Wo ist die Hure aus Leidenschaft?
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Von news.de-Redakteurin Corina Broßmann
Artikel vom 20.07.2010
Ein ernüchternder Einblick in die Welt der Prostitution: In der ARD-Doku Ältestes Gewerbe philosophieren sechs Sexarbeiterinnen über ihr bittersüßes Leben zwischen Geld, Macht und Elend.
«Anschaffen gehen» - das ist in Deutschland seit dem 1. Januar 2002 straffrei und sozialversicherungswürdig. Damit gilt der Beruf der Prostituierten zumindest juristisch als nicht mehr sittenwidrig. Ganz legal verkaufen so allein in Deutschland derzeit rund 400.000 Frauen ihren Körper. An der moralischen und gesellschaftlichen Stigmatisierung der Profession hat sich jedoch wenig geändert. Dieses Spannungsfeld zeigt die ARD in der 90-minütigen Doku Das Älteste Gewerbe umfassend, lehrreich und einfühlsam auf.
Was sind das für Frauen, die Sex gegen Geld anbieten? Was verkaufen sie: ihren Körper, eine Dienstleistung oder sogar Liebe? Um diese Fragen zu beantworten, porträtieren Katja Esson und Uta Kolano sechs Sexdienstleisterinnen: Jede hat ihre ganz eigene Geschichte, jede arbeitet in einem anderen Land, jede hat eine spezielle Motivation und ein sehr eigenes Verhältnis zu dem, was sie verkauft - sich selbst.
Abenteuer, jugendliche Naivität und das angeblich so leicht verdiente Geld – damit hört man sich die Protagonistinnen immer wieder trösten. «Meine Seele, meine Gedanken schlafen», erkennt Sandra, die vor einem Zuhälter nach Griechenland geflohen ist, da etwas ehrlicher.
«Letzten Endes will jede Hure aussteigen», sagt Felicitas, die selbst anschaffen ging. Nicht weil sie musste, sondern weil sie wollte. Es sei der Reiz des schnellen Geldes gewesen, meint die heutige Besitzerin einer «Anbahnungsgaststätte», in der Mann angeblich Liebe und nicht nur Sex kaufen kann. Sie wurde im Jahr 2000 gerichtlich dazu aufgefordert, ihre Begegnungsstätte zu schließen. Es folgte ein Prozess, den sie medienwirksam gewann und der ausschlaggebend für die Schaffung des heute bestehenden Prostitutionsgesetzes war.
Starke Frauen in einer ausbeuterischen Branche
In Italien, Frankreich und England existiert kein solches Gesetz. Europaweit gesehen sind die meisten Prostituierten immer noch gezwungen, in einer halblegalen und gefährlichen Schattenwelt zu leben. Gewalt, Zwangsprostitution, Sex zu Dumpingpreisen - Sandra schildert ihr Leben beispielsweise als knochenhart, als unglamourös. Escort-Dame Sania hingegen prahlt mit ihrem wöchentlichen Einkommen, das auch mal 15.000 Euro betragen kann. Zerstörerische Elends- und teure Edelprostitution stehen in der ARD-Doku im scharfen Kontrast. Jess sucht stattdessen einfach nur das Abenteuer und findet es in einem Dasein als Domina in der SM-Fetisch-Szene Londons. Als Prostituierte sieht sie sich nicht.
Uta Kolanos Dokumentation sucht nach starken Frauen in einer ausbeuterischen Branche, fahndet nach der selbstbestimmten Hure aus Leidenschaft und findet letzten Endes nur eine Domina aus Müßiggang. Ältestes Gewerbe erlaubt optimistische Zwischentöne, betreibt politische und sexuelle Aufklärung und verortet die Profession Prostitution vor allem gesellschaftsgeschichtlich. Die eingespielten Szenen im historischen Gewand wirken in Anbetracht der in den Interviews geschilderten, realen Schicksale zwar manchmal befremdlich, schlagen aber einen informativen Bogen vom antiken Korinth ins mittelalterliche Ulm, vom viktorianischen London in die Wehrmachtsbordelle der französischen Besatzungszone bis hin ins stasibeherrschte Ostberlin.
Kolano zeigt die Prostituierte als Ware, als Opfer, als Sklavin aber auch als mächtiges, manipulatives Element in einer noch immer scheinheiligen Gesellschaft. Dabei sehen ihre Gesprächspartnerinnen sich selbst ganz anders. Sie sind selbstzufrieden bis bodenständig. Sie wünschen sich eine Familie, einen Ehemann und ein bisschen Respekt. Mehr nicht - und auch nicht weniger.
Das Älteste Gewerbe - Prostitution und Sexarbeit, Dienstag, 20. Juli, 22.45 Uhr, ARD.
ruk/ivb/news.de
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Ein guter Freund lebte bis Ende der 70er Jahre unter Anderem von den 6stelligen Beträgen, welche die drei erfolgreichsten Huren einer 500.000-Einwohner-Stadt ihm gerne überließen. Als seine 'Lieblings-Hure' von ihm schwanger wurde, sind die Beiden - von einem Tag auf den Anderen - aus dem ganzen Geschäft und der ganzen Szene ausgestiegen. Sie leben heute sehr bescheiden von schmaler Rente. Beide sagen übereinstimmend: 'Es gibt keine wirklich glücklichen Huren!'
jetzt antwortenKommentar meldenBERICHTIGUNG KOMMENTAR 2: Es fehlen noch 3 Nullen am Wirtschaftsfaktor. Richtig heisst es: 60 Milliarden Euro. Also 60.000.000.000 Euro.
jetzt antwortenKommentar meldenDie Prostitution ist mittlerweile ein weltweiter Wirtschaftsfaktor mit ca 60.000.000 Euro Jahresumsatz. Davon bekommen die Mädchen aber nichts zu sehen. Das reissen sich alle Anderen unter den Nagel. Staaten in Indonesien wären ohne Nutten schon längst Pleite und würden keine Kredite mehr bekommen. Es werden heute wesentlich mehr Sklaven verkauft, als in 400 Jahren Kolonialzeit. Viele Familien würden heute den Hungertod sterben, wenn Mutter und Tochter auf dieses Trinkgeld verzichten müssten.
jetzt antwortenKommentar meldenDAS SCHLAG-WORT VERSKLAVUNG IST NICHT AUFGEFÜHRT, DAS WOHL ZU ALL DIESEN LEIDEN-SCHAFTEN PASST!!!!!!!!!!! ARME GESUNKENE GESELL-SCHAFT. LG FIDEL
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