Ein Manager packt aus
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Von news.de-Redakteur Herbert Mackert
Artikel vom 13.08.2010
In Schweden fiel die Reaktion über sein Buch verhalten aus. Mit gutem Grund. Denn Schweden und Ikea - das sind beinahe Synonyme. In Deutschland dürfte Johan Stenebos Enthüllungsbuch «Die Wahrheit über Ikea» für mehr Unruhe sorgen.
Das skandinavische Land verdankt dem Unternehmen einen Großteil seines Images - Ikea, das war für uns Deutsche jahrzehntelang der Inbegriff für ein kinderfreundliches, emanzipiertes, weltoffenes und umweltbewusstes Land. Doch jetzt räumt Ex-Manager Johan Stenebo mit diesem Saubermann-Image auf. In seinem am 10. August auf Deutsch erschienenen Buch wirft er der Ikea-Führung und allen voran Firmengründer Ingvar Kamprad Rassismus (mehr dazu hier) und Frauen-Diskriminierung (mehr dazu hier) vor.
Stenebo, der es immerhin 20 Jahre lang bei Ikea aushielt und es vom einfachen Möbelverkäufer zum Filialleiter und schließlich zum persönlichen Assistenten des Patriarchen brachte, gewährt Einblicke in die dunklen Seiten des angeblich so sympathischen Möbelhauses, das nirgendwo sonst so viele Filialen betreibt wie in Deutschland. An 45 Standorten erzielte der Konzern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,34 Milliarden Euro. Weltweit verdiente Ikea sogar im Krisenjahr prächtig und steigerte den Umsatz auf 21,5 Milliarden Euro.
Noch hat sich Ikea nicht totgesiegt. Noch gibt es viele Länder für den blau-gelben Möbelgiganten zu erobern. Vor allem in Russland und China scheinen die Menschen unersättlich zu sein nach der vermeintlich günstigen, pseudo-individuellen Massenware. Einen Großteil seines Erfolgs verdankt Ikea dabei seinem geschickt aufgebauten Marketing: Der Kunde wird geduzt, um ihm eine besondere Nähe und Freundschaft zu suggerieren. Die Produkte erhalten Namen von finnischen Seen oder schwedischen Inseln, um ihnen die Aura des Heimatlichen, ja eines Familienmitglieds zu verleihen.
Das Unternehmen propagiert Umweltschutz und Nachhaltigkeit und preist sein gutes Betriebsklima. Doch laut Stenebo lässt Ikea um des billigen Preises willen illegal sibirische Urwälder roden (mehr dazu hier), verdient an Kinderarbeit und Tierquälerei (mehr dazu hier). Und an der Firmenspitze geriert sich der 84 Jahre alte Kamprad als bescheidener Konzerngründer, der zu Hause noch immer auf einem 30 Jahren alten Klippan-Sofa sitzt, auf Reisen lieber die U-Bahn nimmt und regen Gebrauch von Pensionärsermäßigungen macht (mehr dazu hier).
Nichts von dem sei wahr, behauptet Stenebo in seinem Buch. Ikea sei auf Lügen aufgebaut. Kamprad habe im Konzern ein Spitzel-System installiert (mehr dazu hier) und inszeniere bewusst das Bild vom einfachen Bauernsohn und Geizhals mit leichter Legasthenie und Alkoholproblemen (mehr dazu hier), um dem Unternehmen eine Sparkultur einzuimpfen. «Die Firma lässt sich besser steuern, wenn Kamprad sich selbst als asketischen und dümmlichen Greis darstellt», schreibt Stenebo. Mit einem geschätzten Vermögen von 24 Milliarden Euro gilt Kamprad als der reichste Schweizer. Schon 1974 verlegte er seinen Wohnsitz in das Land mit den niedrigen Einkommensteuersätzen.
Billiglöhner bei Ikea Deutschland
Gespart werden müsse bei Ikea rigoros bei allen Kostenfaktoren, behauptet Stenebo. Vom Rohstoffeinkauf über die Zulieferprodukte bis zu den Gehältern. Vermehrt setzt Ikea inzwischen auf billige Leiharbeiter. Beispiel Ikea im hessischen Wallau: Dort werden Zeitarbeiter mit Stundenlöhnen von sechs bis acht Euro brutto beschäftigt. Viele Ikea-Mitarbeiter beziehen als Aufstocker zusätzlich Hartz IV, obwohl sie Vollzeit arbeiten.
Zugleich entziehe sich der Konzern seiner Steuerpflicht durch ein kompliziert verschachteltes Firmenimperium und eine Niederlassung auf der Karibik-Insel Curaçao, damit sich Finanzbehörden an den nationalen Grenzen die Zähne ausbeißen, behauptet Stenebo. Angeblich fließen alle Ikea-Gewinne in eine Stiftung in den Niederlanden. Kamprad behauptet, dies diene dazu, dass sich seine drei Söhne «nicht eines Tages um die Stücke reißen». Für Stenebo dagegen ist klar, dass Kamprad damit nur eines bezweckt: die Steuern für sein Unternehmen auf ein absolutes Minimum zu drücken (mehr dazu hier).
Stenebo verließ Ikea, nachdem er sich mit Peter Kamprad, Ingvars ältestem Sohn, überwarf. Ist das Buch «Die Wahrheit über Ikea» die Abrechnung eines Mannes, für den die Karriereleiter nicht mehr weiter nach oben führte? Das sei nicht seine Motivation für das Buch gewesen, streitet Stenebo ab. Neben ihm seien nur «drei bis fünf andere Personen» dazu in der Lage, «die Wahrheit» über Ikea aufzuschreiben. Das Buch habe er aber nicht aus Rache geschrieben, sondern aus Sorge um Ikeas Zukunft.
Immerhin: Für Stenebo dürfte sich das Buch lohnen. Das Verdienst des 48-Jährigen ist es allemal, eines der verschwiegensten Unternehmen der Welt etwas transparenter gemacht zu haben. Heute gibt der Betriebswirt Seminare in Unternehmensführung, hält Vorträge. Und nun wartet in Deutschland ein noch viel größerer Markt auf seine «Wahrheiten».
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schön, dass ihr dies berichtet und gleichzeitig an der Google-Anzeige für IKEA verdient - echt glaubwürdig
jetzt antwortenKommentar meldenAlso mal ehrlich, wo sind die Beweise, die diese Anschuldigungen erhärten?
jetzt antwortenKommentar meldenAn die Redaktion: Zensiert ihr hier fleißig die Einträge? Ich dachte, wir leben in einer Demokratie. Oder lebt ihr nach dem Motto: "Klar doch, kannst es ja mal versuchen, hehe ..." ?
jetzt antwortenKommentar meldenAlso mal ganz ehrlich, wer glaubt wirklich, dass IKEA so wahnsinnig günstig ist? Klar, die haben mal ein paar gute Angebote, aber Versand ist sehr teuer, man muss also in eine der Filialen gondeln. Ein paar meiner Geschwister schwören ja auf IKEA, aber ich weiss nicht, bei mir tut es auch das Dänische Bettenlager oder ähnliche Geschäfte in der Nähe, extra für die Tischlampe Smörebröd fahre ich da bestimmt nicht hin.
jetzt antwortenKommentar meldenWie gut nur,dass es solche Firmen-Manager noch gibt,die mutig genug sind diese miserabelen Zustände einer Firma zu veröffentlichen.Würde ich von einem deutschen Manager wohl auch nicht erwarten können.Nun,ich bin schon der Meihnung, dass man sich dagegen wehren sollte.Und nicht nur herrliche Worte veröffentlichen,sondern handeln.Besucht in Zukunft mehr die Fisch und Gemüse Großmärkte,dort findet man Massen an Holzkisten die in Ikea Qualität verarbeitet werden können.Neuerdings gibt es sie auch aus Pappmaterial.Also,identisch der Ikea Qualität!Wacht endlich auf und kauft günstig Qualität.
jetzt antwortenKommentar meldenGenauso, wie kampfmaus es darstellt, ist es. Bei vielen grossen Unternehmen sehen unsere Politkasper und Steuerschergen einfach konsequent weg. Immer unter dem Deckmäntelchen, man kann an diese Leute nicht ran, da man ja sonst eventuell Arbeitsplätze vernichtet. Deutschland ist seit jahrzehnten ein Eldorado für Kriminelle geworden. Wie soll es auch anders sein, die Politkasper in Berlin und ihre kriminellen Steuereintreiber leben es ja vor. Das deutsche Volk leidet immer mehr unter der Verwahrlosung seiner "Führungselite".
jetzt antwortenKommentar meldenHallo Politiker, wann werden endlich die Steuerschlupflöcher geschlossen? Wenn das passiert brauch ihr nicht an Kita-Plätzen, Schulen.Altenheimen etc. zu sparen. Es wäre übrigens fair, wenn Ihr auf eure dauernde Diätenerhöhung verzichtet. wollerp
jetzt antwortenKommentar melden...wer was leistet soll natürlich auch was verdinen, wer sehr viel leistet soll auch sehr viel verdienen, ich denke da sind wir alle einer Meinung. Ich verstehe nur nicht , wenn ein Unternehmen mehrere Milliarden Euro pro Jahr umsetzt, somit mit sicherheit mehrere Millionen Euro nach Steuern verdient, warum dann die Leute die die ganze Arbeit verrichten vom Steuerzahler ihren Lohn bezahlt bekommen müssen. Hallo Regierung, und zwar ALLE die ihr da in Berlin eure Ärsche auf unsere kosten breit hockt. Ein in Deutschland ansässiger Betrieb sollte auch nach Deutschen Recht behandelt werden.
jetzt antwortenKommentar meldenHallo, lieber Stenebo! Zahlst Du ganz freiwillig - wie wir alle auch! - mehr Steuern als unbedingt nötig? Neid, gekränkte Eitelkeit und ... Habgier sind schlechte Berater: aber eben, ein Manager ist kein Unternehmer! P.S. Ich wohne NICHT in IKEA-Möbeln
jetzt antwortenKommentar meldenHallo, lieber Stenebo! Zahlst Du ganz freiwillig - wie wir alle auch! - mehr Steuern als unbedingt nötig? Neid, gekränkte Eitelkeit und ... Habgier sind schlechte Berater: aber eben, ein Manager ist kein Unternehmer! P.S. Ich wohne NICHT in IKEA-Möbeln
jetzt antwortenKommentar meldenDas Treiben dieser charakterlich verwahrlosten Subventionsbetrüger mit großzügiger Unterstützung durch die vom Volk gewählten Politschmarotzer gleichfalls mit gestörtem Sozialverhalten lässt sich mit der Umwandlung des Ikea-Werbespruchs "Wohnst Du noch, oder lebst Du schon?" treffend neu definieren: "Arbeitest Du noch, oder stiehlst Du schon Subventionen?" Passt - leider - auch bei so manchem Hartz IV Bezieher.
jetzt antwortenKommentar meldenDer Konzernkapitalismus verliert seinen sozialen Heiligenschein. Tarifpolitisch steht der Arbeitsplatz, Erhalt und bestenfalls deren Schaffung, im Vordergrund. Den Führungskräften geht es mit der Weile so gut, das sie sich gegenseitig outen können. Früher behauptete man: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Das scheint sich auch bei den Billigmarken-Konzernen geän- dert zu haben. Kleine Mitbürger aber sind aus Geldman- gel gezwungen billig einzukaufen. Damit ist der sich selbst regulierende Markt ausgehebelt und kann sich unmoral durchaus leisten.
jetzt antwortenKommentar meldenbla bla bla und papperlapapp... zerreibst Euch nur alle das Maul über IKEA, und Morgen am Samstag seid Ihr wieder alle dort um einzukaufen. Wer glaubt, dass das eine oder andere Großunternehmen nicht irgendwo eine Leiche im Keller hat, der hat die Welt nicht verstanden. Wo Geld regiert gibt es immer Ungereimtheiten, da könnt ihr nehmen wen ihr wollt Versicherungen, Autohäuser, Autofabrikanten, Möbelhäuser... da wird geschmiert und betrogen, das sich die Balken biegen...so ist nun mal die Welt, und IKEA ist ein Teil davon, warum sollte es da auch anders sein...und Morgen kaufen wir dort wieder ein...in diesem Sinne...Alles Gute !
jetzt antwortenKommentar meldenWir haben aus den IKEA-Möbeln Bündelholz zum Ofen anheizen gemacht, und damit eine Stange Geld verdient.
jetzt antwortenKommentar melden..... und dient natürlich auch der Mehrung unserer Amtsaffen.
jetzt antwortenKommentar meldenBig M und der Fraß einschließlich Wirtschaftsgebaren läuft bei mir unter der Devise "Haben Sie heute schon gekotzt.....?"
jetzt antwortenKommentar meldenbin erschrocken über die deutlichkeit dieses berichts. natürlich zeichnet sich bei jedem ikeamöbel-besitzer das ungefähre bild der firmenphilosophie ab. doch das eigene ich bleibt einem dann oft doch am nächsten. Ich schäme mich für Ikea, wenn ich lese, dass die gehälter von ikea-mitarbeitern mit harz4 aufgestockt werden müssen. Ebenso bei dem großen roten M und wieviel anderen noch? Diese Tatsache führt bei mir zu der Entscheidung, da lokal bekannt und benachteiligte Menschen das eigene Ich bekanntlich eher zu einer grundsätzlichen Entscheidung. Ich lebe nicht mit Ikea!
jetzt antwortenKommentar meldenAlle,die sich diesen Schrott kaufen tragen dazu bei,daß der Besitzer immer reicher wird auf Kosten der gebeutelten Mitarbeiter.Wer dort kauft muß gehirnamputiert sein. MfG. Raymund Schwabe
jetzt antwortenKommentar meldenBoris Einstein hat völlig recht. Ein Unternehmen ohne Kostenbewusstsein geht bald den Bach runter und dann ist das Geplärre bzgl. Arbeitsplätze etc.. gross ! Kamprad ist ein genialer Unternehmer der 100.000de Arbeitsplätze geschaffen hat und (auch wenn man kein IKEA Fan ist) halb Europa eingerichtet hat. Klar ist auch, dass ein Mann mit diesem Vermögen viele Feinde und Neider hat. Nach dem Motto : Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten.
jetzt antwortenKommentar meldenSchon klar das er sich um die Zukunft des Unternehmens sorgt. ;-) Nur das ist nur die Spitze des Eisberges, die sollten mal ein Enthüllungsbuch über unseren Fast Food Riesen mit dem goldenen M schreiben. Ist auch sehr interessant was die Leute dort verdienen! Und auch noch mit Harz IV gedopt werden müssen weil sie sonst gar nicht überlebensfähig sind. Wohlgemerkt als Vollzeitarbeitskraft!!! Solche Mißstände gibt es leider viel mehr als man denkt.
jetzt antwortenKommentar meldenDas ist nun ein Unternehmen von "leider" sehr vielen, die durch die "Aufstock-Methode" ihren Gewinn vermehren. Unsere Politiker sind der pure Wahnsinn, heute stand ein ganz kleiner Absatz in der Zeitung, dass man die Diäten um mtl. 500 € zu erhöhen plant.!!!!!! Am liebsten würde ich auf die Straße gehen, aber allein macht das keinen Sinn. Leider sind die Deutschen so brav und gehorsam, die bedanken sich noch, wenn man Ihnen alles nimmt. Kampfmaus
jetzt antwortenKommentar meldenWo wird denn heute nicht ausgebeutet, diskriminiert, gemobbt .... ja da gibt es noch einen Lichtblick die Liste der hundert Familienfreundlichsten Unternehmen in Deutschland. Wir leben im Jahre 2010 , Freiheit für alle und das Ende der Versklavung durch das Bedingungslose Grundeinkommen, denn dass es so nicht weiter gehen kann wissen im Grunde alle, nur es fehlt an tiefgreifenden Reformen durch die Politik.
jetzt antwortenKommentar meldenSparen durch Stehlen ist kein betriebswirtschaftlich definierter Vorgang. Wer als gut verdienender Unternehmer von der Politik einfordert, dass die das finanziert, was er zur eigenen Gewinnmaximierung nicht bezahlen will, und dazu seine steuerlichen Angelegenheiten anderweitig abwickelt, der stiehlt mindestens mit zwei Händen.
jetzt antwortenKommentar meldenWetten, dass unsere gewählten Maulaffen mit den Maulkörben das nicht zustande bringen??? Vielleicht ziehen bei einem Verzicht dann ein paar davon in irgend einen Ikea-Aufsichtsrat ein.
jetzt antwortenKommentar meldenMal abgesehen davon, dass ich persönlich den Mist, den IKEA verkauft, nicht kaufe, weil das Zeug mir nicht gefällt und auch schon gar nicht billig oder preiswert ist, muss dennoch mal festgehalten werden: Welcher Konzernboss ist nicht darauf aus, maximalen Gewinn zu erzielen, bestmöglich Kosten zu sparen und so wenig wie möglich Steuern zu bezahlen? HALLO? Das ist der Job! Was soll jetzt daran so verwerflich sein? Stellt vorher mal Millionenverdiener an den Pranger, die fremdes Vermögen vernichten und dafür auch noch horrend bezahlt werden (Telekom, DBAG, Banken, Regierungen...etc.)
jetzt antwortenKommentar meldenEs wäre doch sicherlich ein brauchbarer Vorschlag, von Unternehmen ab einem bestimmten Prozentsatz Mitarbeiter, bei denen zur Sicherung des Lebensunterhalts Hartz IV zugezahlt werden muss, eine zusätzliche, nicht auf den Arbeitnehmer abwälzbare, pauschalierte Lohnbesteuerung einzufordern, damit ein Ausgleich für den hier produzierten Schaden für die Inanspruchnahme unbegründeter Subventionen zu Lasten der Steuerzahler und Beitragszahler geschaffen wird. Um nichts anderes handelt es sich nämlich hier. Ikea wird deshalb nicht auf den Umsatz in Deutschland verzichten wollen.
jetzt antwortenKommentar meldenNaja, sieht mir schon etwas nach "Rache" aus. Er ist raus und macht sich nun Sorgen um die Zukunft von IKEA, is klar, ne....
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