Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer - 02.02.2010, 15.01 Uhr

Die Regeln: So funktioniert Curling

Füllige Schnauzbartträger schieben kannenförmige Steine übers Eis, gestikulieren plötzlich wild und beginnen mit einem Mal, angestrengt zu schrubben. Curling ist auch für viele sportaffine Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. News.de erklärt Ihnen den Sport.

Aller vier Jahre bei Olympia rückt Curling ins mediale Interesse. Wir erklären Ihnen die Regeln:

Das Spielziel: Beim Curling treten zwei Mannschaften à vier Spieler gegeneinander an. Jeder Akteur spielt zwei Steine und versucht, seinen Stein in der kreisförmig markierten Zielzone (House) möglichst nahe an das Zentrum (Button/Dolly) zu spielen beziehungsweise die Steine des Gegners aus dem Weg zu räumen - ähnlich wie beim Boule. Das Ziel des Spiels ist es, möglichst in jedem Durchgang mehr Steine in der Nähe des Zentrums platziert zu haben, als der Gegner. Dafür gibt es Punkte. Das Team, welches nach acht gespielten Durchgängen die meisten Zähler vorweisen kann, hat gewonnen.

Die Mannschaft: Eine Mannschaft besteht aus vier Spielern sowie in der Regel einem Reservisten. Jeder der vier Curler spielt in einer festgelegten Reihenfolge abwechselnd mit dem Gegenspieler zwei Steine. Den Anfang machen die Leads jedes Teams, die in jedem der acht Durchgänge (Ends) die ersten zwei Steine spielen. Danach folgt der Second, der Third beziehungsweise Vice-Skip und der Skip, der Kapitän des Teams. In einer gesamten Partie werden also insgesamt acht mal acht Steine gespielt.

Der Stein: Das Spielgerät sieht aus wie eine Teekanne und wiegt bis zu 20 Kilogramm. Internationale Wettkampfsteine bestehen aus Granit, sind 18,16 Kilo schwer und haben einen Durchmesser von 280 Millimetern. Ein aus acht Steinen bestehendes Set kostet etwa 5000 Euro. Damit der Stein optimal gleiten kann, ist er an der Unterseite hohl geschliffen und muss bereits einen Tag vor dem Wettkampf kalt gelagert werden.

Der Besen: Zwar haben die Besen dem Curling den Ruf als Hausfrauen-Sportart eingebracht. Verzichten würde dennoch kein Team darauf; das Gerät mit den Kunststoffborsten gehört zum Curling wie die Stöcke zum Skifahren. Grundsätzlich hat jeder Spieler, der gerade keinen Stein spielt, die Möglichkeit zu wischen. Das Kommando zum Wischen gibt der Skip, der auch den letzten Feinschliff im House-Bereich vornimmt. Durch das Wischen wird das Eis erhitzt, so entsteht ein Eisfilm auf der Oberfläche und der Steinlauf kann in Richtung und Geschwindigkeit verändert werden. Übrigens: Dass das Eis nicht nur erhitzt, sondern auch gesäubert wird, ist kein Vorurteil, sondern tatsächlich so.

Das Eis: Die Spielfläche muss absolut eben sein, weil der kleinste Effet (turn), den die Curler dem Stein mit auf den Weg geben, entscheidend sein kann. Die Curler sagen dazu: Das Eis muss «gepebbelt» sein. Bundestrainer Oliver Axnick sagte diesbezüglich zu news.de:«Auf einer normalen Eisfläche könnte ich nicht mal erklären, wie Curling funktioniert.» In Deutschland gibt es lediglich fünf echte Curling-Hallen.

Die Spielfeld: Wird auch Sheet (Laken) genannt und ist 44,5 Meter lang und 4,75 Meter breit.

 

Tipp: Weitere Details, animierte Grafiken und Hinweise von Bundestrainer Oliver Axnick können Sie hier sehen. Die Homepage des Deutschen Curling-Verbandes (DCV) mit vielen nützlichen Hinweisen und allen deutschen Curling-Klubs finden Sie hier.

FOTOS: Olympia 2014 Cool und sexy: Die olympischen Schönheiten
zurück Weiter Jamie Anderson (Foto) Foto: jamieanderson.com Kamera

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oro/ivb/news.de

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