treffer wird man nicht mehr los», prophezeiht der Internetexperte Peter Breuer dem Unternehmen einen Makel für die Ewigkeit. Zahlreiche Blogs und Foren mit Diskussionen um Müller Milch listet die Suchmaschine, viele sind mehrere Jahre alt. «Das Blog ist ein demokratischer Journalismus, der möglicherweise nicht unbedingt durch eine Gegenrecherche lebt», erklärt Breuer die tendenziösen Einträge.

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Leserkommentare (19) Jetzt Artikel kommentieren
  • Deine Mudder
  • Kommentar 19
  • 17.05.2014 18:53

was fürn trottel der herr yavuz

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  • Mich
  • Kommentar 18
  • 03.03.2014 12:29

auch wenn das mit der NPD nicht Stimmt, na und? Im Falle Müller wäre es nur ein Skandal von vielen. Viel schlimmer dass der Konzern Millionen als Subventionen kassiert hat. Damals haben die ein neues Werk eröffnet. dafür ein anderes geschlossen und viel mehr Mitarbeiter entlassen als eingestellt. Dann noch der Skandal mit den Milchbauern. Es gibt sicher noch viel mehr Gründe um Müller zu boykottieren. Die Firma muss keinem leid tun.

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  • F.Kley
  • Kommentar 17
  • 13.02.2014 12:45

Steuerflüchtlinge sollte man erst gar nicht unterstützen und dann noch deren Produkte kaufen da ist der Einzelhandel mit deren Großkonzernen gefragt und der kann das richten .

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