news.de-Expertenrat: Besser als Kuschelparties - Beim «Raufen» geht's handfest zur Sache!

Vergessen Sie Kuschelpartys! Beim Raufen kommt man sich balgend und ringend näher! Aber geht es hier um Gewinnen und Verlieren? Um Macht und Stärke? Was es mit diesem neuen Trend auf sich hat, weiß news.de-Experte Thomas Becher.

Sich balgen wie junge Hunde: das können auch wir Erwachsenen wieder lernen. Bild: dpa/Daniel Karmann

Man bekommt eine Idee davon, was hier mit Raufen gemeint ist, wenn man an junge Hunde oder Katzen denkt, die im Spiel miteinander balgen. Es geht also nicht ums Gewinnen oder Verlieren, darum, gegeneinander zu kämpfen. Raufen und Rangeln bedeutet vergnüglich miteinander herumzutollen, viel zu lachen – und kann herrlich wild sein. Es ist eine einvernehmliche körperliche «Auseinandersetzung«, bei der wir unsere Kraft und die unseres Gegenübers spüren können, die uns unsere Körper auf eine ganz eigene, intensive Weise erleben lässt. Es geht um Momente der Kraft und der Hingabe, und vor allem um jede Menge Spaß und Vergnügen.

Raufen - das ist doch etwas für Kinder!

Dem Raufen wird heute ein pädagogischer Wert zugesprochen. In mehreren Bundesländern hat das Raufen den Weg in die Lehrpläne der Schulen gefunden. Aber während «Kampfspiele mit Körperkontakt» für die Jugendarbeit wiederentdeckt werden, besteht für Erwachsene geradezu ein Tabu. Jungs, die sich raufen, gelten als «richtige Jungs», Männer nicht. Denn sie sind schließlich erwachsen. Und für Mädchen und Frauen gehört sich so etwas gar nicht. Das Raufen aus purem Spaß daran, das vergnügliche Balgen, das freundschaftliche Kräftemessen ist für uns ganz selbstverständlich etwas, das ins Kindesalter gehört. Dabei sollten wir Erwachsene wieder raufen lernen wie die Kinder.

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Warum soll ich als Erwachsener Raufen?

Wir müssen lernen, eine Frau und ein Mann zu sein, mit einer erwachsenen Identität und einem erwachsenen Interesse an Körperlichkeit. Raufen kann dazu einen herrlichen Beitrag leisten. Wer Tiere beobachtet weiß, dass sie in jedem Alter Spaß am Kampeln haben. Wir Erwachsene betreiben aber lieber Kampfsport und Selbstverteidigung. Dabei folgen wir in diesen Disziplinen aber den auch im Berufs- und Partnerschaftsalltag allzu häufigen Mustern von Verteidigung und Wettkampf. Ich muss besser sein als.. schneller als der Mitwettbewerber ... wir müssen trainieren, um besser zu werden, den Partner nicht zu verlieren, den Job zu behalten. Ständig steht der – wenn auch Regeln gehorchende Wettkampf im Zentrum.

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