«Dirty Dancing» Das Tanz-Traumpaar mochte sich nicht

Dirty Dancing (Foto)
Auf der Leinwand war und ist ihr Zusammenspiel magisch: Patrick Swayze und Jennifer Grey in Dirty Dancing. Bild: AP Photo/Lionsgate Home Entertainment

Juliane ZiegengeistVon news.de-Volontärin
Gestern sahen 2,5 Millionen Deutsche, wie Patrick Swayze und Jennifer Grey wieder über den Bildschirm tanzten. Von ihrer Antipathie hinter den Kulissen war dabei nichts zu spüren. Diese und andere kuriose Fakten zeigte die Doku Dirty Dancing - Der Fluch des Erfolgs.

Es war eine Hommage an Patrick Swayze, die Vox gestern Abend mit der Ausstrahlung von Dirty Dancing und einer anschließenden Dokumentation über den Fluch des Erfolgs lieferte. Der im September 2009 verstorbene Schauspieler hatte sich mit der Rolle des Tanzlehrers Johnny Castle ein Denkmal gesetzt und wurde zum Idol einer ganzen Generation. Durch seinen Tod hat der Tanzfilmklassiker auf tragische Weise noch einmal an Popularität gewonnen.

Bis heute beschreiben die Darsteller den Film als magische Zeit, als einen Moment, der nie vergeht. Diesen teilten allein in Deutschland 8,7 Millionen Menschen. Auch gestern Abend verfolgten wieder 2,5 Millionen Zuschauer den Kultfilm. 214 Millionen US-Dollar spielte die Low-Buget-Produktion, für die Drehbuchautorin Eleanor Bergstein sechs Millionen zusammenkratzen konnte, weltweit ein. Das entspricht einer Rendite von 3000 Prozent. In das Mountain Lake Hotel, in dem Familie Houseman urlaubte, strömen noch immer tausende Fans. Auf den Film folgten eine TV-Serie, eine Konzertreihe, zahlreiche Videos und DVDs sowie ein Musical.

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Zwei verschiedene Welten

Was der Überraschungserfolg von 1987 für die beiden Hauptdarsteller bedeutete und wie ähnlich ihnen die Charaktere von Johnny und Baby waren, verriet die Doku Dirty Dancing - Der Fluch des Erfolgs und fesselte damit bis nach Mitternacht im Schnitt über 2 Millionen Zuschauer. Denn nicht nur bei den Figuren, sondern auch bei Patrick Swayze und Jennifer Grey prallten Welten aufeinander.

Er, der schon als Kind auf Erfolg gedrillt wurde, mit drei Jahren im Tanzstudio der Mutter eine Ballettausbildung begann und in der texanischen Nachbarschaft damit keinen leichten Stand hatte, musste sich immer durchbeißen. Die Rolle in Dirty Dancing sagte ihm zunächst gar nicht zu, schließlich wollte Swayze nicht in der Schublade des tanzenden Frauenhelden landen. Außerdem war er durch seine Popularität aus Fackeln im Sturm über kleine Produktionen wie diese eigentlich längst hinausgewachsen.

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Sie, Tochter mit einflussreichem Elternhaus, bekam die Rolle quasi zugespielt und bezeichnet sie bis heute als einzig perfekte Rolle für sich. Mit der Besetzung von Johnny war sie alles andere als zufrieden. Denn Swayze und Grey spielten bereits in dem US-amerikanischen Kriegsfilm Die rote Flut von 1984 gemeinsam und waren sicht seither gar nicht grün. Der von Ehrgeiz getriebene Swayze und die unreife Jungschauspielerin rauften sich aber zumindest vor der Kamera zusammen und wurden - trotz privater Antipathie - zum Filmtraumpaar der 1980er Jahre.

Kurioses vom Set

Neben diesen Hintergründen brachte die Vox-Doku erstaunliche Fakten ans Licht, die bisher wohl nur eingefleischten Fans bekannt gewesen sein dürften. Die legendäre Tanzstudio-Szene zu B.O.B.s My Sweet Baby zum Beispiel stand so nicht im Drehbuch. Wie vieles am Filmset war sie von Swayze und Grey improvisiert. Auch das Kichern und der Ärger in der Szene, in der Swayze immer wieder über Greys Achsel streicht, waren echt.

Zwei andere Szenen kosteten Swayze viel Überwindung: Beim Sprung von der Bühne im Finaltanz plagte ihn eine alte Knieverletzung. Nach zahlreichen Wiederholungen konnte er zwei Wochen nicht mehr richtig laufen. Der Satz «Mein Baby gehört zu mir» missfiel dem Schauspieler so sehr, dass er ihn aus dem Drehbuch streichen wollte. Doch der Regisseur bestand darauf - zum Glück. Heute gehört die Ansage zu den kultigsten Zitaten aus Dirty Dancing.

Kein zweiter Johnny

Dieser Kult umgibt die beiden Hauptdarsteller bis heute, auch wenn er für sie nicht immer Segen war. Während es Swayze trotz Alkoholproblemen und seiner späteren Krebserkrankung gelang, auch noch in anderen Filmen (Ghost - Nachricht von Sam, Gefährliche Brandung) und Serien (The Beast) zu überzeugen, verlor Grey nach Dirty Dancing den Anschluss. Erst fünf Jahre nach dem Erfolg spielte sie im Seglerdrama Wind eine weitere Hauptrolle - und ging böse baden.

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Unterdessen hatte Hollywood schon einen neuen Liebling: Die sieben Jahre jüngere und dennoch viel reifer wirkende Julia Roberts spielte sich als Pretty Woman in die Herzen der Zuschauer und landete danach einen Kinohit nach dem anderen. Für Grey, deren Erfolg wohl zu früh zu leicht kam, blieben nur noch Nebenrollen - erst recht nachdem sie sich durch Schönheitsoperationen ihrem alten äußeren Ich vollends entledigt hatte. Ihr blieb 2010 nur der Sieg in der Show Dancing With The Stars, in der sie mit 50 noch einmal zur Filmmusik tanzte. Ironie des Schicksals.

Während Dirty Dancing für sie nicht nur der einzige Erfolg, sondern auch ein unüberwindbares Stigma ist, bleibt der Film für die Fans ein unvergesslicher Klassiker und Patrick Swayze als James Dean der 1980er Jahre sein Held. Trotz seiner Makel und privaten Abgründe, die sich vor allem in Alkoholabstürzen äußerten, war und ist er ein Publikumsliebling. Einen Nachfolger für das 2012 geplante Remake zu finden, der den kämpferischen Johnny mit Schlafzimmerblick ebenso authentisch verkörpern könnte, ist daher nahezu unmöglich. Viel schöner ist da doch die Erinnerung an das Original.

Sehen Sie in unserem Videokommentar, warum Dirty Dancing noch immer so schön anzusehen ist und Remakes scheitern.

car/news.de

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